@ex-mitglied (Forum)

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Dienstag, 11.02.2020, 00:05 (vor 11 Tagen) @ ex-mitglied

Der erste Punkt dabei wäre, den Wählern der AfD aufzuzeigen, daß die von ihnen Gewählten sehr oft eben nicht verantwortungsbewußt mit ihren Wählerstimmen umgehen, sondern diese nur für ihre eigenen Interessen instrumentalisieren

Ich finde Deine Unterscheidung zwischen den Interessen der Abgeordneten und denen ihrer Wähler etwas komisch. Sicherlich sind diese nicht identisch, aber wohl doch recht ähnlich.

Das Tarnmanöver mit Kindsvater war zwar nicht ganz sauber, aber legal. Das Resultat- Ramelow wurde abgewählt- war durchaus ein Wahlauftrag der AfD. Ich bin daher überzeugt, dass die meisten AfD-Wähler sehr wohl finden dass diese Aktion (auch) in ihrem Interesse war und sich in ihrer Stimmabgabe bestätigt fühlten nach Kemmerichs Wahl bzw. vielmehr Ramelows Abwahl.

Ähnlich unverständlich fand ich gestern übrigens Deine Unterscheidung zwischen „eigene Interessen durchsetzen“ und „die Interessen anderer torpedieren“.

Sehr oft ist doch mein Interesse eben gerade die Interessen anderer zu torpedieren, nicht weil ich bösartig und/oder destruktiv bin, sondern weil ich eben diese Interessen Anderer für falsch halte und daher verhindern möchte. Umgekehrt finde ich es doof, gegen etwas zu stimmen, was in meinem Interesse bzw. dem meiner Wähler liegt, nur weil die „falschen Leute“ es vorgeschlagen haben.

[Selbstverständlich kann es als dritte Option auch einen Interessenausgleich, einen Konsens geben. Aber um den müssen beide oder alle Seiten sich dann bemühen.]

Denn mir ist nun noch nicht soviel an "guten Taten" von AfD-Parlamentariern bekannt geworden, die in unseren Parlamenten oder überhaupt im politischen Raum etwas zum Positiven geändert hätten.

Fairerweise muss man aber sagen, dass das auch gar nicht möglich wäre, denn kein AfD-Antrag (und wäre er theoretisch noch so sinnvoll) würde von anderen Parteien jemals unterstützt werden. Eher stimmt man dann gegen den AfD-Antrag und bringt später einen eigenen leicht anders formulierten Antrag ein.

Finde das persönlich ziemlich doof und würde da selber viel pragmatischer agieren.

M.E. muss man mit der AfD endlich mal „normal“ umgehen. Damit meine ich jetzt NICHT mit ihr koalieren odgl. Das lehne ich sowohl bei der AfD wie bei der Linken massiv ab.
[Und nein, es geht mir nicht darum Linke und AfD gleichzusetzen, nur dass beide eben nicht mit meiner Vorstellung von Liberalismus zusammen passen.]

Aber wenn die AfD einen Antrag einbringt, sollte dieser- wie jeder Antrag einer anderen Partei- von allen anderen Parteien allein am Inhalt gemessen werden. Wenn dieser Inhalt rassistisch, antisemitisch, xenophob, nazistisch odgl. ist, stimmen natürlich alle anderen Parteien dagegen. Eh klar. Brauchen wir nicht drüber reden. Ist der Inhalt jedoch vertretbar, sollte man ihn wie den Antrag einer anderen Partei behandeln, also rein sachlich analysieren und entsprechend abstimmen und ich glaube nicht, dass dann ein positives Votum ein Schritt zum Vierten Reich wäre. Man agiert einfach rein sachbezogen und rational. Verantwortungsbewusst eben, wie Du schriebst.

Ich glaube nicht, dass die richtige Lehre aus Weimar ist, die AfD total auszugrenzen. Die Lehre ist der AfD nicht zuviel Macht zu geben. Das bedeutet einerseits ihr keine wirklichen Machtposten zu geben (man sollte Höcke jetzt nicht zum MP Thüringens wählen, was passieren müsste, damit Ramelows blöde Bildanalogievon Mittwochabend stimmen würde), aber sie eben auch nicht kindisch ausgrenzen, denn das bringt ihr gerade mehr Stimmen (ergo Macht) ein. Ein „normaler“ Umgang mit ihren Anträgen gibt ihnen m.E. die geringste Macht.

Ich sehe aber seit Jahren nur, dass die etablierten Parteien alles tun, damit die Menschen AfD wählen. Ich selber habe am Donnerstag zum ersten Mal wirklich innerlich nach empfinden können, wieso es „Wutbürger“ gibt und wieso Menschen einen Donald Trump wählen. Sowas darf nie wieder passieren!


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