Steuern in Deutschland / staatlicher Eingriff - Erziehung (Forum)

Herbert, Monday, 10.05.2021, 17:57 (vor 1873 Tagen) @ Nikiforov

Zumindest wollen SPD und Grüne das derzeitige Ehegattensplitting abschaffen.

Ich bin jetzt mal ganz "böse" und behaupt mal "Irgendwoher muss das Geld ja kommen, das man verteilen möchte und da bietet es sich halt an einfach die Menschen zu zwingen zu arbeiten und nicht faul daheim zu sitzen.". Wenn das dann auf Kosten der Familien bzw. der Kinder geht, dann ist das doch egal. Entweder die Familie hat mit einem "arbeitenden Menschen" genug Geld, dann ist das dieser Familie auch egal oder es passt halt nicht, dann müssen halt beide arbeiten. Damit kommen die Kinder schon klar, ist ja aktuell schon bei den meisten Familien so, dass eh beide arbeiten müssen.


Also, es gibt es ja auch tatsächlich Leute die gerne arbeiten wollen. Mit Kindern ist das aber gar nicht so einfach. Und selbst wenn Du eine sogenannte "Vollzeit"-Betreuung in Anspruch nimmst ist es in der Regel kaum möglich, einem Vollzeitjob nachzugehen. U.a. darum sind z.B. Alleinerziehende von Armut bedroht und es stellt in der Praxis aus meiner Sicht ein gutes Modell dar wenn beide Elternteile arbeiten, aber halt nicht 100 Prozent.

Es geht mir halt darum, dass es nicht so schlecht ist, wenn sich ein Elternteil um die Kinder kümmert. Weder für die Kinder, noch für den / die Elternteil/e. Dieser Zwang, Menschen dazu zu bringen etwas genau so zu machen wie "man" (die Politiker) sich das vorstellen, das stört mich.

Viele Leute in sozialversicherungspflichtige Jobs zu bringen, Männer wie Frauen, ist ja erstens lukrativ für den Staat und zweitens eine gute Absicherung gegen (Alters-)Armut.

ja, wobei das eben einer guten Kinderbetreuung daheim "im Weg" ist und das lässt sich auch nicht so leicht ändern, zumindest nicht ohne auf Kosten der Kinder zu gehen.

Wir können ja ein "Recht auf Homeoffice" gesetzlich fest schreiben, dann hat das Problem halt der Arbeitgeber wenn neben dem Homeoffice noch die Kinder "nebenher" mit betreut werden.


Hast Du keine Kinder? ich glaube die Zahl derer die versuchen ihre Kinder freiwillig "nebenher" zu betreuen dürfte seeehr überschaubar sein... da verlieren nämlich alle.

Wenn es aber aufgrund höherer Steuern durch Wegfall des Ehegattensplitting nicht anders geht (und darum geht es ja hier in der Diskussion), dann werden die Menschen halt gezwungen entweder keine Kinder mehr zu bekommen oder halt "nebenher" zu betreuen. Der Staat bzw. die Politiker sehen das Thema HomeOffice, gerade jetzt während Corona, schon als Lösung für die Betreuung von Kindern und das finde ich respektlos gegenüber den Eltern, den Kindern aber auch gegenüber den Unternehmen.

Interessiert ja den Gesetzgeber ähnlich wenig wie bei der Einführung von neuen Feiertagen. Da lässt man sich dann als Politiker feiern und zahlen dürfen das dann die Unternehmen oder wenn es machbar ist halt der Verbraucher selbst, wenn die Unternehmer die Leistungen teurer machen.


Welcher Feiertag wurde denn neu eingeführt? Hab ich nicht mitgekriegt... insgesamt habe ich nicht das Gefühl, dass die deutsche Politik arbeitgeberfeindlich ist, ganz im Gegenteil.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/corona-ruhetage-ostern-definition-101.html -> das wurde dann wieder zurück genommen. Hat bei uns im Unternehmen 3 Leute plus 2 externe Juristen mehr als einen Tag "von der Arbeit" aufgehalten. Nur weil Politiker einfach mal so, auf Kosten der Arbeitgeber, zusätzliche Tage als "Ruhetage" definieren.

Aber ja, eine hohe Inflation ist ja perfekt, dann sind die Staatsschulden auch weniger wert und die Rückzahlung geht auch einfacher. Allen ist geholfen - ok, dem der wenig verdient halt nicht so, aber das ist den Politikern ja egal. Passt schon und läuft alles in die richtige Richtung.


Versteh ich nicht, weil wir ja eine sehr niedrige Inflation haben und sich die Gehälter problemlos anpassen lassen. Ich halte das für volkswirtschaftlich normal und notwendig. Aber das ist jetzt echt nicht meine Fachgebiet!

Das mit der niedrigen Inflation ist doch lächerlich. Wer aktuell baut, der sieht mal so richtig, wie die Preise anziehen bzw. explodieren. Da "zerreist" es jetzt gerade einige die Baustoffe teurer einkaufen und aktuell jetzt "nachfinanzieren" müssen bzw. die Absicherung Ihrer Kredite nicht mehr ausreichen.
Auch andere Rohstoffe wie Metalle (ein paar gute Bekannte von mir haben gerade massive Problem mit den Einkaufspreisen) und Papier (als Grundlage für Zeitungen, etc.) wird aktuell um ca. 10-20% teurer. Lebensmittel steigen aktuell auch, zumindest in einigen Bereichen. Die Mieten gehen durch die Decke und Preise für Immobilien sind auch massiv gestiegen bzw. am steigen.
Der Artikel unter https://www.focus.de/finanzen/news/preise-irrtum-1-der-warenkorb_id_3441911.html zeigt auch recht gut wie man mit dem offiziellen Warenkorb "spielen" kann bzw. die Inflationsrate halt immer nur für einen ganz bestimmten Warenkorb (bzw. Menschen / Familie / etc.) gilt. Zusätzlich wird die Teuerung auch noch an die "Verbesserung eines Produktes" angepasst - also wenn ein Auto heute zwar doppelt so teuer ist, aber auch doppelt so gut bzw. doppelt so viel Ausstattung hat, dann ist das Auto nicht teurer geworden bzw. 0% Inflation. Leider brauche ich aber vielleicht die Ausstattung nicht und komischerweise wird die schlechtere Qualität von aktuellen Produkten kaum bei der Bewertung berücksichtigt sondern vor allem "mehr Ausstattung".

Wenn dann die Mieten noch teurer werden, dann regeln wir das halt auch per Gesetz, aber vorher noch die letzten staatlichen Wohnungen verkaufen.


Das sollten wir wahrscheinlich beides echt nicht tun!

Alle meine Aussagen sind, das hast Du aber sicher gemerkt, auch sehr überspitzt bzw. polemisch ausformuliert. Mich stört halt vor allem, dass immer mehr reguliert wird.

Trotzdem ist es natürlich wahr und nicht schön, dass Verteuerungen da vor allem im kleineren Geldbeutel auffallen. HJS hat ja neulich treffend hier beschrieben, dass individuelle Mobilität halt auch mal ein Freiheitsversprechen an ALLE war.

Gerade die "Regelungen über den Geldbeutel" bzw. die "Erziehung über Strafe" (Steuern, Abgaben, etc.) trifft halt vor allem die Menschen die wenig Geld haben. Bin mir sicher, dass wir bald eine MwSt. Erhöhung haben werden und das interessiert halt Menschen mit viel Geld im Vergleich zu Menschen mit wenig Geld nicht so sehr.

Ich glaube nicht, dass alles Steuergeld gut und sinnvoll ausgegeben wird. Klar! Trotzdem funktioniert der Laden insgesamt sehr gut, daher ist die Höhe der Steuerlast doch auch immer ein wenig Polemik bzw. Ideologie.
Mein Vorschlag:
Endlich alles zurückholen, was uns durch CumEx, CumCum etc. von den Banken gestohlen wurde, bevor es bald verjährt!!!

Bin ich bei Dir, das verstehe ich so gar nicht. Auch, dass weder amazon noch andere große Konzerne in Deutschland Steuern zahlen aber natürlich auch Infrastruktur, Straßennetz, etc. nutzen ist zum kotzen.

Und so lange mehr Steuerfahnder einstellen, so lange diese sich durch die aufgedeckte Steuerhinterziehung noch quasi selbst bezahlen (das tun sie nämlich). Und dafür dann gerne Steuern und Abgaben für ALLE senken!

Kein Problem, wenn dann die Steurgesetze auch noch etwas einfacher werden bin ich bei Dir.

Die erste "Reichensteuer" haben wir ja auch schon mit dem modifizierten Solidaritätszuschlag. Wenigstens trifft das keine "Armen" aber nervig finde ich halt, dass man aus einem Solidaritätszuschlag für "Aufbau Ost" einfach mal so eine "Reichensteuer" für Singles ab 73.000,- und für Familien ab 136.000,- Euro Jahreseinkommen macht und das dann als "Entlastung für die meisten Arbeitnehmer" verkauft.


Naja aber das ist es doch.

Sehe ich halt anders. Da wird eine Steuer eingeführt um den Aufbau Ost zu finanzieren und alle sollen mit zahlen und dann wird daraus klamm heimlich eine Reichensteuer gemacht. Aber der Staat ist da ja recht gut um Steuern erfinden für irgendwas und die Steuer bleibt dann halt bestehen - warum auch ändern, bringt ja Geld. Ein gutes Beispiel ist die Sektsteuer die (ich glaube) Kaiser Wilhelm ? zur Finanzierung der Flotte eingeführt hat.

Sorry, das ist genau so, wie wenn sich manche Politiker hin stellen und bei den Corona-Einschränkungen von "Vergünstigungen für ..." reden, sorry, aber das sind halt nun mal notwendige Einschränkungen der persönlichen Freiheiten die man nur "zurückgeben" kann aber niemals "jemanden wieder zugestehen" oder ähnlich Formulierungen. Gott sei Dank ist die Wortwahl hier in den letzten Tagen etwas besser geworden.


Den Vergleich zwischen Besteuerung und Einschränkung von Grundrechten gehe ich nicht mit. Geldverdienen ist kein unveräußerliches natürliches Recht. Wir verdienen unser Geld ja nicht im luftleeren Raum aus uns heraus, sondern weil andere mit uns kooperieren, weil wir(gratis) Bildung genossen haben, die öffentliche Infrastruktur nutzen können (Strom, Wasser, Straßen...) und weil ein Staat einen verlässlichen rechtlichen Rahmen dafür bietet.
Und Steuern sind gesetzlich legitimiert, während unsere Grundrechte ja erst mal nur durch die Exekutive kassiert wurden. Eigentlich ein Wahnsinn!

ja, aber die Steuern werden / wurden eben für einen Zweck eingeführt und wenn durch klamm hiemliche Änderungen dann ganz was anderes draus wird, dann nervt mich das. Dann sollen sich die Politiker halt hinstellen und sagen, die Progression reicht uns nicht. Wir wollen (noch) mehr Geld aber nicht erst mal für alle einführen und dann "gnädigerweise" für bestimmte Teile der Bevölkerung wieder abschaffen und das ganze dann "umfunktionieren".


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