Baltikum-Tour 2012 ---der Bericht--- (Forum)
Am 14.07. gings los mit unserer Tour ins, oder besser gesagt, durchs Baltikum. Gefahren wurde in der Nacht vom 13. auf den 14. Für mich hat das gepasst, immerhin stand am Freitag ein Grillabend mit Kollegen an, da bin ich quasi als Fahrer für diese Nacht schon mal außen vor. Gegen 1 Uhr kamen dann meine 3 Spezl mit dem Ford Galaxy zur besagten Grillparty und luden mich als letztes von geschätzten 20 Gepäckstücken in den Karrn. Der Andy und Mathias mussten die Nacht durchfahren, weil auch der andere Mathias dem Alk zugesprochen hatte. Natürlich haben wir aber nicht in unseren Sitzen gepennt, sondern öffneten noch das ein oder andere Getränk. Dabei hat der Mathias eine volle Flasche in unser Büro geschüttet. Unser Büro war ein Karton, wo Kartenmaterial, Reiseführer, Buchungsbestätigungen usw. drin waren. Na Bravo, fangt scho gut an. Irgendwann erreichten wir dann Kolberg, was eigentlich als Ziel des ersten Tages ausgerufen wurde. Da es aber wie aus Kübeln schüttete und die Stadt und nicht besonders schön aussah, zogen wir noch ein paar Km weiter. Der Ort hieß Ustronie Morskie und schien ein typischer Urlaubsort an der Ostsee zu sein. Wir hatten ja dann auch noch 4 Motorradfahrer mit von der Partie, die aber separat fuhren und denen wir die Koordinaten vom Hotel gaben. Nach fast 900 km durch Regen waren die froh, dass wir ein ordentliches Hotel hatten. Als wir dann uns nach etwas essbaren zu suchen machten, viel mir gleich auf, dass ungefähr jeder 2. in diesem Ort ein Leiberl von Lech Posen trägt. Des kann doch kein Zufall sein, oder? Auch die Statur erinnerte an das bekannte Bild eines polnischen Hooligans, der nur schwer von russischen Kriegsverbrechern zu unterscheiden ist. Hier schien also was geboten zu sein. Wir gingen jedenfalls in ein polnisches Restaurant und aßen dort und probierten die ersten Pivos. Ab ca. 21.00 Uhr hörte man es dann aus richtung Hotel in regelmäßigen Abständen krachen. Da schien jemand Sylvesterkracher gefunden zu haben. Des kann ja eine lustige Nacht werden, dachte ich mir. Der Thomas und ich beschlossen, uns die Sache mal genauer anzusehen und flanierten dort hin, wo sich was rührte. Die anderen gingen später auch in die Richtung. Allerdings bekamen die fast Probleme mit Posner Problemfans. Wer Schuld war, weiß ich nicht. Jedenfalls sah ich mir mit dem Thomas das Spektakel in Ruhe an. Vor einer Disse standen dort jetzt so ungefähr 3-400 Posen Fans, die alle 5 Minuten Bengalos zündeten, sangen und natürlich Kracher zündeten. Polizei war zwar eine da, aber nur 3-4 Sixpacks. Auf Nachfrage wurde uns erzählt, dass die nur eingreifen, wenn sie angegriffen werden. Ansonsten lässt man die Fans von Lech gewähren. Randale gab es im weiteren Verlauf des Abends keine, soviel ich weiß. Der Grund für diesen Massenauflauf wurde uns dann auch bekannt. Lech hat am nächsten Tag ein Freundschaftsspiel gegen Cracovia Krakau und ca. 1000 Fans von Lech sollen am Vorabend insgesamt in der Stadt (oder besser Dorf) sein. Am nächsten Morgen wurde dann von den Mofafahrern alles imprägniert, weil es sah wettermäßig nicht besser aus, als am Tag zuvor. Egal, heute gings nach Danzig. Wir waren Nachmittags in Danzig und so konnte noch ein Trip in die Fußgängerone unternommen werden und die wichtigsten Sachen wurden auch angeschaut. Anschließend ging man noch ins Danziger Nachtleben, was für den ein oder anderen auch mit einem mordsdrum Saurausch in der Fotzn endete. Schee wars auf jeden Fall. Mein Zimmerkollege war in der Früh noch so schlecht beinand, dass er spontan die Kloschüssel umarmte und sich die Getränke des Vorabends noch einmal durch den Kopf gehen ließ. 5 Minuten später saß er am Frühstückstisch und aß Fischsalat, respekt!
Weiter gings in Richtung Bischofsburg, wo ich einen Bauern kenne, auf dessen Hof wir übernachteten. Zwischendrin sahen wir uns die Marienburg an. Allerdings nur von außen, denn wir hatten eh nicht viel Zeit und die 12 € Eintritt waren uns dann ehrlich gesagt zuviel. Auf dem Hof wurde dann erstmal im See gebadet und dann vorzüglich dinniert. Auch ein paar Flaschen vom Zubrowka Bisongraswodka floßen unsere Kehlen hinab. Der Bauer Paul ist in 5. Generation auf dem Hof und natürlich ein Deutscher. Er hat 1990 oder 1991 den allerersten Verein einer deutschen Minderheit in Ostpreußen gegründet und seine Tochter war einige Jahre Vorsitzende vom Gesamtverein der deutschen Minderheit in Ostpreußen. Nachdem der Paul vom 2. Weltkrieg an alles mitgemacht hat, konnte der natürlich viel erzählen. Diesmal also Geschichtsstunde für alle. Über die Geschichte in Pommern, Schlesien und Ost- bzw. Westpreußen ist bei uns ja leider nicht sehr viel bekannt. Am Tag darauf war endlich mal schönes Wetter, weshalb wir bis Mittag noch auf dem Hof blieben. Im Nachhinein ein Fehler....dazu im 2. Teil mehr
