Ein anderer kehrt dafür zurück ins Rampenlicht (Forum)
Im Prinzip bestätigt Ziffzer die Vorwürfe Waggershausers.
Der Anteileverkauf war also kriminell, weil er aus einer Position der Untreue heraus begangen wurde. Klagt der Herr Ismaik jetzt? Allein mir fehlt der Glaube.
Hier die offizielle Pressemitteilung des TSV 1860 zum Anteileverkauf:
27.04.06 - 15:45 Uhr
Drohende Insolvenz abgewendet
Seit heute, 27. April 2006, gibt es nur noch einen Gesellschafter in der Allianz Arena München Stadion GmbH, nachdem der TSV 1860 München seine Anteile an den FC Bayern übertragen hat. „1860 war schon lange insolvent. Hätten wir diesen Schritt nicht getan, wäre ich ab nächsten Dienstag ins Gefängnis gewandert oder hätte Insolvenz anmelden müssen“, erklärte Dr. Stefan Ziffer, seit kurzem Vorsitzender der Geschäftsführung.
„Sechzig hat endlich die Hosen herunter gelassen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. „Dr. Ziffzer war der Erste, der Licht ins Dunkel des Tunnels gebracht hat. Jahrelang wurde uns vorgegaukelt, dass bei 1860 alles in Ordnung sei.“ Das „Desaster“ wie Rummenigge es nannte, erklärte Dr. Ziffzer so: „Die Ausgangssituation war, dass wir per 31.12.2005 ein negatives Eigenkapital von 3 Millionen hatten. Zum 31.06.2006 werden weitere 3,6 bis 3,8 Millionen Euro dazu kommen. Bei den Lizenzanträgen für die kommende Saison sind wir von zusätzlichen Verlusten in Höhe von 3 Millionen ausgegangen. Damit sind wir bei 10 Millionen, die uns fehlen“, erklärte der 54-Jährige. Die 6,5 Millionen, die am Anfang der Saison von Vermarkter IMG gekommen sind, seien längst aufgebraucht. Ebenso wie das Geld aus einem Vertrag mit der T-Com (2,5 Millionen), der bis 2008 läuft. Da weder Gebäude und Anlagen beliehen werden können und auch keine größeren Einnahmen aus Spielertransfers zu erzielen seien, blieb nur der Verkauf der Stadionanteile als letzte Möglichkeit. „Der FC Bayern hat uns die Anteile für 11 Millionen abgekauft“, führte Dr. Ziffzer weiter aus. „Wir können diese in vier Jahren zu den gleichen Bedingungen zurückkaufen plus 6,5 % Zinsen.“
Ein weiterer Vertragsinhalt ist, dass 1860 für die Business Seats ab der Saison 2008/09 nicht mehr eine Garantiesumme in Höhe von 3 Millionen Euro aufbringen muss, sondern nur noch eine Million in der 2. Bundesliga bzw. 500 000 Euro in der Regionalliga. Bis dahin wird 1860 ein Mieterlass in Höhe von 2 (2. Liga) bzw. 2,5 Millionen Euro (Regionalliga) pro Jahr eingeräumt. Dieser muss in vier Jahren zurückbezahlt werden. Die Zahlung erfolgt in drei Raten. Eine gleich, eine weitere zur kommenden Saison und die dritte zur Spielzeit 2007/08. "Die Insolvenz ist vermieden", sagte Ziffzer. „Jetzt müssen wir die nächsten 34 Tage hart daran arbeiten, dass wir die Lizenzierungsbedingungen erfüllen“, so Dr. Ziffzer.
Karl-Heinz Rummenigge wollte diesen Kauf der Stadionanteile keineswegs als Gnadenakt verstanden wissen. „Wir haben das nicht aus Eigennutz gemacht. Uns blieb nur die Wahl zwischen Pest und Cholera“, schoss er gegen den Lokalrivalen. „Wenn 1860 in Insolvenz gegangen wäre, hätten sie in Zukunft in der Bayernliga gespielt und wir hätten überhaupt keine Einnahmen mehr gehabt. Das Stadion ist auf 40 Spiele pro Saison ausgelegt.“
„Auf unseren Schultern lasten jetzt 300 Millionen Verbindlichkeiten, da wir als Alleingesellschafter natürlich auch die ganzen Schulden der Allianz Arena GmbH übernehmen mussten“, erklärte Bayern-Manager Uli Hoeneß. „Wenn es 1860 im bezahlten Fußball nicht mehr gibt, dann hätten wir in Form des Stadions einen Klotz am Bein, der auch dem FC Bayern zu schaffen machen würde.“ Weiter betonte Hoeneß: „Einem Herrn Wildmoser hätten wir diese Hilfe nicht gegeben.“ Karl Auer nahm der Bayern-Manager dagegen in Schutz. „Er ist ein guter Kerl, der mit der Materie einfach überfordert war und aus der Ära Wildmoser so viele Probleme übernommen hat, die bis heute nicht gelöst werden konnten. Stefan Reuter und Dr. Stefan Ziffzer rechtfertigen das Risiko, dass der FC Bayern mit dem Kauf der Anteile eingegangen ist.“ Ähnlich sah es Karl Hopfner, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern AG: „1860 hat uns gegenüber seinen Status offen gelegt und uns die Bücher gezeigt. Dabei kamen Verpflichtungen heraus, die aus der längeren Vergangenheit herrühren, wie zum Beispiel Spielerkäufe, an denen Sechzig bis heute noch zu zahlen hat.“
