Ideen für Satzungsänderung(en), um diesen Irrsinn zu bremsen (Forum)
Guten Morgen,
ich bin am überlegen, woher dieser Irrsinn der letzten Wochen resultiert und wie er zukünftig verhindert werden kann.
Der erste Punkt ist für mich die Motivationslage der Kandidierenden und die daraus resultierende Blockwahl.
Wir hatten bekanntermaßen zwei Blöcke: Die einen, die für ein "weiter so" standen um Vergleich zum "Wir wollen Veränderung mit Ismaik". Das ist die Kurzfassung, denn wenn man es ausdehnt ist es nur die halbe Wahrheit.
Die Vereinsseite betrachtet die Mitgliederversammlung als höchstes Organ zur Verwaltung des Gesamtvereins, vom Breitensport bis weit hinein in die eigenen Abteilungen. Der Punkt, dass der von der Verwaltung eingesetzte Präsident auch Mitglied der Tochtergremien ist, wird dabei relativ ausgeklammert, denn: Nichts ist größer als der Verein.
Die Investorenseite betrachtet aber den Verwaltungsrat als notwendigen Steigbügelhalter zu den Fleischtöpfen der Tochterunternehmen. Der Verein dient lediglich als Dienstleister und "Folklore" für den Profitfußball.
Soweit meine Einschätzung zu den unterschiedlichen Grundtendenzen.
Wie kann man also zukünftig verhindern, dass ein Lagerwahlkampf dazu führen kann, den Verein zugunsten eine defizitären Tochtergesellschaft aus der Hand zu geben?
Wie kann man verhindern, dass die Verwaltungsratswahl zur Entscheidungsschlacht um den Profitfußball hochstilisiert wird?
Was machen andere Vereine mit ausgegliedertem Profibereich anders, als wir es tun?
Das entscheidende Gremium für den PF ist ja nicht der Verwaltungsrat, sondern der Aufsichtsrat der Kgaa. Hier dürfen bekanntermaßen die Anteilseigner 1860 und HAM jeweils 3 Mitglieder entsenden. Über die 3 von 1860 entsendeten Mitglieder entscheidet jedoch nicht die Mitgliederversammlung, sondern - ja wer eigentlich? Aktuell sind das Probst, Seeböck und Bay.
Wäre es eine Möglichkeit, dass die 1860-Aufstichtsratsmitglieder zukünftig von den Mitgliedern "entsendet" werden? Welchen negativen Auswirkungen hätte das auf die Versammlung? Welche Satzung müsste hierzu geändert werden? Wieviel Dampf würde das von der Verwaltungsratswahl nehmen?
Und zugehörig die zweite Frage: Wieso entsendet die HAM nicht einfach Lutz und Gräfer in den Aufsichtsrat, statt bisher Livingston, Stimoniaris und Yahja? Das wäre doch für alle Seiten eine win-win-Situation?
Nächste Frage:
Bei den Verwaltungsratswahlen hat jedes Mitglied soviele Stimmen wie es Sitze im entsprechenden Gremium gibt. Also 9. Ist diese Regelung zwingend notwendig? Wenn ich den Bundestag wähle, dann habe ich ja auch nicht 730 Stimmen, zwingend notwendig kann diese Regelung also nicht sein.
Ich würde also gerne also mal durchspielen, was die mathematische, emotionale und taktische Folge wäre, wenn jedes Mitglied nicht 9 Stimmen hat, sondern nur 5. Welche Argumente könnten für eine derartige Satzungsänderung vorgebracht werden, was spricht dagegen. Und welche Folgen hätte das? Würde solch eine Änderung die Sprengkraft aus der Verwaltungsratswahl nehmen?
Welche weiteren Modifikationen könnten sonst noch im Raum stehen um so einen Irrsinn wie in den vergangenen Wochen zu entkräften?
Denn eines ist mir leider klar: Die Gefahr, den Gesamtverein aus der Hand zu geben, weil ein paar Glücksritter gerne FIFA spielen wollen, wird in den nächsten Jahren eher größer, wenn sich aufgrund der HAMschen Blockadehaltung der sportliche Erfolg weiterhin nicht einstellt.
