Eine 3. Liga mit 22 Teams und 5 Fix-Absteigern ist halt völliger Irrsinn. Diese Liga ist ohnehin chronisch unterfinanziert und für die meisten Vereine kaum bezahlbar. Wenn man dann noch vier Spiele und einen Absteiger mit drauf packt, führt das zwangsläufig zu noch mehr Clubs, die sich beim Versuch, irgendwie die Klasse zu halten, finanziell komplett übernehmen.
Fünf Fix-Abstiger in einer 22er-Liga wären umgerechnet auf eine 18er-Liga übrigens vier Fix-Absteiger, statt aktuell zwei. Über so ein Modell würde sich in der 1. oder 2. BL niemand auch nur drüber nachdenken trauen.
Ganz abgesehen davon hat die 3. Liga ja vor längerer Zeit einem vierten Fix-Absteiger überhaupt nur zustimmt, weil die Regionalligen im Gegenzug eine Lösung für die "Meister-müssen-aufsteigen"-Problematik finden wollten. Das scheitert nun seit Jahren an der Machtgeilheit irgendwelcher depperter Provinzfürsten, den vierten Absteiger aus Liga 3 gibt's aber immer noch.
Gab es eigentlich das "Meister müssen aufsteigen"-Argument auch in den 80er Jahren, als 8 Oberligen der Unterbau von für eine eingleisige 2. Liga war und in zwei nach Nord und Süd getrennten Aufstiegsrunden 4 Aufsteiger ermittelt wurden ? Wir waren ja bekanntlich mehrmals dabei, aber an eine Genöle wie heute, dass es ungerecht sein, wenn Meister nicht aufsteigen, kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern.
Deswegen glaube ich, dass entscheidende Problem ist gar nicht unbedingt, das ein Meister möglicherweise nicht aufsteigt. Das Problem ist vielmehr, dass bei 5 Meistern genau einer in die Röhre schaut, und zwar aus einer Mischung aus sportlichen Kriterien (Relegationsspiele) und willkürlichen Kriterien (Rotationsprinzip für den direkten Aufsteiger aus den Regionalliegen Nord, Nordost und Bayern).
Gäbe es 8 Regionalliegen mit 4 Aufsteigern und einer Aufstiegsrunde, in der alle Meister gleich Chancen haben, wäre das für mich auch eine sportlich gerechte Lösung.
Wenn man es genau nimmt, ist die Zahl der Regionalligen 5 zusammen mit der uneinheitlichen Gebietsgröße der Regionalligastaffeln das eigentliche Problem für die blöde Situation an der Schnittstelle zwischen der 3. Liga und den Regionalligen. ("Gebietsgröße" bezieht sich dabei nicht auf die Flächen der zu den Staffeln gehörenden Regionen, sondern auf die Gesamtzahl der Fußballvereine, die den Staffeln mit ihren Unterbau zugeordnet werden können).
Insofern bin ich bei dir. Es wäre maximal unfair, wenn das Problem, dass die Regionalverbände erzeugt haben, auf Kosten der Teilnehmer der 3. Liga durch eine übergroße Anzahl von Absteigern gelöst werden würde.