Bin kein Virologe, aber ... (Forum)

Blackinho, Wednesday, 22.04.2020, 11:16 (vor 2272 Tagen) @ Herbert
bearbeitet von Blackinho, Wednesday, 22.04.2020, 12:50

(...)
Daher verstehe ich die weiteren Einschnitte ab dem 23.03.2020 einfach gar nicht.

Wenn ich mir die Grafik des RKI anschaue, dann sehe ich da nur eines:

Großveranstaltungen sind ein Problem, aber ansonsten braucht es nur etwas mehr Abstand, aber keinen Lock-Down und alle zusätzlichen Maßnahmen helfen nur sehr bedingt schaden aber massiv.

Gerne darf mich aber jemand auf meinen / einen evtl. Denkfehler aufmerksam machen, aber bitte nicht Argumente wie "es werden halt mehr getestet" oder "Statistik ist immer interpretierbar", da ich ja schon absichtlich Daten / Charts des RKI verwende und die Erklärungsversuche des RKI im Dokument wirken auf mich auch eher "hilflos".


Ich bin auch kein Virologe, aber ich glaube das Absinken der R-Zahl ab ca. dem 12.03. war am 23.03. schlicht noch nicht ersichtlich, wenn man die ca. 2-wöchige Verzögerung zu Grunde legt, von der immer gesprochen wird zwischen Ansteckung und Feststellung/Registrierung der Ansteckung. Wenn ich es richtig verstehe, dass die im Bulletin genannten R-Zahlen rückwirkend gerechnet wurden, lag zum Zeitpunkt des Lockdowns die dann bekannte R-Zahl (also ca. 2 Wochen vorher) bei fast 3,5, was wohl ziemlich dramatisch ist. Von daher kann ich die Entscheidung durchaus verstehen.

Dass die R-Zahl durch die verstärkte Ausbreitung auch unter älteren Leuten (v.a. in Alten- und Pflegeheimen, die lange Zeit zum Glück ziemlich verschont blieben, jetzt aber leider immer öfter vorkommt) und auch wegen v.a. seit Mitte März massiv aufgestockten Testzahlen beeinflusst wird, ist m.E. auch nicht unbedingt "hilflos", sondern durchaus schlüssig. Aber das ist nur meine Laien-Meinung.

Und ist ja nicht so, dass auf die seit Wochen konstante R-Zahl nicht reagiert wird. Die Lockerungen wurden ja nun beschlossen. Dass das recht vorsichtig geschieht, ist aber auch verständlich, solange über das Virus gefühlt mehr Rätsel als Gewissheiten bestehen.

Edith sagt noch zur Klarstellung, dass ich im Übrigen auch der Meinung bin, dass das Verbot von Großveranstaltungen (aber auch die Schließung von Bars, Discotheken etc.) mit Abstand am meisten Einfluss auf die Verbreitung hat. Ich glaube, dass Läden unter Einhaltung von klar definierten Schutzmaßnahmen wieder öffnen dürfen sollten. Aber verständlich war die Lockdown-Entscheidung zum damaligen Zeitpunkt schon, finde ich.


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