Luxl und die Liebe
Heidelberg, Friday, 16.08.2024, 10:37 (vor 560 Tagen) @ candid road
Hardy Grüne ist einfach super.
Luxl und die Liebe
tomtom, Friday, 16.08.2024, 10:59 (vor 560 Tagen) @ candid road
Übles Klick-Baiting welches Du da betreibst: Ich vermutete jetzt exklusive Rotlichtstories des Luxels!
Nein, Spaß beiseite, guter Tipp! Ich nehme mal an, dass es ein gradioses Werk ist, allein aus der Inhahltsangabe meine ich das rauszulesen. Bin schon mal gespannt auf die Rezension unseres Luxels (wird's doch geben), wenngleich der sicherlich auch darin vorkommt (Kapitel Fankultur). Autor Hardy Grüne ist schon ein Qualitätsversprechen für sich (es gibt ja auch andere, die bsspw. damit werben, dass sie sich über 35 Jahre mit einem Verein beruflich beschäftigen und deswegen gefälligst als Koryphäe zu betrachten seien ...).
Der Preis von rund 40 Euro ist auch völlig okay, ich werde mir indes gleich ein anderes, genauso hochwertiges Werk im Städtle kaufen (hoffentlich hat es dieser Thalia-Bums auch im Sortiment).
Luxl und die Liebe
Der Preis von rund 40 Euro ist auch völlig okay, ich werde mir indes gleich ein anderes, genauso hochwertiges Werk im Städtle kaufen (hoffentlich hat es dieser Thalia-Bums auch im Sortiment).
Sag bitte Bescheid wie Dir das Buch gefallen hat.
Luxl und die Liebe
tomtom, Friday, 16.08.2024, 20:29 (vor 560 Tagen) @ Herbert
bearbeitet von tomtom, Friday, 16.08.2024, 20:43
Schön, dass Du Dich für dieses Buch interessierst, ich konnte nach dem Kauf nur mal eine Stunde reinblättern, aber ich kann schon jetzt sagen, dass es mir vollauf gefällt und ich mich auf die Lektüre sehr freue.
Draufgekommen bin ich durch einen Artikel von Georg Seeßlen im aktuellen „Freitag“ [€]: Der Führer, die Verführer, die Verführten und die Normalen (Seeßlen ist ja auch eine Klasse für sich, finde ich), hier die entsprechende Stelle:
![[image]](images/uploaded/2024081618221366bf98d50c9d2.jpg)
Ja, das Buch ist einfach mit sehr viel Akribie, Liebe und Sachverstand erstellt worden, so viel wage ich mich zu behaupten. Ein bisschen Gespür habe ich mir ja auch angeeignet.
Der Preis von rund 40 Euro ist auch völlig okay, ich werde mir indes gleich ein anderes, genauso hochwertiges Werk im Städtle kaufen (hoffentlich hat es dieser Thalia-Bums auch im Sortiment).
Sag bitte Bescheid wie Dir das Buch gefallen hat.
Luxl und die Liebe
Schön, dass Du Dich für dieses Buch interessierst, ich konnte nach dem Kauf nur mal eine Stunde reinblättern, aber ich kann schon jetzt sagen, dass es mir vollauf gefällt und ich mich auf die Lektüre sehr freue.
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Ja, das Buch ist einfach mit sehr viel Akribie, Liebe und Sachverstand erstellt worden, so viel wage ich mich zu behaupten. Ein bisschen Gespür habe ich mir ja auch angeeignet.
Sag mir auf jeden Fall, wie es Dir "gefallen" hat. Das Thema wie Menschen, vor allem "normale" Menschen sich in einer solchen Diktatur bzw. unter den damals "normalen" Verhältnissen verhalten interessiert mich sehr. Aus diesem Grund habe ich auch sehr viele Dokumente zu dem Thema bei mir und auch aus Gesprächen mit meinen Großeltern habe ich z.B. erfahren, das man bzgl. Dachau schon "irgendwie gewusst hat was da abging" aber "halt auch nicht so richtig hingeschaut / -gehört hat" und eine Geschichte meines Großvaters hat mich dazu gebracht (schon in jungen Jahren) mich für das Thema "3. Reich und wie das damals war" zu interessieren.
Mein Großvater hat mir erzählt, dass er, bevor er als junger Soldat eingezogen wurde bei BMW gelernt hat und da alle "Alten" schon weg waren dann zur Reperatur einer Maschine nach Dachau ins KZ musste. Dort hatte er mehrere Tage zu tun und irgendwann hat Ihn ein Insasse angesprochen ob er Ihm nicht morgen ein bisschen Brot mitbringen könnte. Das hat mein Großvater dann auch, nach Rückfrage mit seiner Mutter, getan und am nächsten Tag hat das aber (die Übergabe des Brotes) ein anderer Insasse (mit "Armbinde") mit bekommen. Der hat dann zu meinem Großvater gesagt "Wenn Du das noch mal machst kannst Du gleich da bleiben." und damit gabs dann kein Brot mehr.
Ich habe mir immer überlegt was ich gemacht hätte und dann aber auch, ehrlicherweise, für mich "entschieden", wahrscheinlich nichts bzw. eben "kein Brot mehr".
Daher interessiert mich das Buch sehr, da mich jede Darstellung die nicht schwarz oder weiß, sondern von "Grautönen" schreibt, gerade bei diesem Thema sehr interessiert.
Luxl und die Liebe
BlueMagic, Saturday, 17.08.2024, 00:12 (vor 560 Tagen) @ Herbert
Das Thema "wie hätte ich mich selbst in der Situation verhalten" habe ich viele Jahre lang bei der Tour "München im 3. Reich und der Widerstand" (gibt's leider nicht mehr) auch angesprochen. Meine Mutter (Jahrgang 36) hat mir erzählt, dass es bei ihr zuhause in der Holledau den Spruch gab "sei brav, sonst kommst nach Dachau!" Sie selbst war zu jung, um das damals ganz zu verstehen. Aber offensichtlich wussten die damaligen Erwachsenen schon ziemlich genau, was dort passierte.
Ich selbst habe mir nicht nur einmal versucht vorzustellen, wie es gewesen wäre, in der damaligen Stadtverwaltung in meiner Einwertung zu arbeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Deportationen im dienstlichen Kontext mitbekommen hätte, halte ich für sehr hoch. Evtl. hätte ich sogar mit organisieren müssen. Und dann die Frage, ob ich es mir als Familienvater hätte leisten können, etwas dagegen zu sagen oder gar zu versuchen, wenigstens Sand ins Getriebe zu streuen. Die ehrliche Antwort muss sein: ich hätte es nicht getan, schon um die Familie zu schützen. Viel zu viel Angst. Dieses persönliche Eingeständnis, lässt das Mitläufertum in anderem Licht erscheinen.
Insofern gilt meine grösste Achtung den Mitgliedern der Weissen Rose.
Die haben trotz der grossen Gefahr bereits relativ früh angefangen, etwas zu unternehmen. Im Gegensatz zu den Leuten um v. Stauffenberg. Die haben jahrelang in hohen Funktionen mitgemacht und erst an Widerstand gedacht, als ihr Führer aus ihrer Sicht militärisch unsinnige Entscheidungen getroffen hat.
Es ist leider bezeichnend für D, dass man im 21. Jahrhundert immer noch mehr dem militärischen Widerstand gedenkt, als dem zivilen an der Uni. Der 20. Juli gehört m.E. längst als bundesweiter Gedenktag abgeschafft und dafür der 22. Februar eingeführt!
Es kommt einfach kein Politiker auf diese Idee. Nicht einmal der aktuelle Bundespräsident. Allen anderen traue ich solche Gedanken eh nicht zu.
Luxl und die Liebe
Rosenheimer Löwe, Saturday, 17.08.2024, 01:35 (vor 560 Tagen) @ BlueMagic
Wenn doch das Thema sehr interessiert, solltest du das in diesem Jahr erschienene Buch "Das deutsche Alibi. Mythos 'Stauffenberg-Attentat'" von Ruth Hoffmann lesen. Gerade über den Umgang mit dem deutschen Widerstand und seine politische Instrumentalisierung in der Nachkriegszeit bis jetzt ist dort sehr viel Spannendes zu lesen. Wirklich empfehlenswert.
Luxl und die Liebe
Herbert, Saturday, 17.08.2024, 09:56 (vor 560 Tagen) @ BlueMagic
Und dann die Frage, ob ich es mir als Familienvater hätte leisten können, etwas dagegen zu sagen oder gar zu versuchen, wenigstens Sand ins Getriebe zu streuen. Die ehrliche Antwort muss sein: ich hätte es nicht getan, schon um die Familie zu schützen. Viel zu viel Angst. Dieses persönliche Eingeständnis, lässt das Mitläufertum in anderem Licht erscheinen.
Ja, das sollte sich jeder mal (ehrlich) fragen.
Es ist leider bezeichnend für D, dass man im 21. Jahrhundert immer noch mehr dem militärischen Widerstand gedenkt, als dem zivilen an der Uni. Der 20. Juli gehört m.E. längst als bundesweiter Gedenktag abgeschafft und dafür der 22. Februar eingeführt!
Es kommt einfach kein Politiker auf diese Idee. Nicht einmal der aktuelle Bundespräsident. Allen anderen traue ich solche Gedanken eh nicht zu.
Ein guter Vorschlag, den ich so noch nicht gehört habe aber sehr gut finde.
Luxl und die Liebe
hjs historisch, Saturday, 17.08.2024, 13:33 (vor 559 Tagen) @ BlueMagic
Simmer weit weg von Luxemburg, gell.
Die Zweifel an der Vorbildrolle der Stauffenberg-Gruppe hast du richtig beschrieben.
Hinzu kommt, das waren das vielfach durchaus keine "lupenreinen Demokraten", sondern eher autoritär Denkende, z.B. auch viele Ex-DMVP-ler. Man muss auf der anderen Seite sagen, dass auch diese ja noch bis in die 60er-/70er-Jahre angefeindet wurden, weil die Soldaten natürlich ihren Eid verletzten beim Attentat. Da erfordete das Betonen des Muts dieser Leute schon zeitweise selbst etwas Mut, es konnte zumindest Widerspruch hervorrufen. Zumal ja nicht nur Militärs involviert waren, sondern auch Leute wie Leuschner oder Goerdeler.
Was die Weiße Rose angeht, so waren die alle jung (bis auf Professor Huber) und politisch insofern auch noch reichlich schwankend. Ihr reiner Mut bleibt für immer.
Die andere Seite - wofür sie nichts können - ist: Das In-den-Mittelpunkt-Stellen der Weißen Rose, wie es in den 70er- und 80ern an der Tagesordnung war und vielfach noch ist, hat auch sein Geschmäckle. Denn es lässt den politischen (v.a. KPD, SPD, Teile Zentrum) und kirchlichen Widerstand außer Acht. Der galt lange als politisch und insofern nicht rein. Vielfach kennt man bis heute nicht mal alle Namen und Geschichten. Weiße Rose ist einfacher, dahinter konnten sich alle versammeln.
Mir als jemand, der jetzt sechs Jahre an einer Schule gearbeitet hat, die wahnsinnivg viel dafür tut, dass ihre Namenspatronin Sophie Scholl immer aufs Neue Schülerinnen bewusst wird, drängt sich folgender Gedanke immer mehr auf: Wieviel ist dieser persönliche Mut wert, wenn die Chancen so minimal klein sind? Konstantin Wecker singt deshalb "Es ging ums Tun und nicht ums Siegen." Tut es das wirklich? Das ist dann eine persönliche Ethik, deren Erfolgsaussichten sehr gering stehen. Kant statt Mill. Es hängt vielleicht mit dem Alter zusammen, dass ich da ein wenig zweifle. Und wenn man diesen Gedanken weiter verfolgt, dann ergibt das Gedenken an die Attetäter vom 20. Juli doch wieder Sinn.
Luxl und die Liebe
BlueMagic, Saturday, 17.08.2024, 14:37 (vor 559 Tagen) @ hjs historisch
Die Intention der Weissen Rose war ja schon, die Leute wachzurütteln und der allgegenwärtigen Propaganda etwas entgegen zu setzen. Schon auch mit dem (Fern-)Ziel Hitler los zu werden. Und dann muss man halt auch die realistischen Möglichkeiten berücksichtigen. Die Militaristen vom 20. Juli waren an der Führungsspitze halt viel näher dran. Wie hätten die Studenten aus München an den Führer rankommen sollen?
Und irgendwelche Parteiinsitutionen oder führende Nazis in Bayern anzugehen, wäre vermutlich noch viel gefährlicher gewesen.
Und ab wann ist ein Mordanschlag gerechtfertigt, um noch Schlimmeres zu verhindern?
Alles ganz schwierige Themen.
Luxl und die Liebe
Nik, Saturday, 17.08.2024, 16:42 (vor 559 Tagen) @ BlueMagic
Womit wir dann bei Georg Elser angekommen wären.
