Auch die Stuttgarter Kickers verloren ihr Logo (Forum)

Theo Ost formerly known as Theo West, Friday, 17.07.2026, 18:45 (vor 1 Tag, 4 Stunden, 34 Min.)

Auch von der KI.
Und wie sagt man in Bayern: Ein Fuchs, der im eigenen Bau stiehlt, taugt nichts.
Logo wurde von einem Mitglied der Handballabteilung als Wort und Bildmarke angemeldet.

Die Markenrechte am traditionellen Wappen der Stuttgarter Kickers wurden im Jahr 2005 durch die Ausgliederung der Handballabteilung unter dem Stuttgarter Immobilien-Unternehmer Jürgen Hollenbach gesichert. Der Vorfall führte zu einem jahrelangen rechtlichen Schwebezustand für den gesamten Sportverein.

Hier ist die genaue Geschichte rund um das Logo-Drama und die treibenden Personen, aufgeteilt in die einzelnen Phasen:
Das bürokratische Eigentor: Wie das Logo verloren ging

Das traditionelle Wappen mit dem markanten, blauen Kickers-„K“ und den drei Sternen ist seit 1922 das Herzstück des Vereins. Doch im Jahr 2005 beging die Führung des Hauptvereins (SV Stuttgarter Kickers e. V.) einen folgenschweren Fehler: Sie versäumte es, die Markenrechte für das historische Emblem rechtzeitig und lückenlos beim Patentamt zu schützen. Zur exakt gleichen Zeit wurde die Handballabteilung aus dem Hauptverein ausgegliedert und als rechtlich eigenständiger Verein unter dem Namen HV Stuttgarter Kickers neu gegründet.

Der Mensch hinter dem Schutz: Jürgen Hollenbach
Kopf, Präsident und zugleich wichtigster Hauptsponsor dieses neuen, eigenständigen Handballvereins war der bekannte Stuttgarter Immobilien-Unternehmer Jürgen Hollenbach. Er erkannte die rechtliche Lücke sofort. Hollenbach ließ das traditionelle Kickers-Wappen im Jahr 2005 kurzerhand auf seinen neuen Handballclub beim Deutschen Patent- und Markenamt eintragen.
Sein Ziel war es, dem neu gegründeten Handballverein durch das weltbekannte Logo sofort Identität, Tradition und maximale wirtschaftliche Attraktivität für Sponsoren zu verleihen. Für den traditionsreichen Fußball-Stammverein bedeutete Hollenbachs cleverer, aber rücksichtsloser Schachzug jedoch ein Desaster: Sie hatten fortan keine rechtliche Hoheit mehr über ihr eigenes, historisches Vereinswappen.

Der bittere Schwebezustand auf der Waldau
Zwischen 2005 und 2012 herrschte bei den Stuttgarter Kickers in Degerloch pure Verunsicherung. Obwohl die Fußballer das Logo auf ihren Trikots trugen, taten sie dies rechtlich gesehen nur, weil der Handballverein von Jürgen Hollenbach die Nutzung stillschweigend duldete. Der Stammverein saß auf einem Pulverfass: Hätte Hollenbachs Club die Nutzung untersagt oder die Rechte an fremde Dritte weiterverkauft, hätten die Fußballer ihr traditionelles „K“ auf einen Schlag komplett ablegen müssen.

Die Pleite und der günstige Rückkauf
Das Blatt wendete sich im Sommer 2012, als der Handballverein von Jürgen Hollenbach in massive finanzielle Schieflage geriet. Die ehrgeizigen Pläne des Unternehmers scheiterten, der Spielbetrieb in der 3. Liga musste aufgrund akuter Zahlungsunfähigkeit eingestellt werden und der HV Stuttgarter Kickers meldete Insolvenz an.
Für den Fußball-Stammverein war dies die historische Rettungschance. Aus der Insolvenzmasse des Hollenbach-Vereins konnte der SV Stuttgarter Kickers die Markenrechte am 28. Dezember 2012 offiziell zurückerwerben. Der Kaufpreis lag im unteren fünfstelligen Bereich (etwa 10.000 bis 15.000 Euro). Seit Januar 2013 ist das ikonische Wappen wieder rechtssicher im alleinigen Besitz des Stammvereins.


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