13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft (Forum)

münchen78, Saturday, 12.11.2022, 16:24 (vor 1232 Tagen)

13.11.22 ab 14 uhr am Wettersteinplatz
PAG und insbesondere Präventivhaft stoppen!!!

Link zur Ankündigung

13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

A.S., Saturday, 12.11.2022, 16:36 (vor 1232 Tagen) @ münchen78

Ich unterstütze die Initiative ja von ganzem Herzen. Aber was die Klimaaktivisten angeht, denen tut die Haft mal ganz gut.

13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

münchen78, Saturday, 12.11.2022, 17:10 (vor 1232 Tagen) @ A.S.

Es geht doch hier nicht um die Klimaaktivisten. Die Vorgehensweise zeigt sich nur welch willkürliche Rechtsgrundlage sich die bayerische Polizei hier geschaffen hat. Es zeigt, dass alle Bedenken vei de Einführung absolut berechtigt waren.
Alles was der Obrigkeit nicht genehm ist, kann man mithilfe CSUn-aher Richter mal strafsantionieren... äusserst bedenklich. die verhäktnismässigkeitfehlt. auch bei den klimaaktivisten, das sthet doch in keinem verhältnis mehr.
Herade wir fussballfans sollten diesbezüglich genug sensibilisiert sein.

ps:sorry, unterwegs mitm handy getippt, deshalb viele fehler

13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

Busfahra_, Saturday, 12.11.2022, 18:23 (vor 1232 Tagen) @ A.S.

Ich unterstütze die Initiative ja von ganzem Herzen. Aber was die Klimaaktivisten angeht, denen tut die Haft mal ganz gut.

Bin ja mal gespannt, ob demnächst auch irgendwelche demonstrierende Bauern, die mit ihren Traktoren Straßen blockieren, genauso behandelt werden.
Wobei: Dass Dobrindt und andere Subjekte dieser Art auf einmal von Agrar-RAF schwadronieren, ist dann doch eher unwahrscheinlich.

Und nein, ich bin kein Freund dieser Auf-der-Straße-festkleben-Aktionen. Auch wenn's in München rein verkehrsmäßig nicht viel Unterschied macht.

13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

Est60, Saturday, 12.11.2022, 20:09 (vor 1232 Tagen) @ Busfahra_

Wobei Bauern nicht so bescheuert sind und Gemälde etc. zerstören.
Meiner Meinung nach machen diese Klima-Idioten mehr kaputt, als was sie bewirken. Wirklich sinnvolle Aktivitäten für den Klimaschutz bekommen nicht mehr die volle Aufmerksamkeit und viele echte "Ökos" werden jetzt der Spinner-Ecke zugeordnet.
Leider diese Woche selber zweimal erleben müssen

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13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

Nik, Saturday, 12.11.2022, 20:58 (vor 1232 Tagen) @ Est60

Welche Gemälde wurden zerstört?

13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

domlöwe, Saturday, 12.11.2022, 22:12 (vor 1232 Tagen) @ Est60

Wobei Bauern nicht so bescheuert sind und Gemälde etc. zerstören.
Meiner Meinung nach machen diese Klima-Idioten mehr kaputt, als was sie bewirken. Wirklich sinnvolle Aktivitäten für den Klimaschutz bekommen nicht mehr die volle Aufmerksamkeit und viele echte "Ökos" werden jetzt der Spinner-Ecke zugeordnet.
Leider diese Woche selber zweimal erleben müssen

Genauso ist es. Friedrich Merz, Christian Lindner und Konsorten können ihr Glück kaum fassen, dass diese Trottel alles dafür getan haben, dass die gesamte Klimabewegung von der Bevölkerung inzwischen weitaus negativer bewertet wird als vor drei Jahren zu den Hochzeiten von Fridays For Future.

13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

Nikiforov, Saturday, 12.11.2022, 23:58 (vor 1232 Tagen) @ Busfahra_

Ich unterstütze die Initiative ja von ganzem Herzen. Aber was die Klimaaktivisten angeht, denen tut die Haft mal ganz gut.


Bin ja mal gespannt, ob demnächst auch irgendwelche demonstrierende Bauern, die mit ihren Traktoren Straßen blockieren, genauso behandelt werden.
Wobei: Dass Dobrindt und andere Subjekte dieser Art auf einmal von Agrar-RAF schwadronieren, ist dann doch eher unwahrscheinlich.

Und nein, ich bin kein Freund dieser Auf-der-Straße-festkleben-Aktionen. Auch wenn's in München rein verkehrsmäßig nicht viel Unterschied macht.

Gut beobachtet und ausgedrückt!

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13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

Nik, Saturday, 12.11.2022, 18:50 (vor 1232 Tagen) @ A.S.

So ein Schmarrn.

13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Saturday, 12.11.2022, 19:23 (vor 1232 Tagen) @ A.S.

Aber was die Klimaaktivisten angeht, denen tut die Haft mal ganz gut.

Interessante Aussage von Dir, zumal wir beide mal über den Begriff "Ökofaschisten" gestritten haben :-D

Dennoch, so sehr diese auch mir auf den Sack gehen, aus Prinzip bin ich als Liberaler gegen eine Präventivgewahrsam/-haft. So etwas hat in einem Rechtsstaat einfach nichts verloren. Es gibt bessere Wege die fanatischen Ideen der selbsternannten Retter der Welt vor einer angeblichen Klimaapokalypse zu bekämpfen. Bspw. mit Büchern wie dem neuen Werk von Alex Epstein, "Fossil Future", auf dessen Lesegenuss ich mich bereits freue ;-)

13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

domlöwe, Saturday, 12.11.2022, 22:07 (vor 1232 Tagen) @ A.S.

Ich unterstütze die Initiative ja von ganzem Herzen. Aber was die Klimaaktivisten angeht, denen tut die Haft mal ganz gut.

Also ist Präventivhaft gut, wenn es die richtigen trifft.

Habe ich damit deine Position dazu richtig beschrieben oder habe ich dich missverstanden ?

13.11.2022 Demo gegen PAG und Präventivhaft

Kraiburger, Saturday, 12.11.2022, 23:07 (vor 1232 Tagen) @ A.S.

Bin auf der Seite der "letzten Generation" und kann deren verzweifelte Aktionen nachvollziehen.

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Die Wahrheit ist letztlich immer auf dem Platz

Fred, München, Sunday, 13.11.2022, 07:49 (vor 1232 Tagen) @ Kraiburger

Egal wer sich aktuell wie gegen das ätzende weiter so stemmt. Er wird relativ bald recht bekommen. Weil uns das Thema offenbar deutlich schneller als erwartet einholt. Aktive Klimapolitik ist doch längst nicht mehr optional. Mittlerweile streiten wir eher um das Tempo der Maßnahmenumsetzung. Und auch diese Diskussion wird es bald nicht mehr geben. So gesehen verstehe ich die Aufregung nicht wirklich.

--
Sechzig München gibt's nur in Giasing!

Die Wahrheit ist letztlich immer auf dem Platz

Kraiburger, Sunday, 13.11.2022, 08:57 (vor 1232 Tagen) @ Fred

Wer sich darüber aufregt dass Kunst zerstört wird obwohl er sich gar nicht für Kunst interessiert, sollte sich durchaus hinterfragen ob ihm etwas, was ihn gar nicht interessiert wirklich wichtiger ist als die Klimaveränderung. Und sobald er sich das hinterfragt hat, und damit in die Diskussion eingestiegen ist, war die Aktion erfolgreich. Und wer sich nicht hinterfragt - mei - der bleibt halt so.

Es gibt sicherlich bessere Formen des protestes. Aber die waren bislang halt nicht sonderlich erfolgreich. Daher finde ich etwas zivilen Ungehorsam nicht unangebracht.

Die Wahrheit ist letztlich immer auf dem Platz

nordkurvenasso, Sunday, 13.11.2022, 10:10 (vor 1232 Tagen) @ Kraiburger

Wer sich darüber aufregt dass Kunst zerstört wird obwohl er sich gar nicht für Kunst interessiert, sollte sich durchaus hinterfragen ob ihm etwas, was ihn gar nicht interessiert wirklich wichtiger ist als die Klimaveränderung. Und sobald er sich das hinterfragt hat, und damit in die Diskussion eingestiegen ist, war die Aktion erfolgreich. Und wer sich nicht hinterfragt - mei - der bleibt halt so.

Es gibt sicherlich bessere Formen des protestes. Aber die waren bislang halt nicht sonderlich erfolgreich. Daher finde ich etwas zivilen Ungehorsam nicht unangebracht.

China allein 31 Prozent fuer weltweiten co2 Ausstoß verantwortlich gefolgt von unsren amerikanischen "Freunden" mit 13 Prozent

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Die Wahrheit ist letztlich immer auf dem Platz

Nik, Sunday, 13.11.2022, 10:45 (vor 1232 Tagen) @ nordkurvenasso

Und darum können wir uns bequem zurücklehnen und müssen nix machen? Weil es ja eh egal ist?

Die Wahrheit ist letztlich immer auf dem Platz

Herbert, Sunday, 13.11.2022, 20:14 (vor 1231 Tagen) @ Nik

Und darum können wir uns bequem zurücklehnen und müssen nix machen?

Nein, aber wenn ich etwas bewirken möchte, egal ob in einer Firma (z.B. bei einer Kostenreduktion) dann sollte ich mir schon überlegen an welchen Stellen / Schrauben ich am wirksamsten drehen muss. Am Beispiel der Firma würde ich z.B. bei uns eher nicht zu viel Zeit damit verbringen das Büromaterial günstiger einzukaufen da die Kosten für Büromaterial nicht mal 1% der Gesamtkosten betragen sondern halt bei den Kostenpositionen die mindestens 10% besser noch ab 20% anfangen zu schauen ob Potential für Einsparungen vorhanden ist. Zusätzlich dann noch die Auswirkungen des Einspar-Potentials mit berücksichtigen und schon ist Büromaterial (z.B. "Schrott-Toner" oder dünnes Papier oder "schlechte" Stifte) komplett beim Thema "Einsparung" raus wenn ich damit die Kollegen demotiviere und die Arbeitsleistung dadurch in den Keller geht.

Weil es ja eh egal ist?

Nein, ist nicht egal, aber halt keine effektive Vorgehensweise wenn es darum geht mit so wenig Mitteln (dazu gehört auch "Verzicht") so viel wie möglich zu erreichen.

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Die Wahrheit ist letztlich immer auf dem Platz

Nik, Sunday, 13.11.2022, 10:46 (vor 1232 Tagen) @ Kraiburger

Nur um dem Narrativ entgegenzuwirken: es wurde kein Kunstwerk zerstört.

Die Wahrheit ist letztlich immer auf dem Platz

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Sunday, 13.11.2022, 12:18 (vor 1232 Tagen) @ Fred

Aktive Klimapolitik ist doch längst nicht mehr optional.

Die einseitige Klimapolitik, wie sie etlichen Ökoaktivisten vorschwebt, ist in der Tat keine Option, denn sie ist schlichtweg grundfalsch.

Den Verbrennungsmotor abschaffen zu wollen, ist beispielsweise ein riesiger Fehler, gerade für die deutsche Autoindustrie. Nur auf reine Elektromobilität zu setzen, lehne ich eh massiv ab. Nicht dass ich gegen Tesla und Co. bin, aber ich bin eben AUCH für grünes Methanol und andere eFuels.

Und wenn Co2-Emissionen das Hauptproblem unseres Planeten sind, wieso der Ausstieg aus der emissionsniedrigen Kernenergie? (was selbst in Europa glücklicherweise eher ein deutscher Sonderweg ist, die Franzosen werden da sobald nicht mitmachen und Luxemburg weiter Atomstrom liefern)

Was ist mit Co2-Capture-Technologie? Und wieso diese Feindschaft gegenüber grüner Gentechnik?
Fragen über Fragen an die Ökos.

Ich bin auch kein Freund von Verboten. Ich habe zwar selber seit Jahren kein eigenes Auto mehr. Es fiele mir aber nicht im Traum ein, anderen Menschen den Besitz eines eigenen Autos verbieten zu wollen.

Nicht zu reden von der inhärenten Menschenfeindlichkeit in manchen Kreisen. Wenn bspw. darüber schwadroniert wird, dass es zuviele Menschen auf dem Planeten gibt. Was will man uns damit sagen? Dass wir einen (neo-)malthusianischen Thanos brauchen, der mal ein wenig die Menschheit dezimiert? ;-)

Temporär kommen wir aber eh sobald noch nicht an fossiler Energie vorbei. Wir werden global erstmal noch eine weitestgehend fossile Zukunft haben, gefolgt von einer nuklearen (vielleicht klappt es ja auch irgendwann mit der Kernfusion, das wäre ein Traum!) Erneuerbare Energien sind dazu komplementär, aber werden niemals alleine genug Energie für 10 Milliarden Menschen produzieren können. Und anderen (ärmeren) Menschen in Entwicklungsländern Energie vorenthalten zu wollen, wäre in meinen Augen unsozial, rassistisch und ja, ökofaschistisch.

Ich bin kein Leugner des Klimawandels, aber ich bin gegen viele einseitigen Vorschläge und bin für mehr Vielfalt. Zudem gefällt mir das Manifest der Ökomodernisten.

Das alles macht für mich mehr Sinn als das Gerede von einer angeblichen Apokalypse, der der Mensch nicht gewachsen sei. Der Mensch ist sehr wohl dazu in der Lage, mit einem sich verändernden Klima umgehen zu können. Historisch hat die Zahl der Klimatoten ja auch drastisch abgenommen.

Entgegen allem Kulturpessismus und Alarmismus, ging es der Menschheit eigentlich niemals so gut wie heute. U.a. dank (fossiler) Energie.
Siehe auch:
Comfort the young people

Die Wahrheit ist letztlich immer auf dem Platz

domlöwe, Sunday, 13.11.2022, 19:19 (vor 1231 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Die 3 Gigawatt Atomstrom in Deutschland werden in ihrer Bedeutung maßlos überschätzt. Beim Umbau der Energieversorgen weg von den fossilen Energien geht es um ganz andere Größenordnungen. Oder anders gesagt: Wenn wir es nicht mal auf die Reihe kriegen, bis zum Winter 23/24 die 3 Gigawatt Atomstrom durch alternative Energiequellen zu ersetzen, dann werden wir bei einem weitaus ambitionierteren Ziel wie die Klimaneutralität bis Mitte des Jahrhunderts erst recht scheitern.

Richtig ist aber auch, dass ein Land wie Frankreich, das in der Vergangenheit deutlich mehr auf Atomkraft gesetzt hat wie Deutschland, diese sicher noch mindestens zwei Jahrzehnte brauchen, wenn auch die Franzosen ihren Beitrag zur Erfüllung des Pariser Klimaabkommens erreichen wollen.

Im Übrigen wäre bei einer konsequent liberalen Haltung die Atomkraft maximal unwirtschaftlich. Weil zu einer konsequent liberalen Haltung gehört für mich, dass sämtliche Versicherungskosten und Entsorgungskosten die Betreiber übernehmen müssten und nicht der Staat.
Generell ist es für mich pseudo-liberal, wenn man zwar uneingeschränkt konsumieren will, aber umwelt- und klimabedingte Folgekosten des Konsums sozialisieren will.

Da bin ich komplett bei Dir, aber ...

Herbert, Sunday, 13.11.2022, 20:21 (vor 1231 Tagen) @ domlöwe

Im Übrigen wäre bei einer konsequent liberalen Haltung die Atomkraft maximal unwirtschaftlich. Weil zu einer konsequent liberalen Haltung gehört für mich, dass sämtliche Versicherungskosten und Entsorgungskosten die Betreiber übernehmen müssten und nicht der Staat.
Generell ist es für mich pseudo-liberal, wenn man zwar uneingeschränkt konsumieren will, aber umwelt- und klimabedingte Folgekosten des Konsums sozialisieren will.

... wie wollen wir das bei den vielen Importen regeln? Wenn wir (günstig) irgendwas aus China (oder woher auch immer) kaufen / importieren, wie willst Du "sicher stellen", dass nicht einfach die deutschen Hersteller (von mir aus sogar die europäischen Herstellern - wenn man mal davon ausgeht, was ich auch nicht glaube, dass Europa sich hierbei einig ist) dann Pleite gehen weil "zu teuer" (da alle Folgekosten mit eingerechnet werden incl. Plastik-Abfall, Abgase bei der Erzeugung, etc.) und wir dann halt nur noch "billig" aus China (beliebig ersetzbar) kaufen? Wenn wir, weil alle deutschen Firmen die exportieren ja Pleite sind (und das sind nicht wenige), dann überhaupt noch was kaufen können oder um eine weitere Frage zu stellen "Wer erwirtschaftet dann (viele Firmen sind ja Pleite) die Gelder für das Bürgergeld?".

Da bin ich komplett bei Dir, aber ...

domlöwe, Sunday, 13.11.2022, 20:41 (vor 1231 Tagen) @ Herbert

Du hast ja völlig recht mit deinen Einwänden. Die Idee, dass sämtliche Folgekosten überall mit eingepreist werden, ist eine Utopie.
Einer solchen Utopie kann man sich aber in kleinen Schritten annähern. Und der Atomausstieg in Deutschland ist ein solcher gar nicht mal so kleiner Schritt. Diesen in der aktuellen sehr speziellen Situation um drei Monate zu verschieben, ist auch richtig. Aber bis zum Winter 23/24 sollten wir schon in der Lage sein, die lächerlichen 3 GW Energie anderweitig herzubekommen. Wer nicht mal das nicht schaffen will, braucht mir nicht weißzumachen, dass er an einer einigermaßen ambitionierten Klimapolitik, die die Pariser Klimaziele nicht völlig aus den Augen verliert, ernsthaft interessiert ist.

Um mal beim Thema Atomkraft zu bleiben. Wenn ...

Herbert, Sunday, 13.11.2022, 21:02 (vor 1231 Tagen) @ domlöwe

Aber bis zum Winter 23/24 sollten wir schon in der Lage sein, die lächerlichen 3 GW Energie anderweitig herzubekommen.

... ich z.B. in Aachen wohne, dann ist es mir ziemlich egal ob ein Unfall in Tihange oder in Köln (ok, da gibts kein AKW) passiert bzw. je nach Windrichtung hab ich da mehr oder weniger Glück und in München ist mir Wörth an der Isar (nach "deutschen Gesetzen" betrieben) lieber als Temelin (nach "tschechischen Gesetzen") wobei das echt nur ein "Gefühl" ist da ich an Temelin nichts ändern kann und daher mich auch nicht intensiv damit beschäftigt habe.

Um mal beim Thema Atomkraft zu bleiben. Wenn ...

domlöwe, Sunday, 13.11.2022, 21:17 (vor 1231 Tagen) @ Herbert

Dem ist nicht zu widersprechen, klar.

Aber die eigentlich interessante Frage ist doch, könnte die Kernkraft auch bei uns in Deutschland einen Beitrag leisten, von den fossilen Energieformen wegzukommen. Hier tut insbesondere Teile der Union aus politischem Kalkül momentan so, als ob das der Fall sein könnte, zumindest nach meiner Wahrnehmung. Und hier muss man ganz sachlich feststellen, dass das nicht der Fall ist. Der Beitrag, den die noch funktionsfähigen Atomkraftwerke in Deutschland dazu leisten könnten, ist dafür viel zu gering.
Und selbst wenn wir uns alle einige wären, dass man die Risiken der Kernkraft und das ungelöste Endlagerproblem in Kauf nehmen sollte, um damit fossile Energieerzeugung zu vermeiden (Eine Meinung, die durchaus gut begründet ist.) und man den Weg anderer europäischer Länder wie Frankreich mitgehen will in der Atomkraft. Bis neue Kernkraftwerke in ausreichender Anzahl geplant und gebaut werden könnten, dauert es mindesten zwei Jahrzehnte, eher noch länger. Um unseren Beitrag zur Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommen damit leisten zu kommen, käme das viel zu spät.

Um mal beim Thema Atomkraft zu bleiben. Wenn ...

Herbert, Sunday, 13.11.2022, 22:51 (vor 1231 Tagen) @ domlöwe

Bis neue Kernkraftwerke in ausreichender Anzahl geplant und gebaut werden könnten, dauert es mindesten zwei Jahrzehnte, eher noch länger. Um unseren Beitrag zur Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommen damit leisten zu kommen, käme das viel zu spät.

Beim Thema "Klimaschutz" sind allerdings zwei Jahrzehnte eher ein sehr, sehr kurzer Zeitraum und dann auch noch Gen IV (ok, zwar erst ab 2030 einsatzfähig) als echte "neue" Kernergie - siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_IV_International_Forum

Netter Bericht auch unter https://www.ardmediathek.de/video/beta-stories/wie-kernkraft-in-zukunft-doch-wieder-eine-option-wird-s04-e03/br-fernsehen/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvLzE0MDI2MjBhLTMzYjgtNDVhOS1iZmY1LTlkZTE4NWM0YjM3Yw mit vor allem dem Thema "Braucht kein Endlager mehr - wird alles verbrannt" und "noch mehr Sicherheit", aber ich hab mich da noch so gar nicht informiert, aber im Vergleich zu "verbrennen wir günstiges russisches Gas" oder auch "was passiert mit den verbrauchten Solarzellen, etc." finde ich das durchaus diskutabel.

@domlöwe

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Monday, 14.11.2022, 02:44 (vor 1231 Tagen) @ domlöwe

Die 3 Gigawatt Atomstrom in Deutschland werden in ihrer Bedeutung maßlos überschätzt.

Hier muss ich ein paar Dinge präzisieren:

1. Ich habe allg. geredet und nicht nur auf Deutschland bezogen. Also eigentlich sogar global.
Mein Punkt ist, dass wir (=die Menschheit) Kernenergie brauchen zur Bereitstellung der notwendigen Energie bei gleichzeitiger Reduktion der Co2-Emissionen.

2. Mir geht es weniger um die alten Reaktoren, deren Laufzeit um ein paar Monate verlängert wurde, als vielmehr darum NEUE Reaktoren zu bauen. Alte können dann sogar gerne vom Netz genommen werden.

Konkret geht es mir um den Bau von SMRs. Diese könnten innerhalb von 3-5 Jahren gebaut werden (und nicht innerhalb von 10-20, auch wenn der Herbert drauf hinweist, dass selbst diese Spanne noch vertretbar sein könnte).

dann werden wir bei einem weitaus ambitionierteren Ziel wie die Klimaneutralität bis Mitte des Jahrhunderts erst recht scheitern

Mein Punkt ist eben, dass diese sog. Klimaneutralität eine Schimäre ist. Jedenfalls ohne Kernenergie. Wobei ich zwar bezweifle dass diese überhaupt erreichbar ist. Aber wenn, dann eher mit einem gesunden Mix diverser Energieformen als nur mit Erneuerbaren.

Richtig ist aber auch, dass ein Land wie Frankreich, das in der Vergangenheit deutlich mehr auf Atomkraft gesetzt hat wie Deutschland, diese sicher noch mindestens zwei Jahrzehnte brauchen, wenn auch die Franzosen ihren Beitrag zur Erfüllung des Pariser Klimaabkommens erreichen wollen

Verstehe ich das jetzt richtig, dass Du ernsthaft denkst, dass die Deutschen ohne Kernenergie die Ziele von Paris eher erreichen werden als die Franzosen mit Kernenergie? Falls ja, da nehme ich JEDE Wette dagegen an. Aber echt JEDE um nahezu fast JEDE Summe.

Im Übrigen wäre bei einer konsequent liberalen Haltung die Atomkraft maximal unwirtschaftlich. Weil zu einer konsequent liberalen Haltung gehört für mich, dass sämtliche Versicherungskosten und Entsorgungskosten die Betreiber übernehmen müssten und nicht der Staat.

SMR's wären total sicher, ein SuperGau wäre technisch gar nicht möglich. Es gibt keinen Grund wieso private Rückversicherer diese Kraftwerke nicht versichern würden. Ebenso könnte man vernünftige Entsorgungs- und Endlagerungslösungen finden, wenn die Politik es denn zu lässt. Natürlich wären das dann Kosten, die allein der Betreiber aufbringen müsste und die entsprechend in die Preise für Konsumenten einfliessen würden.

Die Behauptung dass Atomkraft dann nicht mehr wirtschaftlich wäre, müsste auch erstmal erwiesen werden. Es ist ja heute der Gesetzgeber, der Kernenergie quasi kriminalisiert und unglaublich verteuert hat. Siehe dazu Robert Zubrin bei Powerhour (zwar auf die USA bezogen, aber dennoch augenöffnend).

Meine Meinung ist halt, dass der Staat mit dergleichem Unfug aufhören soll und im Gegenzug die Betreiber alle Kosten tragen sollen.[ Ausser die, die die Atomgegner selber verursachen (wie die Polizeikosten bei Demos gegen Castortransporte.)]

Generell ist es für mich pseudo-liberal, wenn man zwar uneingeschränkt konsumieren will, aber umwelt- und klimabedingte Folgekosten des Konsums sozialisieren will.

Was genau schwebt Dir denn da vor? Generell ist die Internalisierung externer Effekte ja durchaus eine Staatsaufgabe, aber man muss schon konkret begründen was das genau für Effekte sein sollen. Bei der Kernenergie jedenfalls sehe ich da eigentlich keine, solange die oben angesprochenen Kosten von den Betreibern übernommen werden.

@domlöwe

BlueMagic, Monday, 14.11.2022, 09:56 (vor 1231 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Die Kritikpunkte des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung einfach mal ausgeblendet?
Klar kann es bei so kleinen Reaktoren nicht zum Supergau für ganz D (Europa) kommen, dafür steigt das GAU-Risiko für kleinere Regionen, wenn plötzlich nicht mehr 20 große Reaktoren, sondern hunderte Kleine betrieben werden sollen. Endlagerung fällt auch an und verursacht immense Kosten auf unabsehbare Zeit. Die müssten (gerechnet auf die Halbwertszeit, also mehrere hunderttausende Jahre) m.E. mit geschätztem Inflationsfaktor den Betreibern in Rechnung gestellt werden. Denn diese Risiken und Kosten unseren Nachfahren aufzubürden ist schlicht gefährlich, asozial und massiv ignorant! Eine "Nach mir die Sintflut"-Haltung ist daneben. Und spätestens dann wird Atomkraft ganz einfach unwirtschaftlich. Und dann kommt auch noch das Risiko dazu, dass irgendwelche Bösewichter (Schurkenstaaten oder sonstwer) noch leichter an Atombombenmaterial kommen könnten. Da reicht´s mir doch angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage schon wieder.

Bin jetzt kein Atomphysiker und auch überhaupt nicht drin in den technischen Details. Trotzdem scheinen mir die Gegenargumente gegen Atomkraft nachvollziehbar. Kannst jetzt natürlich mit irgendwelchen neuen Forschungsergebnissen kontern. Aber solange das Risiko besteht, dass solche Dinger aus welchen Gründen auch immer hochgehen und immense Endlagerungsrisiken und -kosten für unsere Nachfahren entstehen, bin ich schlicht prinzipiell dagegen!

Und wenn es tatsächlich mit Erneuerbaren nicht gehen sollte, unseren derzeitigen irren Energiehunger zu stillen, muss eben jeder schauen, wo er auf Energie vielleicht mal verzichten kann. Geht schon los beim Klamottenkauf, beim Verkehr, bei den Nahrungsmitteln und vielem Anderen mehr. Finde es eh traurig, dass erst ein sinnloser Krieg dafür sorgt, dass man jetzt nach und nach unser Verhalten infrage stellt. Klar ist das Herunterfahren von Weihnachtsbeleuchtung jetzt nicht wirklich kriegsentscheidend (im Sinne von CO2-Einsparung) aber es setzt wichtige Zeichen.

@domlöwe

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Tuesday, 15.11.2022, 00:57 (vor 1230 Tagen) @ BlueMagic

Die Kritikpunkte des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung einfach mal ausgeblendet?

"The easiest way to dispose of nuclear waste is first of all, to reprocess it to get out the useful plutonium and such, and then turn it into borosilicate glass, which is not water soluble, put it in a stainless steel can, go out into the middle of the ocean and drop it. And it goes down several thousand feet through the water and then several hundred feet through the mud and it’s buried, and you’re never gonna hear from it again." (Robert Zubrin, dessen Interview bei "Powerhour" ich oben verlinkt habe.)

Was spricht eigentlich ernsthaft gegen diese Lösung?

Finde ich noch besser als WIPP.

Klar kann es bei so kleinen Reaktoren nicht zum Supergau für ganz D (Europa) kommen, dafür steigt das GAU-Risiko für kleinere Regionen, wenn plötzlich nicht mehr 20 große Reaktoren, sondern hunderte Kleine betrieben werden sollen.

Das Entscheidende ist, dass eine Kernschmelze bei SMRs physikalisch gar nicht mehr möglich ist. Jedenfalls wurde mir das so erklärt. Aber selbst die heutigen Reaktortypen sind sehr sicher. Es gab in der Geschichte der Kernenergie nur drei grössere Unfälle: Tschernobyl (ein Reaktortyp, der absolut nicht repräsentativ ist, die genaue Schilderung des Unfalls wohl noch weniger), Three Miles Island (dort gab es keinen einzigen Toten und keine Umweltschäden, "nur" materiellen Schaden) und Fukushima (eine große ökologische Katastrophe, die aber m.E. nicht Kernkraft per se in Frage stellt, sondern eher ob man eine solche Anlage unbedingt in Küstennähe in einem Erdbeben- und Tsunamigebiet betreiben muss.)

Endlagerung fällt auch an und verursacht immense Kosten auf unabsehbare Zeit.

Siehe oben. [Noch besser wäre wohl nur eine Entsorgung im Weltall, wobei der Transport dahin leider zu gefährlich wäre.]

Und was hat die zivile Nutzung der Kernenergie mit Atombomben zu tun? Nordkorea hat keine Kernkraft, aber ist leider Gottes eine Atommacht. Südkorea hat keine Atomwaffen, aber zivile Kernkraft.

Und wenn es tatsächlich mit Erneuerbaren nicht gehen sollte, unseren derzeitigen irren Energiehunger zu stillen, muss eben jeder schauen, wo er auf Energie vielleicht mal verzichten kann.

Viele Menschen auf diesem Planeten können gar nicht auf ihren Energiehunger verzichten. Für die ist das schlichtweg eine Frage des Überlebens. Eine Verzichtsdiskussion gibt es nur in Ländern, die bereits ein gewisses Wohlstandsniveau erreicht haben. Das sind aber gar nicht mal die relevanten Länder punkto Co2-Emissionen, wie jemand anders hier die Tage bereits angemerkt hatte.

@domlöwe

lustiger_hans, Tuesday, 15.11.2022, 07:42 (vor 1230 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Klar kann es bei so kleinen Reaktoren nicht zum Supergau für ganz D (Europa) kommen, dafür steigt das GAU-Risiko für kleinere Regionen, wenn plötzlich nicht mehr 20 große Reaktoren, sondern hunderte Kleine betrieben werden sollen.


Das Entscheidende ist, dass eine Kernschmelze bei SMRs physikalisch gar nicht mehr möglich ist. Jedenfalls wurde mir das so erklärt. Aber selbst die heutigen Reaktortypen sind sehr sicher. Es gab in der Geschichte der Kernenergie nur drei grössere Unfälle: Tschernobyl (ein Reaktortyp, der absolut nicht repräsentativ ist, die genaue Schilderung des Unfalls wohl noch weniger), Three Miles Island (dort gab es keinen einzigen Toten und keine Umweltschäden, "nur" materiellen Schaden) und Fukushima (eine große ökologische Katastrophe, die aber m.E. nicht Kernkraft per se in Frage stellt, sondern eher ob man eine solche Anlage unbedingt in Küstennähe in einem Erdbeben- und Tsunamigebiet betreiben muss.)


Abgesehen von der Tatsache, dass in den USA immer noch Menschen an dem Three Miles Island Unfall sterben, hast du eine ganze Menge Unfälle unterschlagen, die Menschen getötet und/oder größere Landstriche verseucht haben, z.B. Kyschtym, Lucens, Tokaimura, Tomsk etc.

Ca. 450 Reaktoren sind in Betrieb. Sogar du also Atomfan beschreibst 4 Reaktoren, die uns um die Ohren geflogen sind. Wenn uns 1% der Kohlekraftwerke abbrennen, dann ist das nicht schön, nach ein paar Stunden löschen aber wieder vorbei. Wenn uns diese Menge an AKWs um die Ohren fliegt, dann ist das so dermaßen bedenklich, dass man aus der Technik aussteigen muss.

Ich finde es immer tragisch lustig, dass uns diese Technik als sicher verkauft werden sollen, während es genug Beweise für das Gegenteil gibt. Nach jedem Unfall heisst es: Jetzt ist es aber wirklich sicher. Naja, bis zum nächsten Unfall eben, aber dann ist es ganz bestimmt sicher, weil man jetzt auch wirklich ganz bestimmt den letzten Fehler gefunden hat.

@lustiger_hans

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Thursday, 17.11.2022, 01:48 (vor 1228 Tagen) @ lustiger_hans

Abgesehen von der Tatsache, dass in den USA immer noch Menschen an dem Three Miles Island Unfall sterben

Kein einziger Mensch ist bei diesem Unfall unmittelbar ums Leben gekommen. Du beziehst Dich also jetzt darauf, dass es durch radioaktive Belastung Krebsfolgen gegeben hätte.
Das ist ein ziemlich umstrittener Standpunkt.

hast du eine ganze Menge Unfälle unterschlagen, die Menschen getötet und/oder größere Landstriche verseucht haben, z.B. Kyschtym, Lucens, Tokaimura, Tomsk etc.

In Lucens ist kein einziger Mensch gestorben und verseucht wurde auch nichts ausser Räume der Anlage selbst. Tokaimura gab es in der Tat zwei Tote und über 600 Menschen wurden leicht verstrahlt.

Wie auch immer, solche Unfälle sind zweifellos scheisse, aber inwiefern ist das jetzt schlimmer als sagen wir Seveso?

Nach jedem Unfall heisst es: Jetzt ist es aber wirklich sicher.

Die "totale Sicherheit" (iSv. "Unfallfreiheit") gibt es in keiner Industrie. Angefangen damit dass Menschen in Minen sterben, egal ob dort Thorium, Uranium, Lithium, Kupfer, Cobalt oder Seltene Erden abgebaut werden. Ebenso gibt es leider immer wieder diverse Umweltschäden.

@domlöwe

BlueMagic, Tuesday, 15.11.2022, 09:12 (vor 1230 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Wir schaffen es noch nicht einmal eine vergleichsweise harmlose Technologie wie den Bahnverkehr ohne Katastrophen hin zu bekommen. Menschliche Fehler, Materialermüdung, technische Fehler oder Kaputtsparen. Und das soll bei tausenden kleinen AKWs alles nicht passieren? Selbst bei den jetzt relativ wenigen AKWs kam es zu Katastrophen oder Beinahe-Katastrophen. Glaubst du ans Christkind oder den Weihnachtsmann?

Und warum wird dieses Versenken des Atomschrotts im Meer noch nicht gemacht, wenn es so einfach wäre? Seit Jahrzehnten diskutiert man über irgendwelche Endlagerstätten und hat immer noch keine dauerhafte Lösung. Und die voraussichtlichen Kosten dafür müssen auf die Preise heute umgelegt werden. Wenn das endlich Konsens wäre, wäre es aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen eh vorbei mit der Atomkraft.

@BlueMagic

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Thursday, 17.11.2022, 01:08 (vor 1228 Tagen) @ BlueMagic

Und das soll bei tausenden kleinen AKWs alles nicht passieren?

Mein Punkt war, dass eine Kernschmelze physikalisch nicht mehr möglich sein wird. Sonstige Unfälle und Vorfälle aller Art wird es natürlich weiterhin geben.

Man darf auch nicht vergessen, dass jeder noch so kleine Zwischenfall bei der INES gemeldet werden muss. Vor ein paar Tagen gab es bspw. einen Fall der Kategorie 1 in Cattenom (das AKW gleich bei mir um die Ecke.)

Die Leute lesen dann von regelmäßigen Störfällen, insbes. bei älteren Meilern, und meinen das Teil sei verdammt gefährlich, weil dauernd irgendwie etwas passiert.

Seit Jahrzehnten diskutiert man über irgendwelche Endlagerstätten und hat immer noch keine dauerhafte Lösung.

Ich habe dazu meine eigene Ansicht. Man will m.E. in vielen Ländern keine dauerhafte Lösung finden, weil man ja den Atomausstieg möchte. In Finnland wird übrigens jetzt ein Endlager gebaut. Soll wohl ca. 2025 fertig werden, wenn ich mich nicht irre.

Und warum wird dieses Versenken des Atomschrotts im Meer noch nicht gemacht, wenn es so einfach wäre?

1. Weil es zurzeit verboten ist. M.W. handelt es sich hierbei aber um Sunset Legislation und in ca. zwei Jahren könnten betroffene Länder aus diesem internationalen Abkommen aussteigen (falls denn gewünscht). Wobei man das Verbot des "sub seabed disposal" durch einen Tunnelzugang vom Land aus wohl sowieso umgehen kann. Hab irgendwo gelesen, dass Schweden so vorgeht. Dies jedoch ohne Gewähr.

2. Weil es durchaus auch Stimmen gibt, die davor warnen, den Müll ausser Reichweite zu entsorgen, in der Hoffnung dass er vielleicht doch noch einmal eine wertvolle Ressource werden könnte.

Zu dem Vorschlag gibt es auch ein Video der Bundesgesellschaft für Endlagerung. Der Herr hat das Recht auf seine Meinung, ich halte es allerdings eher mit dem Kommentator darunter ;-)

Übrigens schützt Wasser teilweise vor radioaktiver Strahlung. Man kann sogar in einem Abklingbecken schwimmen und tauchen.

@BlueMagic

BlueMagic, Thursday, 17.11.2022, 15:02 (vor 1227 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Die ganzen CDU/CSU-geführten Bundes- und Landesregierungen (mit Ausnahme der Physikerin Dr. Merkel) sind jetzt nicht unbedingt als große Kritiker der Atomkraft hervorgetreten. Dass die keine sinnvolle Endlagerlösung wollten glaube ich jetzt nicht. Es ist einfach ein Verschieben des Problems auf künftige Generationen und das ist schlicht und einfach massiv egoistisch.

Und auch wenn Kernschmelze technisch nicht mehr möglich sein sollte, würde ich mich in unmittelbarer Nähe eines Klein-AKWs nicht wohl fühlen.

@BlueMagic

domlöwe, Thursday, 17.11.2022, 15:56 (vor 1227 Tagen) @ BlueMagic

Die ganzen CDU/CSU-geführten Bundes- und Landesregierungen (mit Ausnahme der Physikerin Dr. Merkel) sind jetzt nicht unbedingt als große Kritiker der Atomkraft hervorgetreten.

Das stimmt so nicht. Es gab mal einen CSU-Umweltminister, der sogar mit Rücktritt gedroht hat, wenn der Koalitionspartner sich nicht dem Atomausstiegsbeschluss für 2022 anschließen will.

@BlueMagic

Kraiburger, Thursday, 17.11.2022, 16:27 (vor 1227 Tagen) @ domlöwe

Jetzt hats mir an Kaffee raus ghaut, bist du deppert!

@BlueMagic

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Thursday, 17.11.2022, 23:24 (vor 1227 Tagen) @ domlöwe

Es gab mal einen CSU-Umweltminister, der sogar mit Rücktritt gedroht hat, wenn der Koalitionspartner sich nicht dem Atomausstiegsbeschluss für 2022 anschließen will.

Oha, das habe ich damals gar nicht mitbekommen. Danke für diese Info. Erstaunliche Kehrtwende des Glubberers seitdem.

@BlueMagic

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Friday, 18.11.2022, 00:05 (vor 1227 Tagen) @ BlueMagic

Dass die keine sinnvolle Endlagerlösung wollten glaube ich jetzt nicht.

Egal welche Partei, Politiker sind Politiker und als solche sind sie vor allem auf Wählerstimmen bedacht.

Solange die Bevölkerung nicht bereit ist ein Endlager in Deutschland zu akzeptieren (und m.E. hat das eben alles weniger mit objektiven technischen Fakten, sondern mehr mit reinen Gefühlen zu tun), will da keiner eins irgendwo vorschlagen. [Und der von mir angesprochene Vorschlag ist halt zurzeit noch international verboten.] Darunter sind sicher Politiker, die ohnehin einen Atomausstieg wollen, denen das also ganz zupass kommt, dass es für eine Endlagerung keine Lösung geben soll/kann (wenn auch wohl weniger bei Union und FDP, eher in linken Parteien), aber eben auch Politiker, die vielleicht durchaus gerne eins vorschlagen würden, aber nur bedingt bereit dazu sind, eine Wahlniederlage deswegen zu riskieren.

Ein Endlager ist halt auch ein klassisches NIMBY-Projekt.

Umso bemerkenswerter dass die Finnen eins hinbekommen haben. Entweder haben die Finnen tatsächlich einen geologischen Ort gefunden, den es so in ganz Deutschland nicht gibt oder die Finnen akzeptieren halt eher eine realistisch-pragmatische Lösung statt nach einer unerreichbaren Fantasielösung zu suchen.

Enscheidend ist auf jeden Fall, dass die finnischen Politiker das Volk mehrheitlich auf ihrer Seite haben. Sogar die finnischen Grünen sind jetzt pro Atom.

Und auch wenn Kernschmelze technisch nicht mehr möglich sein sollte, würde ich mich in unmittelbarer Nähe eines Klein-AKWs nicht wohl fühlen.

Das ist der Punkt. In Deutschland (und auch in Luxemburg) sitzt die Atomangst ganz tief in den Köpfen vieler Menschen. Man musste als Jugendlicher in der Schule "Die Wolke" von Gudrun Pausewang(*) lesen, man bekam als Kind die Katastrophe von Tschernobyl mit, was ich selber auch als traumatisches Erlebnis in Erinnerung habe. Ich weiß noch, dass ich auf einem Kindergeburtstag nicht Sackhüpfen wollte, weil ich dachte, der Rasen sei giftig.

Und so gruselt es einen, wenn man nur das Piktogramm für Radioaktivität sieht. Schlimm verstrahlt zu werden, wäre ja auch furchtbar. Und Filme die mit dieser Angst kokettieren, sind zweifellos enorm intensive Erlebnisse. Ich denke da bspw. an Kathryn Bigelows K-19.

Ich kann das alles also emotional sehr gut nachvollziehen.

Dennoch fühle ich mich selber heute nicht unwohl wegen Cattenom, erst recht nicht, nachdem ich die Dinge mal rational analysiert habe und verstehe dass wir hier keine Erdbeben und Tsunamis haben und keine inkompetenten Sowjets, die ein total unverantwortliches Reaktordesign (RBMK) entworfen haben und dann auch noch extreme Experimente damit tätigen.

(*)Kleine Anekdote am Rande: ich hab als kleiner Bub die Gudrun Pauswang mal bei einer Lesung vor unserer Grundschulklasse getroffen. Die hat mich damals sogar zum Schreiben ermutigt, weil ich meinte, ich fände Schreiben auch cool. Jahre später musste ich dann auch "Die Wolke" lesen ;-)

@domlöwe

Rosenheimer Löwe, Monday, 14.11.2022, 11:59 (vor 1231 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !


Meine Meinung ist halt, dass der Staat mit dergleichem Unfug aufhören soll und im Gegenzug die Betreiber alle Kosten tragen sollen.[ Ausser die, die die Atomgegner selber verursachen (wie die Polizeikosten bei Demos gegen Castortransporte.)]

Und die Betreiber, die existieren garantiert noch in 50 oder 100 Jahren? Oder wie müsste man sich das praktisch vorstellen? Sollten die Betreiber die Kosten für 5- oder 10 000 Jahre im Vorhinein entrichten oder zumindest auf ein Sperrkonto einzahlen? Oder müsste man sich da einfach darauf verlassen? Nicht, dass dann am Ende doch wieder der Staat aufkommen muss...
Und der Strom aus den Atomkraftwerken müsste dann ja erheblich teurer werden, wenn er nicht mehr subventioniert wird. In einer liberalen Welt, warum sollte ich da den teuren Atomstrom kaufen, wenn erheblich günstiger produzierter Strom aus Wind-, Wasser- oder Solarenergie auf dem Markt ist? Oder würde der dann aufgrund der hohen Nachfrage genauso teuer?
Und wie ist es mit der Haftungsfrage? Wer bezahlt, wenn etwas passiert? Auch die Betreiber und ihre Versicherungen? Allein die Kosten für diese Versicherungen dürften nicht gering ausfallen. Auch die gälte es dann auf den Verbraucherpreis umzulegen.

Für mich steht fest: Eine Form der Energiegewinnung, deren Hinterlassenschaften alleine schon für mehrere 10 000 Jahre unkalkulierbare Risiken bergen, ist nicht zukunftsfähig und muss schnellstmöglich beendet werden. Im Übrigen glaube ich ganz einfach nicht, dass die Energiekonzerne und ihre Fürsprecher in den konservativen und liberalen Parteien vorhaben, die bisher sozialisierten Kosten und Risiken auf die Betreiber umzulegen. Weil es sich dann eben nicht mehr rentiert.

@domlöwe

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Tuesday, 15.11.2022, 01:12 (vor 1230 Tagen) @ Rosenheimer Löwe

Sollten die Betreiber die Kosten für 5- oder 10 000 Jahre im Vorhinein entrichten oder zumindest auf ein Sperrkonto einzahlen?

Sie bezahlen die gegenwärtigen Kosten hier und heute für die Versenkung im Meer und das war's.

Und der Strom aus den Atomkraftwerken müsste dann ja erheblich teurer werden, wenn er nicht mehr subventioniert wird.

Es wird keine Subventionen mehr geben, aber eben auch keine von Staatsseite verursachte Kostenexplosionen. Zudem wird es nach dem Ende der de facto-Kriminalisierung der Atomenergie durch die Politik automatisch wieder mehr private Investitionen in Kernenergie geben.

In einer liberalen Welt, warum sollte ich da den teuren Atomstrom kaufen, wenn erheblich günstiger produzierter Strom aus Wind-, Wasser- oder Solarenergie auf dem Markt ist? Oder würde der dann aufgrund der hohen Nachfrage genauso teuer?

Wie die Preise sich genau entwickeln würden, kann niemand vorhersagen. Generell ist Vielfalt aber immer einem "One size fits all" vorzuziehen.

Und wie ist es mit der Haftungsfrage? Wer bezahlt, wenn etwas passiert? Auch die Betreiber und ihre Versicherungen? Allein die Kosten für diese Versicherungen dürften nicht gering ausfallen. Auch die gälte es dann auf den Verbraucherpreis umzulegen.

Richtig. Aber lassen wir doch den Markt rausfinden, ob sich das überhaupt rentiert oder nicht.
Wenn ein wirklich freier Energiemarkt das Aus für die Kernenergie bedeuten würde, müsste man ja als Atomgegner denselben begrüßen ;-)

@domlöwe

Rosenheimer Löwe, Tuesday, 15.11.2022, 11:08 (vor 1230 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Sollten die Betreiber die Kosten für 5- oder 10 000 Jahre im Vorhinein entrichten oder zumindest auf ein Sperrkonto einzahlen?


Sie bezahlen die gegenwärtigen Kosten hier und heute für die Versenkung im Meer und das war's.

Und der Strom aus den Atomkraftwerken müsste dann ja erheblich teurer werden, wenn er nicht mehr subventioniert wird.


Es wird keine Subventionen mehr geben, aber eben auch keine von Staatsseite verursachte Kostenexplosionen. Zudem wird es nach dem Ende der de facto-Kriminalisierung der Atomenergie durch die Politik automatisch wieder mehr private Investitionen in Kernenergie geben.

In einer liberalen Welt, warum sollte ich da den teuren Atomstrom kaufen, wenn erheblich günstiger produzierter Strom aus Wind-, Wasser- oder Solarenergie auf dem Markt ist? Oder würde der dann aufgrund der hohen Nachfrage genauso teuer?


Wie die Preise sich genau entwickeln würden, kann niemand vorhersagen. Generell ist Vielfalt aber immer einem "One size fits all" vorzuziehen.

Und wie ist es mit der Haftungsfrage? Wer bezahlt, wenn etwas passiert? Auch die Betreiber und ihre Versicherungen? Allein die Kosten für diese Versicherungen dürften nicht gering ausfallen. Auch die gälte es dann auf den Verbraucherpreis umzulegen.


Richtig. Aber lassen wir doch den Markt rausfinden, ob sich das überhaupt rentiert oder nicht.
Wenn ein wirklich freier Energiemarkt das Aus für die Kernenergie bedeuten würde, müsste man ja als Atomgegner denselben begrüßen ;-)

Ehrlich gesagt will ich bei so einem Thema bestimmte Aspekte, vor allem die Sicherheit betreffend, geklärt haben, bevor wir alles den Markt herausfinden lassen. Denn der freie Markt ist leider keine Garantie für verantwortungsbewusstes Handeln, nur für gewinnorientiertes. Ich habe kein Vertrauen, dass hier ausreichend auf kostenintensive Sicherheits- und Entsorgungsmaßnahmen gesetzt wird, wenn die Konkurrenz diese außer Acht lässt und dadurch billiger anbieten kann
Aber allein aufgrund der Lagerproblematik, die auch durch das Endlagern im Meer nicht gelöst wird, ist Atomkraft für mich keine zukunftsfähige Form der Energiegewinnung - schon gar nicht, wenn man sie dem freien Markt überlässt, der ganz andere Prioritäten als ausgerechnet Sicherheit hat.

@Rosenheimer Löwe

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Thursday, 17.11.2022, 00:29 (vor 1228 Tagen) @ Rosenheimer Löwe

Ehrlich gesagt will ich bei so einem Thema bestimmte Aspekte, vor allem die Sicherheit betreffend, geklärt haben, bevor wir alles den Markt herausfinden lassen. Denn der freie Markt ist leider keine Garantie für verantwortungsbewusstes Handeln, nur für gewinnorientiertes. Ich habe kein Vertrauen, dass hier ausreichend auf kostenintensive Sicherheits- und Entsorgungsmaßnahmen gesetzt wird, wenn die Konkurrenz diese außer Acht lässt und dadurch billiger anbieten kann.

"Meine" Lösung ist halt ganz einfach, dass es unabhängige Sicherheitskontrollen (also Kontrollen von anderen Institutionen als dem Energiekonzern selbst) gibt. Diese können von staatlichen oder privaten Organen übernommen werden. Private Kontrollen könnten bspw. von (privaten) Versicherer (bzw. von von ihnen beauftragten Experten des Fachs) gemacht werden, die das AKW gegen diverse Schäden (Arbeitsunfälle, Brandschutz, Materialschaden, Umwelt usw.) versichert haben.

Klar will der Energiebetreiber erstmal Gewinn machen, aber ebenso will die Versicherung Gewinn machen. Und nichts wäre schädlicher punkto GuV-Rechnung für eine Versicherung als wenn sie für grosse Schäden bezahlen müsste.

Aber allein aufgrund der Lagerproblematik, die auch durch das Endlagern im Meer nicht gelöst wird, ist Atomkraft für mich keine zukunftsfähige Form der Energiegewinnung.

We agree to disagree.

Die Zukunft wird zeigen, wer recht hat ;-)

@Rosenheimer Löwe

Rosenheimer Löwe, Thursday, 17.11.2022, 13:30 (vor 1228 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Ehrlich gesagt will ich bei so einem Thema bestimmte Aspekte, vor allem die Sicherheit betreffend, geklärt haben, bevor wir alles den Markt herausfinden lassen. Denn der freie Markt ist leider keine Garantie für verantwortungsbewusstes Handeln, nur für gewinnorientiertes. Ich habe kein Vertrauen, dass hier ausreichend auf kostenintensive Sicherheits- und Entsorgungsmaßnahmen gesetzt wird, wenn die Konkurrenz diese außer Acht lässt und dadurch billiger anbieten kann.


"Meine" Lösung ist halt ganz einfach, dass es unabhängige Sicherheitskontrollen (also Kontrollen von anderen Institutionen als dem Energiekonzern selbst) gibt. Diese können von staatlichen oder privaten Organen übernommen werden. Private Kontrollen könnten bspw. von (privaten) Versicherer (bzw. von von ihnen beauftragten Experten des Fachs) gemacht werden, die das AKW gegen diverse Schäden (Arbeitsunfälle, Brandschutz, Materialschaden, Umwelt usw.) versichert haben.

Klar will der Energiebetreiber erstmal Gewinn machen, aber ebenso will die Versicherung Gewinn machen. Und nichts wäre schädlicher punkto GuV-Rechnung für eine Versicherung als wenn sie für grosse Schäden bezahlen müsste.

Aber allein aufgrund der Lagerproblematik, die auch durch das Endlagern im Meer nicht gelöst wird, ist Atomkraft für mich keine zukunftsfähige Form der Energiegewinnung.


We agree to disagree.

Die Zukunft wird zeigen, wer recht hat ;-)

Jaja, schauen wir mal. Das Problem mit dem komplett freien Markt ist, dass er ähnlich wie der Kommunismus oder Staatssozialismus nur in der Theorie so funktioniert wie versprochen. Sobald es in die Praxis geht, treten die menschlichen Schwächen zutage. Korruption, Vorteilsnahme, Vetternwirtschaft, Lug und Betrug zu persönlichen Vorteilen. Die Zeche zahlt, hier wie dort, die Allgemeinheit.

@domlöwe

domlöwe, Monday, 14.11.2022, 12:25 (vor 1231 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Ich bin ja uneingeschränkt dafür, weiter an solchen SMR-Reaktoren genauso wie an Kernfusion zu forschen. Langfristig könnte das natürlich eine Hilfe sein.
Dass ändert aber nichts daran, dass Kernenergie so wie sie jetzt aktuell betrieben wird nicht wirtschaftlich ist.
Außerdem ist natürlich völlig unrealistisch, dass innerhalb von 10 bis 20 Jahren in Deutschland viele Hundert und weltweit zigtausende solche Reaktoren gebaut werden. Diese Anzahl bräuchte man aber aber, wenn diese Technik rechtzeitig eine relevante Hilfe gegen die Klimawandel sein soll. Die Zeit haben wir aber nicht. Die Haltung, es ist wurscht, ob wir jetzt oder erst in zwei Jahrzehnten ernsthaft etwas gegen Klimawandel tun, hat uns doch genau in die aktuelle Situation gebracht.

@domlöwe

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Tuesday, 15.11.2022, 01:28 (vor 1230 Tagen) @ domlöwe

Ich bin ja uneingeschränkt dafür, weiter an solchen SMR-Reaktoren genauso wie an Kernfusion zu forschen. Langfristig könnte das natürlich eine Hilfe sein.

Ok gut. Da sind wir uns ja dann einig ;-)

Außerdem ist natürlich völlig unrealistisch, dass innerhalb von 10 bis 20 Jahren in Deutschland viele Hundert und weltweit zigtausende solche Reaktoren gebaut werden.

In Deutschland wohl kaum. Da hat man ja den kompletten Atomausstieg beschlossen und wird ihn auch durchziehen. Aber wir werden sehen welche Länder diesen Weg einschlagen werden. Manche Länder haben halt auch eine tolle Geographie und/oder sind weniger dicht besiedelt und produzieren quasi allein mit Wasserkraft genug Strom. Jedes Land muss seinen eigenen Weg finden.

Diese Anzahl bräuchte man aber aber, wenn diese Technik rechtzeitig eine relevante Hilfe gegen die Klimawandel sein soll. Die Zeit haben wir aber nicht.

Ich glaube ja persönlich sowieso, dass die Klimaerwärmung unausweichlich ist und man sich derselben notgedrungen anpassen muss. Als interessante Idee zur Dekarbonisierung unserer Mobilität empfehle ich dennoch eFuels.

@domlöwe

domlöwe, Tuesday, 15.11.2022, 15:27 (vor 1229 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Ich glaube ja persönlich sowieso, dass die Klimaerwärmung unausweichlich ist und man sich derselben notgedrungen anpassen muss.

Natürlich ist die Klimaerwärmung unausweichlich und man wird sich derselben notgedrungen anpassen müssen. Niemand in diesem Thread behauptet etwas anderes.

Bei 1,5 C oder vielleicht bei 1,7 °C ist diese Anpassung einigermaßen noch zu schaffen, hoffe ich zumindest. Aber das wird anspruchsvoll genug werden.

Bei 2,5°C oder 3°C Erwärmung ist diese Anpassung, wenn sie überhaupt noch möglich sein wird, dermaßen anspruchsvoll, dass es im Vergleich dazu ein Kinderspiel wäre, in den nächsten Jahren einfach mal genügend Windräder und Solarzellen aufzustellen und gleichzeitig Speicher und Netze auszubauen.

Warum gehen wir dieses "Kinderspiel" nicht endlich mit der gebotenen Entschlossenheit an ?

@domlöwe

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Thursday, 17.11.2022, 00:17 (vor 1228 Tagen) @ domlöwe

Natürlich ist die Klimaerwärmung unausweichlich und man wird sich derselben notgedrungen anpassen müssen. Niemand in diesem Thread behauptet etwas anderes.

Ok, gut, dann sind wir ja da nicht weit weg voneinander. Einerseits müssen wir uns anpassen, es geht gar nicht anders, es ist unvermeidlich, andrerseits werden Anstrengungen unternommen, die Co2-Emissionen zu senken um den anthropogenen Anteil an der Erwärmung und damit die Erwärmung selbst zu verringern.

Warum gehen wir dieses "Kinderspiel" nicht endlich mit der gebotenen Entschlossenheit an ?

Ich bin da i.G. voll dafür. Nur scheinst Du der Meinung zu sein, dass allein Wind und Solar da ausreichen werden und ich bin für einen Energiemix, zu dem daneben eben auch Atomenergie, Wasserkraft und eFuels gehören. Und zumindest temporär auch noch Naturgas.

@domlöwe

domlöwe, Thursday, 17.11.2022, 14:28 (vor 1227 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Ich bin da i.G. voll dafür. Nur scheinst Du der Meinung zu sein, dass allein Wind und Solar da ausreichen werden und ich bin für einen Energiemix, zu dem daneben eben auch Atomenergie, Wasserkraft und eFuels gehören. Und zumindest temporär auch noch Naturgas.

eFuels und Wasserkraft werden sicher eine Rolle spielen. Die Atomenergie hat unabhängig von den mit dieser Art der Energieerzeugung verbundenen Problemen allerdings den entscheidenden Nachteil, dass sie sich schlecht mit erneuerbaren Energien ergänzen, weil bei Atomkraftwerken keine kurzfristige Bedarfsanpassung möglich ist.

Was Wasserkraft angeht, bin ich sogar angesichts der Dringlichkeit des Klimaproblems dafür, dass wir uns beim Zielkonflikt Landschaftsschutz/Klimaschutz neu positionieren.

@domlöwe

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Friday, 18.11.2022, 00:25 (vor 1227 Tagen) @ domlöwe

eFuels und Wasserkraft werden sicher eine Rolle spielen.

Da sind wir uns ja dann mal absolut einig :-)

Die Atomenergie hat (...) allerdings den entscheidenden Nachteil, dass sie sich schlecht mit erneuerbaren Energien ergänzen, weil bei Atomkraftwerken keine kurzfristige Bedarfsanpassung möglich ist.

Das ist heute richtig. Aber nicht mehr für Reaktortypen der neuen Generation.

Hier ein paar Links:
Can We Make A Nuclear Reactor That Won't Melt Down?
Who Says Nuclear Can't Smooth Out An Erratic Wind?
Nuscale Power

Demzufolge wären erneuerbare Energien, Hydro und Nuklear sehr wohl gut miteinander kombinierbar und das wird meiner Meinung nach die Zukunft sein.

Hat zufällig jemand Spiegel+ ?

friedhofstribüne, Monday, 14.11.2022, 17:35 (vor 1230 Tagen) @ Kraiburger

Mich würde dieser Beitrag interessieren!

Danke!

https://www.spiegel.de/kultur/philipp-ruch-vom-zps-ueber-die-letzte-generation-wir-haben-goetzendaemmerung-a-ce24457a-a174-4d6a-a295-656a33669ff4

Also ich habe es nicht, stört mich aber auch nicht, weil Menschen mit dem Selbstbewußtsein sind mir eher suspekt.

Zitat:
Wer Menschen erreichen möchte, muss anders vorgehen.

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