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Kraiburger, Wednesday, 08.06.2022, 13:00 (vor 1397 Tagen) @ Amafan

Die Fanszene der Nationalmannschaft besteht aus kostümierten Ingos/Anjas/Tanjas mit Klatschpappen, austauschbares Eventpublikum, dazu kommen einige versprengte Hools auf Suche nach Gegnern, ein paar Nationalisten/Faschos ("wir sind wieder einmarschiert") und einige wenige ehrenwerte Groundhopper/Allesfahrer. Die ganze Nummer powered by Coca Cola. Ein Traum.

Stimmt zwar so nicht wirklich, aber egal!

Für die Stimmung ziemlich schädlich ist auf jeden Fall, dass die Heimspiele jedesmal in einer anderen deutschen Stadt und regelmäßig unter der Woche sind. Für die Bildung von einem eingeschworenen Fanblock ist es nicht gerade dienlich, Dienstags in München, Donnerstags und Leizpig und dann wieder Montags in Hamburg zu spielen. Da gibt es eigentlich kaum Möglichkeiten, dass sich ordentliche Fanstrukturen etablieren können.

Insgesamt ist die Akzeptanz der N11 derzeit wieder an einem Tiefpunkt, ähnlich wie Anfang der 00er-Jahre angelangt. Verorten kann man das mit den miesen Resultaten 2018 und 2020/21 einerseits, andererseits der fehlenden Perspektive: Die EM 2024 im eigenen Land ist noch in weiter Ferne, und sportliche Diskussionen für die anstehende WM diesen Winter sind ja ethnisch und moralisch nicht vertretbar. Dafür ist das Framing des Turniers als "Menschenunwürdig" schon viel zu weit in die gesellschaftliche Mitte der Gesellschaft eingedrungen.

Anfang der 00er-Jahre haben sich wenigstens die Hools noch für die N11 interessiert, aber die lassen sich mittlerweile auch nicht mehr blicken.

Positiv muss man wenigstens anmerken, dass der DFB mit 25 Euro pro Ticket eine ziemlich humane und soziale Preisgestaltung vornimmt. Mei, gestern wars ganz toll mal wieder meine Freunde aus England zu treffen. Der Ausflug nach Bologna vergangenes Wochenende hat sich auf jeden Fall deutlich mehr gelohnt als die Fahrt zum Müllberg gestern.


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