1860 plant spannendstes Stadionprojekt Deutschland (Forum)
GROUNDED: Das Grünwalder Stadion steht möglicherweise vor der größten Veränderung seiner Geschichte. Der TSV 1860 München will seine Heimat in Giesing langfristig wieder selbst betreiben und aus dem traditionsreichen Stadion ein modernes Stadtstadion für bis zu 27.000 Zuschauer machen.
Das spannendste an dem Projekt ist in meinen Augen eigentlich nur die Finanzierung und damit die Umsetzung.
Wie Rainer schreibt, hatten wir die einzelnen Punkte alle bereits auf dem Schirm, bzw. waren alle Bestandteil
etlicher Stadionideen. Spannend sind also nicht die Ideen an sich, sondern eher, ob es die aktuell Verantwortlichen
schaffen diese umzusetzen.
Keine Ahnung wie belastbar die Aussagen im Video sind, aber sie klangen alle gut recherchiert. Daher nehme ich sie jetzt einfach als Ansatz:
20 Logen sollen über etliche Jahre im Voraus verkauft werden, um aktuell das Stadion zu finanzieren?
Sorry…? Hat uns das nicht die letzten 30 Jahre permanent das Kreuz gebrochen? Immer erst verkaufen, und dann nachhecheln.
2000 BS. War das nicht die Zahl, die wir bzgl. nicht verkaufter Essen nicht mal in der zweiten Liga der AA erreicht hatten? Und die Kunden der BS waren sicherlich keine AA-Verweigerer oder e.V. Fetischisten, die nur darauf gewartet haben, dass der e.V. das Ruder übernimmt. Also wo kommen die her. Auch wenn Hr. Lechner nicht mit kompletter Auslastung rechnet, frage ich mich woher in der aktuellen Spielklasse nur ansatzweise die Mengen generiert werden sollen.
Das gleiche gilt für die reine Anzahl der Logen. 20 Stück? Bis wann will die Spielbetriebs-GmbH so oft aufgestiegen sein, bis sich daran denken lässt, diese komplett zu verkaufen.
Interessant ist auch, dass wir anscheinend keine Verteuerung der Baukosten einplanen. Schön für uns, ob es realistisch ist, werden wir sehen.
40 Millionen Land. Ehrlich, keine Ahnung.
40 Millionen Stadt? Olympia? ...wie das mit dem Zeitplan funktionieren soll, weiß ich nicht. 2029 entscheidet das IOC, und 2030 wollen wir einziehen. Und wenn es um die sowieso entstehenden Sanierungskosten für die Stadt geht. Die gibt es, wenn überhaupt nur wenn das Stadion weiterhin für Amateursport offen bleibt. D.h. auch im blöden Fall für die Roten in der Regionalliga. Anders kann ich mir nicht vorstellen, dass die Stadt für eine professionelle Spielbetriebs-GmbH diese Menge an Steuergelder in die Hand nimmt. Wie gesagt, das große Pfund für die Stadt ist eigentlich, dass sie keine finanziellen Belastungen mehr hätten, wenn wir auf Erbpacht übernehmen.
Resumee: Kommen wir zum durchaus positiven Ansatz, angeblich keine Investoren zu integrieren. Nur wer soll das den Handelnden abnehmen? Natürlich muss man abwarten wie sich die einzelnen Verantwortlichen positionieren. Aber so richtig als Investorengegner sind mir die meisten davon in den letzten Jahren nicht aufgefallen. Klar wird man solche Projekte vielleicht nur mit einer gewissen Euphorie und den nötigen Marketingstellschrauben umsetzen können. Nur gar so unbedarft an die Finanzierung zu gehen, wie es tatsächlich den Eindruck hat, ist halt schwer zu verstehen. Wir haben halt nur 1 Sechzger Stadion. Daher sollten wir schon einigermaßen vorsichtig sein. Verheben wir uns mit dem aktuellen Versuch, könnte das auch schwerwiegende Folgen haben. Und auch wenn das nur ein Gefühl ist. Aber der Eindruck entseht, dass wir eventuell erneut den zweiten vor den ersten Schritt machen, und wir mit den Belastungen und den Ansprüchen der Realität vielleicht wieder nur hinterher hecheln, wie wir das aus den letzten 2 Jahrzehnten ja gewohnt waren.
Grundsätzlich freue ich mich natürlich, wenn wir endlich zu einer vernünftigen Lösung kommen. Auch wenn ich persönlich einen entsprechenden Kommerzklotz in diesen Ausmaßen nicht bräuchte. Ob wir es als Verein brauchen, wird die Zukunft zeigen. Besonders wie wir uns in diesem Bereich aufstellen, um das ganze Konstrukt auch mit den entsprechenden Inhalten zu füllen. Sei es die Verantwortung für das Viertel, für die Fans und das Miteinander, und die generelle Ausrichtung der Spielbetriebs-GmbH.
Sorry für den Sermon.
