Hier die Pressemitteilung des FCB dazu (Forum)

Faktenprüfer, Freitag, 31.12.2021, 11:31 (vor 23 Tagen) @ lustiger_hans

Der Staat muss die Rahmenbedingungen vorgeben. Jenseits von dem was definitiv Ehrenamt ist, gilt immer das Arbeitsrecht. Egal ob Kassiererin, Trainer oder Sparkassendirektor.

In Vereinen, wo das Training der Jugendlichen nur durch Ehrenamtliche durchgeführt wird, ist es ja auch kein Problem, nur bekommen bei vielen Vereinen die Trainer einen 450€ Job als Aufwandsentschädigung und dann sind wir schon wieder in einem Grau Bereich und wie gesagt, es geht dann nicht nur um die NLZ des Fußballs sondern alle Sportarten


Man kann, wenn man sie fest in Vollzeit anstellt. Dann müssen sie halt neben dem Training noch weitere Leistungen erbringen. Wir reden da jetzt von einer professionellen Ausbildungseinrichtung einer AG. 450€ geht ebenfalls, dann müssen einige Aufgaben eben von anderem Personal ausgeführt werden. Jeder Bäcker weiss, dass er von seiner 450€-Samstagskraft nicht erwarten kann, dass sie auch Montag bis Freitag 8 Stunden kommt.

und wie soll diese Arbeitsteilung dann in der Praxis aussehen ? und ich rede nicht nur von einer professionellen Ausbildungseinrichtung einer AG, sondern von den ganzen Vereinen - Die Bundesliga kann sich das schon leisten, aber was ist mit den anderen Vereinen - auch ausserhalb vom Fussball ?
Wenn das Finanzamt hinschaut, dann wird die Prüfung irgendwann auch mal ausserhalb des Fussballs passieren..

Und um bei Deinen Beispiel zu bleiben, 1860 hat von der U9 bis U17 - 9 Mannschaften im Spielbetrieb, d.h. mehr als 18 Trainer und die sollen dann alle noch andere Tätigkeiten ausüben, dass sich ein Vollzeitjob bezahlt macht ?
deshalb nochmals meine Frage, wie soll dass in der Praxis aussehen ?

Bezahlung im Übergansbereich geht von 450-1300 €. D.h. er zahlt eh nicht die vollen Abgaben. Von 750€ bleiben netto ca. 600€ übrig. Außerdem bekommt er nicht nur mehr Geld, er erwirbt z.B. auch einen Rentenanspruch. Wenn es für dich ok ist, einen Trainer mit 50 Monatsstunden mit 450€ zu bezahlen, dann stimmt was nicht.

Moment, ich habe nicht gesagt, dass 50 Stunden für 450€ OK sind, die These ist ja, dass ein Jugendtrainer mit 30 Stunden a 15€ = 450€ nicht ausreichend Zeit für den Job hat, sondern er mehr Stunden leisten muss und dafür auch bezahlt werden soll.
Deshalb kam ich auf die 50 Stunden und habe vorgerechnet, dass er bei dem selben Stundenlohn. nicht erheblich mehr Geld ausbezahlt bekommt und klar könnte man auch die Arbeit auf 2x 450 Trainer aufteilen und wird in der Praxis auch so gemacht, aber deshalb wird es trotzdem immer zu Ungleichheiten bei Arbeitszeit/Lohn kommen.

Klar können sich Kapitalgesellschaften wie das Pack und andere Bundesligisten die steuerlichen Mehrausgaben locker leisten, bekommt halt RL9 nur noch 12mio€/Jahr statt 15mio€ - aber wenn der Staat es in den NLZ der Bundesliga diese Maßstäbe ansetzt, muß er es auch bei jedem anderen kleinen Verein (und zwar in jeder Sportart) auch machen - Gleichheitsgrundsatz.


Dann will jeder andere auch eine Extrawurscht. Das System muss einfacher werden, nicht schwieriger. Außerdem darfst du davon ausgehen, dass dann noch mehr beschissen wird, als eh jetzt schon.

Wer eine Extrawurst haben will muss halt dann im Einzelfall geprüft werden, es gibt in Deutschland/Europa für jeden Sch… eine Vorschrift, angefangen von der Größe der Essiggurke bis zum Biegegrad der Banane, da könnte man für wirklich nützliche Vorschriften auch die Zeit nehmen und für die Kontrolle haben wir ja dann das Finanzamt, die prüfen ja jetzt auch mit den Zollbehörden - mir geht es darum eine praxisgerechte Lösung für Vereine/Kapitalgesellschaften und Verbänden hinzubekommen.
Hätte der Staat bei Cumex und Wirecard so genau hingesehen, wie jetzt in Augsburg oder München könnte man dem Staat ja auch keinen Vorwurf machen.


Ich glaube nicht, dass du da viel mehr Leute herbekommst. Zumindest nicht auf Dauer. Kurzfristig stehen immer viele da, langfristig sind die meisten recht schnell wieder weg. Egal, wo. Engagenment kostet Zeit und Nerven. In jedem Verein bleibt am Schluss eine Hand voll Engagierte und denen ist das Geld wurscht.

Wenn es einen monetären Gegenwert dafür gibt, sind Leute auch bereit etwas zu leisten. Wir haben in Deutschland soviele Rentner die gerne etwas machen würden - nur wenn dann der Nebenverdienst auf die Rente angerechnet wird, lassen sie es lieber bleiben und man kann halt auch nicht alle für ein Ehrenamt begeistern - in meinen Modell könnte sich diese Gruppe bis zu 20.000€ / Jahr„dazuverdienen“ ohne dass sie befürchten müssen, dass es an andere Stelle abgezogen wird.


Der Staat muss Rahmenbedingungen vorgeben. Und zwar für alle gleich. Bloss weil einige meinen, dass sie in dem was sie tun so toll sind, dass es nicht für sie gilt, stimmt das nicht. Das Problem im sozialen Bereich ist oft nicht so sehr das Geld (woanders wird auch nicht unbedingt mehr bezahlt!), sondern die Arbeitsbedingenen. Und da gehört das oben geschilderte Beispiel von 50 Monatsstunden für 450€ genau dazu. Oder red mal mit einer Intensivkrankenschwester, der ist Klatschen eh wurscht, aber auch 100 € mehr würden viele ablehnen, wenn nur endlich eine Unterstützungskraft eingestellt werden würde.

jetzt vergleichst Du Äpfel mit Birnen und dass mit den 450€/50 Stunden habe ich Dir oben schon erklärt…


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