Wie möchtest Du es denn haben? (Forum)
deine Frage, wie viel Geld ein Investor jährlich zur Verfügung stellen sollte und in welcher Form, trifft einen sehr wichtigen Punkt. Ich glaube allerdings, dass wir die Frage nach der Art der Finanzierung stellen müssen, nicht nur nach der reinen Summe.
Wenn wir uns ansehen, wie Investoren bei anderen Vereinen agieren, fällt ein deutlicher Unterschied auf:
• Sie agieren oft als strategische Partner und stärken den Verein durch echtes Eigenkapital oder Premium-Sponsoring.
• Sie investieren in bleibende Werte und Infrastruktur (wie das NLZ oder das Trainingsgelände).
• Sie bringen ein eigenes Netzwerk mit, um den Etat nachhaltig zu erhöhen. Das Ziel ist es, den Verein in die Lage zu versetzen, aus eigener Kraft zu wachsen und sich selbst zu tragen.
Bei der Zusammenarbeit mit Hasan Ismaik sieht die Realität leider anders aus:
• Hier geht es in erster Linie darum, am Ende der Saison operative Verluste auszugleichen – und das in Form von Darlehen.
• Dieses Geld fließt in den laufenden Spielbetrieb und ist nach der Saison verbraucht. Es entstehen keine nachhaltigen Strukturen. Stattdessen wächst der Schuldenberg der KGaA an, was zu einer dauerhaften finanziellen Abhängigkeit führt.
Der gravierendste Punkt, der eine echte Weiterentwicklung fast unmöglich macht, ist jedoch das Merchandising. Bei normalen Traditionsvereinen ist der Fanartikelverkauf eine tragende finanzielle Säule, mit der der Kader finanziert wird. Bei 1860 wurden diese Rechte für 20 Jahre zu einem absoluten Witzbetrag abgetreten.
Der KGaA wurde damit faktisch eine ihrer wichtigsten und lukrativsten Einnahmequellen entzogen, da die Gewinne in die Gesellschaft des Investors fließen. Wenn man einer Gesellschaft einer der lukrativsten Einnahmequelle nimmt und sie stattdessen über Darlehen finanziert, nimmt man ihr die Möglichkeit, sich jemals wieder selbst zu tragen.
Um deine Frage zu beantworten: Ich wünsche mir keinen Investor, der nur Defizite ausgleicht. Ich hätte gerne einen Gesellschafter, der den Verein wirtschaftlich in die Eigenständigkeit begleitet und Einnahmequellen maximiert, anstatt sie abzuschneiden.
