der Versuch einer Denkanregung: ... (Forum)

ex-mitglied, Dienstag, 12.05.2020, 16:38 (vor 13 Tagen) @ Schindluderei

Die große Falle in dieser Diskussion ist es, Menschen und ihre Situation in geistige Schubladen zu packen.
Bei Palmer wird jeder über 80 dadurch in eine Schublade gesteckt, daß er eben über 80 ist.
Genauso wird jeder Covid-Tote auf den Umstand reduziert, dass er eben ein Covid-Toter ist.
Die dahinter stehenden menschlichen Einzel-Schicksale werden zum Zwecke der einfacheren Diskussion einfach ausgeblendet und man kann dann mit mathematisch-statistischen Überlegungen einige tolle Erkenntnisse postulieren.
Ist übrigens am Ende nichts anderes als Rassismus: die Neger, die Franzosen, der Tscheche...die Frauen usw., usw...

Nochmal andersrum ausgedrückt: Wieviele - von ihren kleinen Schratzen in der Quarantäne geplagte Väter und Mütter wiegen einen einzigen in todesängstlicher Atemnot auf dem Bauch liegenden Patienten auf? Gibts dafür eine seelische Währung, auf die man sich gesellschaftlich einigen sollte? Ist - wenn man das wirklich tut - die Ökonomisierung der Gesellschaft bereits soweit, dass es sowieso dann das allerbeste wäre, uns alle dem Diktat der KI zu unterstellen und das Weiterleben der Spezies Mensch als in ca. 20 -30 Jahren von passenden Robotern gehütete Schafherde zu planen?

All den grade so naßforschen Wirtschaftsliberalen sei in Gesicht geschmissen: Ich pfeif auf Eure Freiheit der Wirtschaft, wenn sie mich am Ende auf ein Alter, einen Zustand oder eine Eigenschaft reduziert. Es gibt 80-Jährige, die mehr in der Birne haben als 50 Jung-FDP-ler auf einem Haufen! Es gibt schwerkranke Covid-Patienten, deren Lebensleistung und soziales Wirken mehr bewirkt hat, als der wagemutige ADAC-Pannenhelfer, der schon 20 SUV-Kampfmammis den Anlasserknopf gezeigt hat.

Prost und auf eine endlich friedliche Wiesn ohne Oktoberfest!

:-D


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