Nochmal zu 50+1 und Kartellamt (Forum)

harie (ohne R), Samstag, 05.06.2021, 11:14 (vor 14 Tagen) @ hjs nixverstan

Das wurde ja in den Medien - zumindest in meiner Bubble - als Sieg der Traditionalisten verkauft, wenn auch noch nicht als endgültiger. Und als potenzieller Killer für Leverkusen, Hoffenheim und so. Das ist aber doch nur die eine Sichtweise der Stellungnahme. Da steht doch im Wesentlichen drin, dass zwar 50+1 an sich nicht verboten ist, aber auch, dass es nicht so bleiben kann wie im Moment, weil es nicht gleichmäßig angewendet wird. DAs kann aber doch nun in zwei Richtungen verändert werden: Entweder es wird konsequenter gemacht, dann müssen sich die Bayers und VWs (und evtl. doch RedBulls) anpassen. Oder aber es wird ganz abgeräumt. Bei der Schlappschwanzigkeit des DFB, zumal beim aktuellen Personalchaos dort und den engen Kontakten von Bayer (Holzhäuser) und VW (Sponsoring Nationalmannschaft) zur Schneise liegt das für mich näher als ein strenger DFB.

Und dann geht mir noch die Rechtsfigur des Bestands- oder Vertrauensschutz nicht ein. Wer wird geschützt? Bayer, weil es halt auf Basis des Status Quo dem Völler die Millionen rüberschiebt? Oder wird geschützt, dass die Mitgileder eines Giesinger Möchtegerneliteclubs nur unter der Bedingung 50+1 Hasan haben einsteigen lassen?

Ja man kann es so oder so lesen.
Ich lese es so dass das Kartellamt 50+1 nicht grundsätzlich anmahnt. Sondern die schwammigen Formulierungen und Auslegungsmöglichkeiten.

Was ist zum Beispiel eine "erhebliche Förderung des Fußballs im Mutterverein"?
"erheblich" ist da eben wenig konkret und das war/ist z.B. auch der Knackpunkt beim H96 und Kind.

Hier muss der DFB entsprechend nachbessern um für Alle die gleichen Bedingungen zu schaffen. Z.B. einen bestimmten %-Satz des Jahresbudgets der im Mutterverein für den Fußballsport aufgewendet wird. Natürlich auch mit entsprechenden Regelungen um zu verhindern dass diese Gelder auf anderem Wege wieder zurück an die Investoren fließen. Etwa über Tochtergesellschaften, Transferbeteiligungen, Vegütungen etc...
Der DFB hat da schon ein wenig Arbeit bekommen.

Daraus ergibt sich, dass wirkliche Werksklubs keine Probleme mit dem jeweiligen Nachweis der erheblichen Förderung haben dürften.
Es ergibt sich daraus natürlich auch die Möglichkeit dass der DFB sich da keine große Arbeit mehr machen will und 50+1 einfach streicht.
Wie Verein wie der BvB oder FCB aber beweisen ist hochklassiger Fußball auch mit 50+1 möglich. Die Frage ist dabei die Gewichtung de rWEttbewerbe und wenn ma nden deutschen Klubs glauben darf, dann ist die nationale Meisterschaft nach wie vor die oberste Proirität und die weiteren Titel wie CL/EL Weltpokal etc. sind halt das Sahnehäubchen.

Der Eintsieg selbst war bei 1860 nicht unter der Bedingung 50+1.
Wäre es das gewesen, dann hätte es völlig ausgereicht im Kooperationsvertrag zu verankern, dass sich die Parteien an diese Regel halten werden. Eine Automatik zur Übernahme der GF-GmbH für ein Butterbrot bereits im Fall von Ausnahmen/Erleichterungen(z.B. 20 Jahresregel) bei 50+1 wäre dann absolut überflüssig. Damit ist klar. Hätte es 50+1 damals nicht gegeben, hätte man schon 2011 HI die Mehrheit an der GF-GmbH gegeben.

Allerdings hätte die KGaA aber vermutlich bereits mehrfach den Besitzer gewechselt.
Und wer weiß, vielleicht wären wir ohne 50+1 immer noch in der 1. Liga, im Europacup und im eigenen Stadion. Ohne 50+1 wäre die KGaA möglicherweise schon bei Gründung ganz anders aufgestllt gewesen. Wie auch immer. Jetzt ist 50+1 der letzte Strohhalm statt die Chance für 60 ;)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum
Follow @loewenbar