ich finde die Diskussion teilweise etwas überkritisch (Forum)
Wenn wir unser kapitalistisches Gesellschaftssystem grundsätzlich hinterfragen und radikal umkrempeln bin ich sofort dabei.
In der aktuelles Situation jetzt vom Verein bzw. der Spielbetriebs-GmbH auch noch zu verlangen sich komplett als Gegenpol zum turbokapitalistischen Fußballsystem zu positionieren halte ich einfach für zu viel verlangt. Das Präsidium hat gerade wichtige und durchaus schwerwiegende Entscheidungen getroffen - keiner wusste, ob das alles funktioniert und ob überhaupt weiterhin so viele Karten abgesetzt werden können. Es war auch das Ziel das NLZ zu erhalten und einen Staff, der einen Spielbetrieb mit jetzt regelmäßig 15.000 Zuschauern stemmen kann (da hinkt doch jeder Vergleich zu einem anderen Regionalligaverein in Bayern) Keiner wusste genau wie die Sponsoren , die Stadt usw. reagieren... Was wir wirklich an Einnahmen und Kosten haben werden
Ticketpreise:
In dieser Zeit der juristischen und finanziellen Ungewissheit jetzt auch noch an der Einnahmenseite - sprich den Eintrittskartenpreisen groß zu schrauben wäre schon sehr mutig gewesen. Ich versteh dass man das nicht in großem Stil gemacht hat.
Trikots und Jogginganzug
Wer Societas nicht mag und wem das zu teuer ist (z.B. mir) der solls halt einfach nicht kaufen. Der Verein wird trotzdem genug verdienen und das Geld auch brauchen können. Vor allem wenn's nicht bei einer Regionalligasaison bleibt. Gibt aber eben auch genug andere Möglichkeiten sich mit geilen Fanartikeln zu okayen Preisen einzudecken.
Football for the People
Ich kann daran nichts falsches entdecken - auch nicht wenn es overhyped sein sollte. Die Message kann gar nicht genug Leute erreichen - und wenns von 1000 nur einen zum Nachdenken bringt, ist schon was gewonnen. Meinem Sohn z.B. hat es auf jeden Fall nochmal eine breitere Brust gegeben, seinen Freunden zu erklären, warum sechzig einfach geil ist.
Versteht mich nicht falsch, es ist immer sinnvoll das tun der Verantwortlich aufmerksam und kritisch zu verfolgen. Niemand hat das schmerzlicher erfahren als wir in den letzten Jahrzehnten.
Aber aktuell kommt es mit so vor, als ob man - trotzt der großen und wichtigen Schritte die wir machen - alle Probleme sofort gelöst haben will bzw. sich halt einen TSV 1860 vorstellt, der allen Regeln des kapitalistischen Fußballmarktes trotzt.
Und nein: Ich sehe keine Heilande in handelnden Personen - genau aus dem Grund gebe ich ihnen auch Zeit, Dinge erst verzögert anzugehen. Weils nur Menschen (bzw. Löwen) sind. Und ich kann auch akzeptieren, wenn nicht alles zu 100% so läuft wie ich es gut finde. Die "roten" Linien werden wir Mitglieder und die Verantwortlichen immer wieder diskutieren und verhandeln müssen - im dauerhaften Diskurs und auf den Mitgliederversammlungen, so wie es sich gehört.
