Neubau des FCB in der Innenstadt: Pro und Contra in der „AZ“ (Forum)

tomtom, Monday, 01.03.2021, 08:12 (vor 1927 Tagen)

In der heutigen „AZ“ gibt es ein Pro und Contra zu dem Neubau an der Weinstraße.

Lesenswert: „AZ-Kulturredakteur Robert Braunmüller vertritt die Contra-Seite und meint: Protziger, kulissenhafter Pseudobarock - das passt vielleicht zu manchem Kleingeist, aber es ist stilistisch eine Katastrophe“. Er holt zuweilen gut aus, hier ein Auszug: „Man kann gewiss mit so einer unfreiwilligen Architekturironie ein Bordell in einem Gewerbegebiet so aufhübschen, im Zentrum einer modernen Großstadt ist das Neo-Biedermeier eines falschen Barock reiner Retrokitsch.“
Mehr ...

Neubau des FCB in der Innenstadt: Pro und Contra in der „AZ“

harie (ohne R), Monday, 01.03.2021, 12:02 (vor 1927 Tagen) @ tomtom

Die ideologische Seite zwischen rot und blau mal außer Acht gelassen.

Grundsätzlich sehe ich in der Innenstadt lieber eine Fassadenfront aus dem Biedermeier als diese modernen Glasfrontenwüfel.
München ist eben genau nicht weltbekannt für das Nacheifern der Stahl und Glas Skylines
der tatsächlichen oder Pseudo-Weltmetropolen. Sondern für seinen mediterranen Flair als nördlichste Stadt Italiens. Dazu gehört neben der durchaus noch vorhandenen Gelassenheit und Gemütlichkeit, gerade in der Innenstadt beim Einkaufsbummel oder dem Kaffe zwischen durch, nicht von Stahl und Glaskolossen erschlagen zu werden.

Die Ausführung ist dann natürlich eine andere Sache. Hier hätte man sicher etwas mehr Liebe zum Detail an den Tag legen können. Und auch wenn es die Clubfarben sind hätte man die Beleuchtung ein wenig dezenter gestalten können. Das schaut in der Tat eher nach Bahnhofs- oder Hafenviertel aus.

Aber die grundsätzliche Idee finde ich nicht verkehrt.

Neubau des FCB in der Innenstadt: Pro und Contra in der „AZ“

tomtom, Monday, 01.03.2021, 12:13 (vor 1927 Tagen) @ harie (ohne R)

Auch ohne blaue Brille finde ich es einfach schrecklich kitschig. Aber Deine Argumente kann ich nachvollziehen.

Die ideologische Seite zwischen rot und blau mal außer Acht gelassen.

Grundsätzlich sehe ich in der Innenstadt lieber eine Fassadenfront aus dem Biedermeier als diese modernen Glasfrontenwüfel.
München ist eben genau nicht weltbekannt für das Nacheifern der Stahl und Glas Skylines
der tatsächlichen oder Pseudo-Weltmetropolen. Sondern für seinen mediterranen Flair als nördlichste Stadt Italiens. Dazu gehört neben der durchaus noch vorhandenen Gelassenheit und Gemütlichkeit, gerade in der Innenstadt beim Einkaufsbummel oder dem Kaffe zwischen durch, nicht von Stahl und Glaskolossen erschlagen zu werden.

Die Ausführung ist dann natürlich eine andere Sache. Hier hätte man sicher etwas mehr Liebe zum Detail an den Tag legen können. Und auch wenn es die Clubfarben sind hätte man die Beleuchtung ein wenig dezenter gestalten können. Das schaut in der Tat eher nach Bahnhofs- oder Hafenviertel aus.

Aber die grundsätzliche Idee finde ich nicht verkehrt.

Neubau des FCB in der Innenstadt: Pro und Contra in der „AZ“

Chris (aus WS), Monday, 01.03.2021, 13:01 (vor 1927 Tagen) @ harie (ohne R)

Das Elend nimmt ja meistens dann schon seinen Lauf, wenn versucht wird, mit einem einzelnen Gebäude einen Glanzpunkt zu setzen - und zwar egal, ob man das dann aus der modernen oder aus der historisierenden Richtung probiert. Das gesamte Ensemble, also den ganze Platz oder die gesamte Straße hat man dabei leider viel zu selten im Blick. Das würde dann aber meistens verlangen, dass man sich eher unterordnet und einfügt - und genau das scheitert meistens und v.a. speziell im hier vorliegenden Fall an der Geltungssucht der Bauherrenschaft.
Das ist wie bei einem Chor. Wenn da jeder einzelne Sänger versucht, besonders heraus zu stechen und die Nebenleute zu übertönen, dann klingt das Ergebnis auch nicht gut. Im schlimmsten Fall macht sich der Sänger die Stimme dauerhaft kaputt und fängt sich am End noch den Weisswuaschd als treuesten Fan ein. Diese Bauernerlebniswelt ist sozusagen der Udo Dirkschneider unter den Gebäuden.

Neubau des FCB in der Innenstadt: Pro und Contra in der „AZ“

Rosenheimer Löwe, Monday, 01.03.2021, 13:34 (vor 1927 Tagen) @ Chris (aus WS)

Diese Bauernerlebniswelt ist sozusagen der Udo Dirkschneider unter den Gebäuden.

Na dann: Abriss-Balls to the wall!

Neubau des FCB in der Innenstadt: Pro und Contra in der „AZ“

Joerg ⌂, Monday, 01.03.2021, 13:50 (vor 1927 Tagen) @ Chris (aus WS)

Das Elend nimmt ja meistens dann schon seinen Lauf, wenn versucht wird, mit einem einzelnen Gebäude einen Glanzpunkt zu setzen - und zwar egal, ob man das dann aus der modernen oder aus der historisierenden Richtung probiert. Das gesamte Ensemble, also den ganze Platz oder die gesamte Straße hat man dabei leider viel zu selten im Blick. Das würde dann aber meistens verlangen, dass man sich eher unterordnet und einfügt - und genau das scheitert meistens und v.a. speziell im hier vorliegenden Fall an der Geltungssucht der Bauherrenschaft.
Das ist wie bei einem Chor. Wenn da jeder einzelne Sänger versucht, besonders heraus zu stechen und die Nebenleute zu übertönen, dann klingt das Ergebnis auch nicht gut. Im schlimmsten Fall macht sich der Sänger die Stimme dauerhaft kaputt und fängt sich am End noch den Weisswuaschd als treuesten Fan ein. Diese Bauernerlebniswelt ist sozusagen der Udo Dirkschneider unter den Gebäuden.

gefällt mir :-)

Neubau des FCB in der Innenstadt: Pro und Contra in der „AZ“

United Sixties, Monday, 01.03.2021, 13:37 (vor 1927 Tagen) @ harie (ohne R)

Grunsätzlich ist es mir komplett wuaschd, was die Steintrasse so in unsere Welt hinein
baut, ausser wenn wir uns unter (internen o. medialen ) Druck beteiligen lassen wie seiner Zeit am Müllberg :-(

Über gelungene Architektur lässt sich ja trefflich streiten, wie auch zu Kunst oder Rumpelfussball :-D
weiteres Beispiel:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-neubau-isar-architektur-1.5219925

Neubau des FCB in der Innenstadt: Pro und Contra in der „AZ“

friedhofstribüne, Monday, 01.03.2021, 14:33 (vor 1927 Tagen) @ tomtom

In der heutigen „AZ“ gibt es ein Pro und Contra zu dem Neubau an der Weinstraße.

Lesenswert: „AZ-Kulturredakteur Robert Braunmüller vertritt die Contra-Seite und meint: Protziger, kulissenhafter Pseudobarock - das passt vielleicht zu manchem Kleingeist, aber es ist stilistisch eine Katastrophe“. Er holt zuweilen gut aus, hier ein Auszug: „Man kann gewiss mit so einer unfreiwilligen Architekturironie ein Bordell in einem Gewerbegebiet so aufhübschen, im Zentrum einer modernen Großstadt ist das Neo-Biedermeier eines falschen Barock reiner Retrokitsch.“
Mehr ...

Wenn nicht wegen jeden unbedeutenden Pupps der Roten so ein Gedöns gemacht würde, wäre der Welt sehr viel geholfen.

Tatsächlich dachte ich, sie nehmen den ganzen Block. Direkt neben dem normalen Geschäftsgebäude erscheint es tatsächlich wie ein komisch widerlich kitschiger Zuckerbäckerbau. Das gereicht der nördlichsten Stadt Italiens ganz sicher nicht zur Ehre. Eher dem westlichsten Vergnügungspark Chinas. Und da sind wir schon eher an der Realität. Weil es gibt ja viel mehr Chinesen als Italiener.

RSS-Feed dieser Diskussion