Du bist also der Meinung, wenn Merz Kanzlerkandidat wird und deswegen die Union auf 28 % oder noch weniger drückt, muss er unbedingt auch Kanzler werden, um die Demokratie zu retten ?
Dem kann ich nicht folgen.
Nein. Er darf auch gerne als Konsequenz sein Mandat nicht antreten und sich nicht als Kanzler aufstellen lassen. Dann wäre es aber verlogen, einen andern CDU-Kanzler zu wählen. Entweder sagt man: Ok, wir sind abgewählt, soll wer anderes machen und man wählt einen Kanzler der XY-Partei. Oder man sagt: Ok, wir sind gewählt, eine Koalition anzuführen, dann gibt es keinen sinnvollen Grund, den dazu aufgestellten und gewählten Kandidaten nicht auch zum Kanzler zu machen; im Gegenteil wäre es ein Betrug am Wähler, der sich für diese Konstellation entschieden hat und ansonsten evtl. anders entschieden hätte.
Das hat doch bei der Europawahl schon zu ziemlichem Missmut geführt: Man hatte Kandidaten und am Schluss gabs doch eine fadenscheinigen Hinterzimmeraktion, bei der der Wahlausgang völlig wurscht war. Und bei der Bundestagswahl hat man sich Schulz (nach einem echt miesen Wahlkampf, sehr schade um diesen Kandidaten)auch erst hingestellt: Ok, man hat uns keinen Regierungsauftrag erteilt und dann kommt man doch an und macht mit irgendwem irgendwie weiter, Hauptsache nochmal ein paar Jahre an die Macht klammern. Wobei man da ja wenigstens nicht mit dem verbrannten Kandidaten weitergemacht hat. Hätte er die Klappe gehalten, wäre gegangen und dann hätte sich die SPD "zum Staatswohl" nochmal breitschlagen lassen (wer weiss, ob eine Neuwahl ein besseres Ergebnis bringt plus Chaos bis dahin, blabla), wäre das wohl deutlich besser angekommen.
So kann man nicht für die Demokratie werben. Das erzeugt ein Gefühl, "die da oben" machen eh was sie wollen und es ist egal, wen man wählt. Diese Leute brauchen dann z.B. AfD, Querdenken und ähnliche nurnoch abzuholen......