Zu dem Text hat Frau Strobl eine spannende Analyse (Forum)
Was mich am Text von Frau Strobl, gerade auch als begeisterter NZZ-Leser, ärgert, ist, dass alles, was nicht ins eigene ideologische Lager passt, gleich „rechtsextrem“ sein muss.
Es gibt an dem NZZ-Artikel sicherlich einiges zu kritisieren, aber dass immer gleich alles „nicht-Linke“ gleich „rechtsextrem“ genannt werden muss. Da habe ich schon gar keine Lust mehr mich auf Sachargumente einzulassen, wenn jemand gleich so anfängt. Ich beschimpfe auch nicht jeden Linken pauschal als „linksextrem“ oder „Stalinist“
oder „versifften Gutmenschen“ (die Konservativen und Liberalen, die solche Begriffe inflationär benutzen, kritisiere ich nicht minder!)
Die Dame hat leider nicht unrecht dass die sog. „Libertären“ im deutschsprachigen Raum tatsächlich ziemlich verblödet sind. Viele sind begeisterte AfD-Anhänger, viele sind in Verschwörungstheorien abgedriftet (manche auch jetzt zu Corona), viele sind einfach nur peinlich und beschimpfen jeden Andersdenkenden als „Staazi“. Hab die Tage seit langem mal wieder mit einer alten Freundin in Berlin geredet, die hat sich total enttäuscht abgewendet, gerade auch von der dortigen Hayek-Gesellschaft, deren Namensgeber sich wohl ebenfalls im Grabe umdreht.
Aber die NZZ halte ich neben der Welt und der FAZ schon noch für eine seriöse liberale Zeitung, die genauso ihre Daseinsberechtigung hat wie auf eher linker Seite die SZ, die taz oder die FR. Man kann sicherlich immer manches anders formulieren. Auch im obigen Artikel, aber im Kern geht es halt drum, dass es eben nicht um Menschenleben vs. Geld geht, sondern um Leben auf beiden Seiten. In Indien sind schon Menschen verhungert wegen dem Lockdown, wieso der PM sich auch explizit für seine Politik beim Volk entschuldigt hat. Und Politik ist halt immer trade-off zwischen verschiedenen Zielsetzungen, und in der Tat: niemand lebt ewig!
