Ganz im Gegenteil (Forum)
häufig vernebelt der beharrliche Verweis auf komplizierte "geldpolitische und volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen", die eigentliche Banalität, die dem Ganzen zu Grunde liegt. Nicht immer sind die Dinge so kompliziert, wie sie scheinen oder aus strategischem Interesse heraus gerne dargestellt werden.
Doch, durchaus. Varoufakis Bemerkung:
"In den kommenden Monaten wird sich die griechische Regierung 6,5 Milliarden Euro von der Troika (EU-Kommission, EZB, IWF, Anm.) ausborgen müssen, um der EZB Kredite zurückzuzahlen - Geld, das die EZB idiotischerweise für griechische Staatsanleihen ausgegeben hat, um Griechenland vor der Staatspleite zu bewahren. Ohne Erfolg. Das hat es in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben: dass ein souveräner Staat sich Geld von einer Zentralbank ausborgt, um der Zentralbank Geld zurückzugeben, während der Staat gleichzeitig weiterhin Schulden macht. Und das Ganze wird darüber hinaus anschließend als Sparmaßnahme verkauft",halte ich für zutreffend.
Als ich diesen Satz nach Öffnen des Links gelesen habe, musste ich schmunzeln - der ist nichts anderes als populistischer Scheissdreck, dürfte sich aber gut an den Stammtischen machen
Erinnert ein wenig an die "Deutschen Wirtschaftsnachrichten", die ich zur Erheiterung manchmal angeklickt habe. Die argumentieren mit einer ähnlich banalen Darstellungsweise. Das klingt erst mal gut und einleuchtend - lässt aber seltsamerweise alle anderen geldpolitischen und volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen weg.
Ein beliebter Trick.
Die nackte Realität sehe ich, im Gegensatz zu den Jubelmeldungen in der hiesigen Presse, in dieser (verkürzten) Feststellung: "Nur ökonomische Analphabeten können allen Ernstes glauben, dass sich die griechische Wirtschaft erholt habe."
Das sehe ich sogar ähnlich: Von einer (kompletten) Erholung Griechenlands sind wir noch weit entfernt.
Aber weder ist das Bild so schwarz wie Syriza es malt, noch ist es so weiß wie die Gegenseite es darstellt.
Wie schon geschrieben: Klappern gehört zum Geschäft.
Mit der "nackten Realität" hat das Säbelrasseln allerdings nichts zu tun.

