Stadtrat-Koalition heute mit PK (Forum)
Die Handwerker sind garantiert auch froh, wenn nicht mehr jeder Hinz und Kunz, weil bequem und zu billig, die ganzen Lieferzonen zuparkt. Nimm nur mal als Beispiel das Tal. Da gibt es -für mich völlig unverständlich- immer noch Parkplätze. Die sind ständig belegt. Folge: Handwerker und Ver- und Entsorgungsfahrzeuge stehen in 2. Reihe. Das Tal ist eine einzige Katastrophe.
Was glaubst, wie sich alle freuen (außer den paar Bequemen, denen ihre Luxusparkplätze genommen werden), wenn endlich die Parkplätze dort weg sind und stattdessen genug Platz für die notwendige Ver- und Entsorgung plus ggf. auch mal Handwerker oder Schwerbehinderte ist?
Und die Aufenthaltsqualität dort wäre auf einen Schlag um ein Vielfaches angenehmer.
Da freut sich der Handwerker sicher. Dafür gibt es aber den Handwerkerausweise und uneingeschränkt die Möglichkeit zur Sondernutzung von Verkehrswegen und Gehsteigen. Lieferzonen sind Lieferzonen und im Tal haben wir bei der Verteilung inzwischen wohl ein Verhältnis von 60:40 pro Lieferzone kontra Parkplatz. Vielleicht ist auch meine Sicht verschoben, weil ich als Anwohner immer versuche einen dieser wenigen zu erwischen. (Parkausweise kosten im Altstadtbereich übrigens ca. 200-250€ und nicht 30€) Es wurden aber definitiv genügend Lieferzonen eingerichtet. Das Problem liegt also schon auch an freier Zufahrt für Hinz und Kunz, aber eben auch an zu großen Lieferfahrzeugen, freier Markt bei der Müllabholung, fehlende Lagerhaltung bei Geschäften und unter extremen Zeitdruck stehenden Solounternehmer in der Logistikbranche. etc. etc. Der Warnblinker ist definitiv einfacher als extra die Dieselschleuder in die Lieferzone zu rangieren. Ist ja eh nur ein DinA4 Paket just in Time. Dass diese Lieferzonen von SUV aus EBE und STA belegt sind, geschenkt. Aber auch den armen niederbayrischen Handwerker nehme ich in diesem ögologischen Wahnsinn nicht aus. Heizt er doch gerne jeden Tag im Sprinter mit 2-3 Leuten von Straubing nach München zum arbeiten. Schön auch die Biolinse aus China eingeflogen, um dann mit dem 40 Tonner aus Holland in die Westenriederstr. geliefert zu werden. Hier wird sie schon sehnsüchtig von der SUV Fahrerin aus Ebersberg erwartet, die im Biosupermarkt auf 2 Ebenen adäquat shoppen kann um dann daheim so schön Bio zu kochen.
Wenn ich mir das so durchlese.
Also mir wäre eine Schranke durchaus recht.
Trotzdem sehe ich den Begriff der Aufenthaltsqualität sehr individuell. Mir gefiel z.B. das Tal vor dem ersten Umbau um einiges besser, weil ich mir so eine Stadt vorstelle. Mich haben die Autos in der Sendlinger nicht gestört, und warum sollen über den Marienplatz am Rand keine Busse fahren. Aber wie gesagt, Geschmäcker sind da sicher verschieden.
Ein ökoloisches Stadtsystem wäre aber eine richtige Herausforderung. Angefangen bei an das Schienennetz angekoppelte Verteilzentren an allen Einfallrichtungen. Einem passenden Müllkonzept und den passenden Transport, an vernünftigen Anreizen für Gewerbetreibende und einen definitv verbesserten MVV. Vernachlässigbar sind meines Erachtens die unausgereifte E-Mobilitätsfeigenblattpolitik. Was hilft mir ein 100000€ Tesla in der Innenstadt, wenn nur einer drin sitzt und er nichts transportieren kann. Ich kauf mir aber auch keinen E-Transporter für 35000, wenn ich damit gerade mal 50km fahren kann. Mit Zulasung vielleicht 35. Dann aber ab an die nächste Braunkohlensteckdose. Ganz abgesehen von der verwendeten Batterien.
