Groundhopping in London (Forum)

Heidelberg, Mittwoch, 15.01.2020, 13:34 (vor 279 Tagen)
bearbeitet von City-Roller, Mittwoch, 15.01.2020, 13:46

Ich war am vergangenen Wochenende mal wieder zum Hoppen in England und konnte in drei Tagen fünf Grounds abhaken, davon vier neue. Lediglich im Craven Cottage war ich zuvor schon gewesen, aber das ist auch 22 Jahre her und seitdem hat sich sehr viel verändert. Aktuell wird dort eine neue Gegengerade gebaut, die direkt an der Themse liegt. Von der alten konnte man wunderbar hinten auf den Fluss runterschauen, was besonders dann rege genutzt wurde, wenn Oxford und Cambridge sich im Rudern duellieren.

Zu Sehen gab es am Freitag Abend Fulham U23 - Stoke U23; die Gäste gewannen in einer äußerst schwachen Partie mit 2:0. Eigentlich Wahnsinn, dass das Spiel mit 11 gegen 11 beendet wurde, alleine bei der Rudelbildung Mitte der zweiten Hälfte hätte es zwingend viermal Rot geben müssen. Schön: Eintritt nur 3 Pfund und direkt vom Flughafen zum Ground und pünktlich da!

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Am Samstag war dann Premier League angesagt und so zog es uns in den Süden der Stadt zur Partie Crystal Palace gegen Arsenal. In der ersten halben Stunde spielten nur die Gäste, führten verdient 1:0, doch dann gabs einen Bruch und danach war Palace das bessere Team. So gabs am Ende ein verdientes 1:1, Aubameyang flog vom Platz. Stimmungsmäßig war es alles in allem etwas mau, aber wenn es mal laut wurde, dann kam die geile Akustik des Kastens voll zur Geltung. Der Selhurst Park wurde übrigens vor ca. 100 Jahren vom selben Mann gestaltet wie der Craven Cottage.
Für 48 Pfund hatten wir so ziemlich die billigsten Tickets erworben (Gegengerade ziemlich weit oben) und die Sicht war katastrophal. Eigentlich hätte es ja gepasst, aber vor einigen Jahre wurde unter das Dach ein Gang eingezogen, auf dem Presse und Security untergebracht wurde. Folge: Man sieht zwar das Spielfeld, aber keinen Zentimeter mehr auf der Haupttribünenseite...

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Direkt im Anschluss ging es mit UBER weiter zum nächsten Kick: im Campus Society Stadium trafen der Tooting & Mitcham United FC und Uxbridge FC aufeinander. Obwohl die Gastgeber das Geschehen auf dem Platz beherrschten und auch einen ordentlich Support aufs Parkett legten, behielten die Gäste am Ende mit 2:1 die Oberhand. Das hat extrem viel Spaß gemacht dort; Non-League at its best! Aber halt auch ganz schön weit draußen (U-Bahn Endstation Morden und von dort aus noch ein gutes Stück mit dem Bus)...

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Danach gings ins Pub, wo wir uns mit Ollimirov (der ein oder andere hier mag ihn kennen), der direkt vom Spurs-Spiel gegen Liverpool im Dirty Dicks einfederte. Es wurde süffig. Auch ganz ohne Oettinger.

Der Sonntag ist in England größtenteils der Sunday League und den Damen vorbehalten und so gestaltete ich dann auch meine Tagesplanung. Für den Vormittag hatte ich den bereits lange gewünschten Besuch in den Hackney Marshes ins Auge gefasst und so fuhr ich mit dem Bus von der Liverpool Station raus in Richtung Olympic Park. Und ich sage Euch: das war es aber mal so was von wert! Einfach nur geil, wie da rund 80 Fußballplätze Linie an Linie liegen. Da wird Fußball noch gelebt und man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Ganz großartig!

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Danach sollte es in The Hive, das Stadion des Barnet FC gehen, in dem die Damenmannschaften von Tottenham Hotspur und West Ham United aufeinandertrafen. Das Stadion liegt eigentlich in Walking Distance zum U-Bahnhof Canons Park, aber da die Jubilee Line teilgesperrt war, musste ich anderweitig anreisen. Also wieder mit dem Bus zurück ins Zentrum, rein in die U-Bahn und mit der Northern Line bis zur Endstation Edgware und dann wieder mit dem Bus Richtung Stadion. Trotz allem war ich fünf Minuten vor Anpfiff dort und der Ground ist schon ein kleines Schmuckkästchen. The Hive schaut deutlich größer aus, hat de facto aber nur eine Kapazität von 6500. So wirklich viele Leute waren dann auch nicht da, ich tippe mal auf 500-600, die aber überraschend viel Stimmung machten. Das Spiel war mitunter auf erschreckend niedrigem Niveau - klar, wir sprechen hier eh von Frauenfußball, aber wenn das deren höchste Spielklasse ist, dann gute Nacht. Die Spurs gewannen tief in der Nachspielzeit glücklich mit 2:1, nachdem die Irons erst in der 90. Minute ausgeglichen hatten - immerhin kein 0:0.

Und dann ging das Martyrium erst so richtig los:

Während des Spiels sah man ständig U-Bahnen am Stadion vorbeifahren, was nicht nicht nur mich zur Annahme verleitete, die Teilsperrung sei aufgehoben und der Underground-Verkehr laufe wieder regulär. Also nach dem Spiel ab zu Canons Park, rein in die U-Bahn und los Richtung Zentrum. Dann die Aussage, der Zug ende in Wembley Park und ab dort fahren dann Busse. In meiner berufsjugendlichen Naivität dachte ich mir so, dass das ja an einem späten Sonntagnachmittag nicht so schlimm werden könne - aber weit gefehlt. Es konnte. Und wie. Stau vom ersten Meter an und als wir nach 1 1/2 Stunden gerade mal so die Hälfte der Strecke zur Baker Street hinter uns gebracht hatten, wurde es mir zu viel. Ich stieg aus und machte mich per pedes auf zum nächsten Bahnhof, der nicht von der Jubilee Line bedient wird. An der Maiden Vale Station gabs dann noch ein feines Thai-Abendessen und knapp vier Stunden nach Aufbruch an The Hive war ich dann endlich im Hotel nahe Liverpool Street. Oida, sowas muss man echt nicht öfter haben...

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Tags:
Reiseberichte


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