Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen? (Forum)

tomtom, Friday, 23.01.2026, 09:49 (vor 34 Tagen)

Zuletzt war er hier in der Bar unter der Überschrift „Martin Hagen klaut Zaunfahne“ aufgetaucht. Jetzt ist die Institution für die er als Geschäftsführer fungiert im aktuellen „Spiegel“ [leider €]: Diese rechte Denkfabrik bekommt Steuergelder – jetzt gibt es juristische Bedenken – Kritiker werfen der Denkfabrik Republik21 vor, die Öffnung der Union zur AfD zu betreiben. Dennoch wird der Verein mit Staatsgeld gefördert. Nun stellt ein neues Gutachten das infrage.

Autor Philipp Wittrock erwähnte in einem früheren Artikel [€] vor Weihnachten auch, dass ein besonders kompetenter Politiker da seine Finger im Spiel hatte: „Die Denkfabrik R21 steht im Verdacht, Kontakte zwischen Union und AfD vorzubereiten. Nun wird sie mit Steuermillionen gefördert, auf Betreiben von Jens Spahn“.

Ob die Denkfabrik weiter unterstützt wird („Die Förderung ist auf vier Jahre angesetzt, bis 2029 stehen damit insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung.“), muss politisch entschieden werden. Ich schätze mal, dass es weitergeht, da hätte ich mir aber vom „Spiegel“ auch eine entsprechende Einordnung gewünscht, wie es weitergehen könnte.

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

hjs hmmm, Friday, 23.01.2026, 12:32 (vor 34 Tagen) @ tomtom

Ich mochte den immer so als Typ, wenn auch nicht politisch.

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

tomtom, Friday, 23.01.2026, 13:58 (vor 34 Tagen) @ hjs hmmm

Ich hatte mit ihm mal beruflich vor einigen Jahren zu tun und schätzte ihn trotz seiner Parteienzugehörigkeit als klugen Kopf, ebenso hinterließ er vor einigen Jahren bei einer Löwen-Mitgliederversammlung (noch vor der Pandemie) einen vernünftigen Eindruck und war sehr redegewandt. Aber spätestens um 2024 vollzog er dann einen Rechts-/Kulturkampf-Schwenk, indem er als Geschäftsführer bei Republik21 anheuerte.

Ich mochte den immer so als Typ, wenn auch nicht politisch.

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

United Sixties, Friday, 23.01.2026, 14:19 (vor 34 Tagen) @ tomtom

…ja schon oft merkwürdig zu beobachten, wer nach der Merkel-Ära so alles dem Rechtsruck verfällt oder Berufspolitisch mehr Erfolgschancen erkennt. Und traurig zugleich, befremdlich unter Löwen genau wie jede Art von Radikalismus.

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

Kraiburger, Friday, 23.01.2026, 16:38 (vor 34 Tagen) @ tomtom

Oida. Was bitte geht in so einem Kopf vor, wenn du nur Politik drin hattest und sonst nix gelernt hast? Warum bitte macht man so einen Scheiß?

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

domlöwe, Friday, 23.01.2026, 23:46 (vor 33 Tagen) @ tomtom

Nachdem Martin Hagen nach dem Wiedereinzug der FDP in den Bayerischen Landtag Fraktionsvorsitzender wurde, fiel er mir durch einige intelligente Statements in den Medien und gute Redebeiträge im Landtag auf. Ich rechnete ihn damals einer Gruppe junger progressiver FDP-Politiker zu, zu der auch Lukas Köhler, Johannes Vogel, Konstantin Kuhle und Ria Schröder gehörten, in die ich große Hoffnungen setzte. Seit seinem gutem Redebeitrag bei der Mitgliederversammlung von 1860 im Jahr 2018 verfolge ich sein Facebook-Profil. Das erste Mal negativ fiel er auf, als er 2020 die Wahl Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten frohlockend kommentiert hat, wobei er dann sehr schnell wieder zurückgerudert ist, nachdem die Bundesspitze der FDP sich vom Handeln der Thüringer Landtagsabgeordneten ihrer Partei distanziert hat.
In den Jahren danach nahm ich war, dass er mit größtmöglicher Flexibilität zwischen dem progressiven FDP-Flügel und rechten FDP-Flügel hin- und her turnte, je nach dem, wo es seiner Ansicht nach mehr zu holen gab. Beim Wahlkampf zur Landtagswahl grenzte er sich deutlich von der Ampel ab. betrieb er intensives Grünen-Bashing. Beim Wettbewerb der Parteien in Sachen Grünen-Bashing wurde die FDP allerdings nur vierter Sieger hinter CSU, FW und AFD, so dass die FDP mit 3% hochkantig aus den Landtag geflogen ist. Danach ist er endgültig rechts abgebogen und bei dieser "Denkfabrik 21" gelandet.
Auch bei 1860 ist er mittlerweile vom investorkritische Lager ins investorenfreundliche Lager gewechselt.

Ich habe den Eindruck, dass die Schlappe bei der Landtagswahl 2023 ihn verbittert hat und diese Verbitterung zur Selbstradikalisierung geführt hat.

Mich würde interessieren, wie der Lippstädter die Entwicklung von Martin Hagen in den letzten 7 Jahren beurteilt. Hat jemand aus dem Forum noch Kontakt zu ihm ?

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

tomtom, Saturday, 24.01.2026, 07:49 (vor 33 Tagen) @ domlöwe

Sehr schöne, weil persönlich erlebte Analyse, erwähnen würde ich auch noch, dass Martin Hagen zuletzt 2020 an Krebs erkrankt war, da hat er sich offenbar wieder rausgekämpft. Quelle: „Abendzeitung“. Interessant ist im Kontext auch dieser „SZ“-Artikel [€] von Gerhard Fischer in der „SZ“ vom 14.11.2021: „Martin Hagen, der Chef der FDP in Bayern, hat bereits zwei Krebserkrankungen hinter sich und einen langen Weg zum Familienglück. Das hat auch Einfluss auf seine politischen Entscheidungen gehabt“ – die Überschrift ist ein Zitat: „Ich weiß, was im Leben wichtig ist und was nicht“.

Nachdem Martin Hagen nach dem Wiedereinzug der FDP in den Bayerischen Landtag Fraktionsvorsitzender wurde, fiel er mir durch einige intelligente Statements in den Medien und gute Redebeiträge im Landtag auf. Ich rechnete ihn damals einer Gruppe junger progressiver FDP-Politiker zu, zu der auch Lukas Köhler, Johannes Vogel, Konstantin Kuhle und Ria Schröder gehörten, in die ich große Hoffnungen setzte. Seit seinem gutem Redebeitrag bei der Mitgliederversammlung von 1860 im Jahr 2018 verfolge ich sein Facebook-Profil. Das erste Mal negativ fiel er auf, als er 2020 die Wahl Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten frohlockend kommentiert hat, wobei er dann sehr schnell wieder zurückgerudert ist, nachdem die Bundesspitze der FDP sich vom Handeln der Thüringer Landtagsabgeordneten ihrer Partei distanziert hat.
In den Jahren danach nahm ich war, dass er mit größtmöglicher Flexibilität zwischen dem progressiven FDP-Flügel und rechten FDP-Flügel hin- und her turnte, je nach dem, wo es seiner Ansicht nach mehr zu holen gab. Beim Wahlkampf zur Landtagswahl grenzte er sich deutlich von der Ampel ab. betrieb er intensives Grünen-Bashing. Beim Wettbewerb der Parteien in Sachen Grünen-Bashing wurde die FDP allerdings nur vierter Sieger hinter CSU, FW und AFD, so dass die FDP mit 3% hochkantig aus den Landtag geflogen ist. Danach ist er endgültig rechts abgebogen und bei dieser "Denkfabrik 21" gelandet.
Auch bei 1860 ist er mittlerweile vom investorkritische Lager ins investorenfreundliche Lager gewechselt.

Ich habe den Eindruck, dass die Schlappe bei der Landtagswahl 2023 ihn verbittert hat und diese Verbitterung zur Selbstradikalisierung geführt hat.

Mich würde interessieren, wie der Lippstädter die Entwicklung von Martin Hagen in den letzten 7 Jahren beurteilt. Hat jemand aus dem Forum noch Kontakt zu ihm ?

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

Romirei, Saturday, 24.01.2026, 10:26 (vor 33 Tagen) @ domlöwe


Auch bei 1860 ist er mittlerweile vom investorkritische Lager ins investorenfreundliche Lager gewechselt.

Diese Diskussion hier um und über Martin ist mal wieder typisch 60…

Martin war Anfangs Teil des BZ Rund um Martin Gräfer, aber nicht weil er Investornah wurde, sondern
er glaubte etwas verändern zu können, er verließ dann das BZ auch wieder recht schnell.

Auch sein Auftritt im Kino am Sendlinger Tor, ist für mich eher Ausdruck seiner (naiven) Meinung, nur
im Diskurs kann man andere Überzeugen, als ein Bekenntnis zu HI.

Ich hatte das letzte Mal im Februar/März 25 ein Gespräch mit ihm und er war einer der Wenigen, die
auch meine Sicht der Dinge hören wollte um sich eine eigene Meinung bilden zu können.
Diese Einstellung schätze ich sehr, inwieweit er sich jetzt politisch „verirrt“ hat kann und will ich nicht
beurteilen, sein Engagement bei der „Denkfabrik“ reicht mir auf alle Fälle nicht aus, um ihm gegenüber den
Stab zu brechen.

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

domlöwe, Saturday, 24.01.2026, 14:30 (vor 33 Tagen) @ Romirei


Auch bei 1860 ist er mittlerweile vom investorkritische Lager ins investorenfreundliche Lager gewechselt.


Diese Diskussion hier um und über Martin ist mal wieder typisch 60…

Martin war Anfangs Teil des BZ Rund um Martin Gräfer, aber nicht weil er Investornah wurde, sondern
er glaubte etwas verändern zu können, er verließ dann das BZ auch wieder recht schnell.

Auch sein Auftritt im Kino am Sendlinger Tor, ist für mich eher Ausdruck seiner (naiven) Meinung, nur
im Diskurs kann man andere Überzeugen, als ein Bekenntnis zu HI.

Ich hatte das letzte Mal im Februar/März 25 ein Gespräch mit ihm und er war einer der Wenigen, die
auch meine Sicht der Dinge hören wollte um sich eine eigene Meinung bilden zu können.
Diese Einstellung schätze ich sehr, inwieweit er sich jetzt politisch „verirrt“ hat kann und will ich nicht
beurteilen, sein Engagement bei der „Denkfabrik“ reicht mir auf alle Fälle nicht aus, um ihm gegenüber den
Stab zu brechen.

Ich gebe zu, der Satz, den du von mir zitiert hast, ist arg unterkomplex, genauso wie die ganze "Lagertheorie" bei Sechzig unterkomplex ist, wenn man einfach nur von zwei Lagern spricht.

Die Diskussion über Martin Hagen hatte ich auch mit einem langjähriger FDPler, der in der Vergangenheit schon für die FDP für den Bundestag kandidiert hat und vor gut einem Jahr aus der Partei ausgetreteten ist. Der beurteilt die Entwicklung bei Hagen sehr ähnlich wie ich. Er hat es so formuliert, dass Hagen bei 1860 die gleiche große inhaltliche Flexibilität gezeigt hat wie in der Politik. Das ist sicher die bessere Formulierung.

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

laimerloewe (c), Monday, 26.01.2026, 08:34 (vor 31 Tagen) @ tomtom

ich finde ja interessant, wie er diesen job mit seiner mitgliedschaft in der fdp vereinbaren kann. und wie diese ihn wiederum für zwei konkurrierende parteinen arbeiten lässt.

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

tomtom, Monday, 26.01.2026, 08:56 (vor 31 Tagen) @ laimerloewe (c)

Naja, da gab es wohl immer schon rechte Flügel, mir ist da noch der Name Alexander von Stahl aus den 1990er Jahren geläufig. Ich glaub, die FDP ist heutzutage über jedes Mitglied froh.

ich finde ja interessant, wie er diesen job mit seiner mitgliedschaft in der fdp vereinbaren kann. und wie diese ihn wiederum für zwei konkurrierende parteinen arbeiten lässt.

Erinnert sich noch jemand an Martin Hagen?

laimerloewe (c), Monday, 26.01.2026, 09:21 (vor 31 Tagen) @ tomtom

ja, das weiß ich auch noch. aber ich finde es trotzdem interessant, dass da jemand aus einer partei an einem projekt arbeitet, dessen früchte andere partienen ernten sollen.

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