Wieso diese unsachliche Abneigung gegen Investoren? (Forum)
Die Motivation einen Club kann man wohl in zwei Äste aufteilen:
Zum einen als Spielzeug, zum anderen als tatsächliches Investment.
Beim Spielzeug-Modell wird lediglich Geld verbrannt, der Eigentümer hat zumindest keinen materiellen Gegenwert.
Ob ein Verkauf der Anteile dann den eigentlichen Wert "Kauf + Investitionen + entgangener Gewinn aus alternativer Anlage" wieder einspielt darf bezweifelt werden, vor allem wenn man in Richtung Chelsea schaut.
Trotzdem gibt es sicherlich Investoren, die mit dem Kauf eines Vereins Geld verdienen (wollen) und das auch tun.
Glazer hat m.W.n. den Kauf von ManUnited durch eine Drehung komplett von ManUnited selber finanzieren lassen und somit erst mal keinen Cent selber bezahlt und kassiert sogar noch Zinsen für dieses Darlehen.
Zudem gibt es die Möglichkeit, gegebenes Geld als Kredit zu leihen (anstatt zu schenken) und einen entsprechend Zins zu nehmen. Der Zins wird sich wegen des höheren Risikos deutlich über dem Marktzins bewegen und ist somit als alternatives Anlagemodell durchaus interessant. Dazu kommen dann evtl. noch Dividenden und ggfs. Kursgewinne bei entsprechendem Erfolg, die man mit einem Weiterverkauf realisieren könnte.
Die Aktie des BVB hat sich innerhalb der letzten 5 Jahre verdreifacht, Mitte 2014 war sogar eine Verfünffachung zu beobachten.
ManUnited wird momentan bei 14,5 notiert, vor 2 1/2 Jahren hätte man das noch für 9,20 bekommen - eine ordentliche Rendite, wenn auch vorerst nur als Buchgewinn.
Entscheidend für ein finanziell lohnenswertes Investment ist da in meinen Augen natürlich die Auswahl des richtigen Vereins. Einen Zweitligaclub zu übernehmen halte ich für sehr gefährlich. Gerade bei den größeren Clubs ist die zweite Liga eine Geldvernichtungsmaschine, rentieren tut sich das erst ab Bundesliga. Siehe dazu auch diverse Interviews von Herrn Kind von Hannover.
Und sportlicher (und damit finanzieller) Erfolg ist im Fußballbusiness schlichtweg nicht planbar und somit von Haus aus ein Risikoinvestment.
Eine Investition in 1860 kann man zum Beispiel getrost am Tag der Überweisung zu 100% abschreiben :D
