Hier die Pressemitteilung des FCB dazu (Forum)

lustiger_hans, Friday, 31.12.2021, 12:04 (vor 231 Tagen) @ Faktenprüfer

Der Staat muss die Rahmenbedingungen vorgeben. Jenseits von dem was definitiv Ehrenamt ist, gilt immer das Arbeitsrecht. Egal ob Kassiererin, Trainer oder Sparkassendirektor.

In Vereinen, wo das Training der Jugendlichen nur durch Ehrenamtliche durchgeführt wird, ist es ja auch kein Problem, nur bekommen bei vielen Vereinen die Trainer einen 450€ Job als Aufwandsentschädigung und dann sind wir schon wieder in einem Grau Bereich und wie gesagt, es geht dann nicht nur um die NLZ des Fußballs sondern alle Sportarten

Ich habs schonmal geschrieben: Als Vereinsvorstand stehst eh immer mit einem Bein im Knast. Nur bin ich persönlich eben nicht bereit zu akzeptieren, dass irgendjemand arbeitsrechtliche Standards unterläuft. Stelle ich wen an, muss ich mich an geltendes Recht halten. Den großen "Graubereich" kenne ich tatsächlich nur beim Fußball. So ziemlich überall anders hat der Verein nicht das Geld, einen Trainer im Jugendbereich anzustellen. Maximal über die Pauschale. Wenn die erste Mannschaft Geld verdient bekommt evtl. da jemand was, mehr ist oft nicht.


Man kann, wenn man sie fest in Vollzeit anstellt. Dann müssen sie halt neben dem Training noch weitere Leistungen erbringen. Wir reden da jetzt von einer professionellen Ausbildungseinrichtung einer AG. 450€ geht ebenfalls, dann müssen einige Aufgaben eben von anderem Personal ausgeführt werden. Jeder Bäcker weiss, dass er von seiner 450€-Samstagskraft nicht erwarten kann, dass sie auch Montag bis Freitag 8 Stunden kommt.


und wie soll diese Arbeitsteilung dann in der Praxis aussehen ? und ich rede nicht nur von einer professionellen Ausbildungseinrichtung einer AG, sondern von den ganzen Vereinen - Die Bundesliga kann sich das schon leisten, aber was ist mit den anderen Vereinen - auch ausserhalb vom Fussball ?
Wenn das Finanzamt hinschaut, dann wird die Prüfung irgendwann auch mal ausserhalb des Fussballs passieren..

Und um bei Deinen Beispiel zu bleiben, 1860 hat von der U9 bis U17 - 9 Mannschaften im Spielbetrieb, d.h. mehr als 18 Trainer und die sollen dann alle noch andere Tätigkeiten ausüben, dass sich ein Vollzeitjob bezahlt macht ?
deshalb nochmals meine Frage, wie soll dass in der Praxis aussehen ?

Das "wie soll das in der Praxis aussehen" ist immer schon ein Blödsinnsargument gewesen. Organisation ist das Problem des Arbeitgebers. Man kann z.B. eine VZ-Stelle schaffen, die den ganzen Kleinkram erledigt, der Zeit frisst und der Trainer kommt nurnoch zum trainieren. Bei 2x Training pro Woche a 2 Std, plus monatlich 2 Heimspiele 2 Std und 2 Auswärtsspiele nach Bedarf (Stunden gegengerechnet bei spielfreien Perioden) kommst mit 25 Stunden den Monat hin. Und das passt, zumindest als relation für kleinere Vereine.

Hast du jetzt umfangreichere Bedingungen, z.B. 4 Tage die Woche Betreuuung über mehrere Einheiten (3-4 Std/Tg) und ggf. 2 Spiele am WE betreut, bist eh schon bei mindestens einer TZ-Stelle. Mäht er dann noch Rasen und fährt die Kinder aus dem Internat noch bzw. holt Kinder fürs Training per Fahrservice ab bist bei einer VZ Stelle. Das natürlich bei einem entsprechend großen NLZ betrachtet.


Bezahlung im Übergansbereich geht von 450-1300 €. D.h. er zahlt eh nicht die vollen Abgaben. Von 750€ bleiben netto ca. 600€ übrig. Außerdem bekommt er nicht nur mehr Geld, er erwirbt z.B. auch einen Rentenanspruch. Wenn es für dich ok ist, einen Trainer mit 50 Monatsstunden mit 450€ zu bezahlen, dann stimmt was nicht.


Moment, ich habe nicht gesagt, dass 50 Stunden für 450€ OK sind, die These ist ja, dass ein Jugendtrainer mit 30 Stunden a 15€ = 450€ nicht ausreichend Zeit für den Job hat, sondern er mehr Stunden leisten muss und dafür auch bezahlt werden soll.
Deshalb kam ich auf die 50 Stunden und habe vorgerechnet, dass er bei dem selben Stundenlohn. nicht erheblich mehr Geld ausbezahlt bekommt und klar könnte man auch die Arbeit auf 2x 450 Trainer aufteilen und wird in der Praxis auch so gemacht, aber deshalb wird es trotzdem immer zu Ungleichheiten bei Arbeitszeit/Lohn kommen.

Klar können sich Kapitalgesellschaften wie das Pack und andere Bundesligisten die steuerlichen Mehrausgaben locker leisten, bekommt halt RL9 nur noch 12mio€/Jahr statt 15mio€ - aber wenn der Staat es in den NLZ der Bundesliga diese Maßstäbe ansetzt, muß er es auch bei jedem anderen kleinen Verein (und zwar in jeder Sportart) auch machen - Gleichheitsgrundsatz.


Dann will jeder andere auch eine Extrawurscht. Das System muss einfacher werden, nicht schwieriger. Außerdem darfst du davon ausgehen, dass dann noch mehr beschissen wird, als eh jetzt schon.

Wer eine Extrawurst haben will muss halt dann im Einzelfall geprüft werden, es gibt in Deutschland/Europa für jeden Sch… eine Vorschrift, angefangen von der Größe der Essiggurke bis zum Biegegrad der Banane, da könnte man für wirklich nützliche Vorschriften auch die Zeit nehmen und für die Kontrolle haben wir ja dann das Finanzamt, die prüfen ja jetzt auch mit den Zollbehörden - mir geht es darum eine praxisgerechte Lösung für Vereine/Kapitalgesellschaften und Verbänden hinzubekommen.
Hätte der Staat bei Cumex und Wirecard so genau hingesehen, wie jetzt in Augsburg oder München könnte man dem Staat ja auch keinen Vorwurf machen.

Ja. Klare Regeln, die nicht jeden Scheiß einzeln regeln, dafür diese dann auch konsequent überwacht.

Stimmt schon: Bei Wirecard "isses halt so", aber wehe, a Verkäuferin nimmt a Stück Leberkas mit, den sie sonst weggeschmissen hätten....

Ich glaube nicht, dass du da viel mehr Leute herbekommst. Zumindest nicht auf Dauer. Kurzfristig stehen immer viele da, langfristig sind die meisten recht schnell wieder weg. Egal, wo. Engagenment kostet Zeit und Nerven. In jedem Verein bleibt am Schluss eine Hand voll Engagierte und denen ist das Geld wurscht.

Wenn es einen monetären Gegenwert dafür gibt, sind Leute auch bereit etwas zu leisten. Wir haben in Deutschland soviele Rentner die gerne etwas machen würden - nur wenn dann der Nebenverdienst auf die Rente angerechnet wird, lassen sie es lieber bleiben und man kann halt auch nicht alle für ein Ehrenamt begeistern - in meinen Modell könnte sich diese Gruppe bis zu 20.000€ / Jahr„dazuverdienen“ ohne dass sie befürchten müssen, dass es an andere Stelle abgezogen wird.

Erfahrungsgemäß nur kurzfristig. Wer Engagement nur gegen Geld macht, bleibt meist nicht lage.


Der Staat muss Rahmenbedingungen vorgeben. Und zwar für alle gleich. Bloss weil einige meinen, dass sie in dem was sie tun so toll sind, dass es nicht für sie gilt, stimmt das nicht. Das Problem im sozialen Bereich ist oft nicht so sehr das Geld (woanders wird auch nicht unbedingt mehr bezahlt!), sondern die Arbeitsbedingenen. Und da gehört das oben geschilderte Beispiel von 50 Monatsstunden für 450€ genau dazu. Oder red mal mit einer Intensivkrankenschwester, der ist Klatschen eh wurscht, aber auch 100 € mehr würden viele ablehnen, wenn nur endlich eine Unterstützungskraft eingestellt werden würde.


jetzt vergleichst Du Äpfel mit Birnen und dass mit den 450€/50 Stunden habe ich Dir oben schon erklärt…


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