Lieber Havo,
grundsätzlich sind 6 Tage zu wenig für Schottland. Da ist einfach zu wenig Zeit zum Genießen der Landschaften und des besonderen Flairs. Daher empfehle ich euch, euch lieber auf 2-3 Punkte zu beschränken. Sonst seid ihr nur am Fahren. Es ist natürlich schön, durch die beeindruckenden Landschaften zu fahren. Aber so richtig toll wird es, wenn man auch mal Zeit hat für einen Strandspaziergang oder eine ausgedehntere Wanderung und nicht nur Touristenpfade abklappert.
Meine Empfehlung:
Lasst Glasgow auf jeden Fall weg. Wenn eh kein Fußball ist, ist das nicht so spannend.
Edinburgh ist auf jeden Fall empfehlenswert. Das geht aber auch mit einem Städtetrip (Achtung Flugscham!).
Von Cumbria kommend würde ich auf schnellstem Wege auf der Autobahn durch Glasgow durch und über den legendären Loch Lomond (das berühmte Lied solltet ihr dabei hören!) Richtung Oban fahren.
Die Fahrt dahin ist landschaftlich schon beeindruckend. Oban ist ein lebendiges kleines Städtchen in dem man gut shoppen kann. Da könntet ihr je nach weiterer Zeitplan eine Destillerieführung machen.
Von Oban aus könnt ihr mit der Fähre auf die Isle of Mull rüber. Eine tolle Insel. Für die Übernachtungen dort empfehle ich das hier.
Das ist zwar nicht so ganz günstig. Ist aber definitiv ein Highlight der Reise. Lage gigantisch. Unglaubliches Flair. Offene Whiskyflaschen zur Selbstbedienung. Offenes Kaminfeuer. Tolles Frühstück mit atemberaubendem Blick aus dem Fenster. Gönnt euch das einfach! 2 Nächte mindestens.
Vom Schloss aus sind schöne Spaziergänge möglich. Den zum Steinkreis empfehle ich wärmstens.
wasserfestes Schuhwerk ist übrigens Pflicht. Mit Turnschuhen kann das schnell unangenehm werden. Man muss da immer durch mooriges, feuchtes Gebiet.
Tobermory, die Inselhauptstadt ist auch ein nettes Städtchen. berühmtes Fotomotiv mit den bunten Häusern. Destillerieführung dort auch ok. Im kleinen Shop der Destillerie aber unbedingt ein paar Whiskys probieren und die kaufen ,die munden. Die haben da so kleine 0,2-Liter-Samplefläschchen. Nicht billig, aber manche saugut. Damit belohnen sie die Touristen, die den weiten Weg dahin geschafft haben. Fässer in dieser Qualität gehen sonst eher nach Asien, weil die höhere Preise für guten Whisky zahlen, als wir in Deutschland mit unserem Geiz-ist-geil-Aldi-Lidl-versauten Preisniveau.
Macht eine Rundfahrt über die Insel, bleibt stehen, wo es euch gefällt und mach einen Spaziergang. Ein Highlight ist auch die kleine Insel Iona vor Mull. Oder der etwas längere Ausflug zum Basaltfelsen Staffa. Dazu müsstet ihr aber mind. 3 Nächte auf Mull bleiben.
Von Mull aus würde ich mit der kleinen Fähre von Tobermory nach Kilchoan/Halbinsel Ardnamurchan fahren. Die kleine Fähre ist allein schon ein Erlebnis und dann über die wunderschöne Halbinsel nach Mallaig fahren und von dort auf die Insel Skye. Skye ist mit sicherheit die landschaftlich beeindruckendste Insel. Dort nochmal zwei Nächte. Dort kann man die typische Touristenrunde gut machen. Wenn das Wetter passt ist der Ausflug/die Wanderung nach Quiraing sehr empfehlenswert. Traumlandschaft! Da müsst ihr aber früh raus, die Parkplätze da oben sind oft um 10 Uhr schon gut voll! Übernachtung auf Skye müsst ihr schauen. In Portree, der Inselhauptstadt sollte es was geben. Man kann aug Skye hervorragend essen gehen. Lasst euch von der Unterkunft was empfehlen und bucht sofort, wenn ihr ankommt. Die die drei richtig guten Restaurants sind in der Hauptsaison gerne überbucht. Essen ist phantastisch. Preisniveau wie bei uns im gehobeneren Segment.
Nach Skye dann auf schnellstem Weg evtl. über Inverness (von Inverness geht eine autobahnähnliche Schnellstraße nach Süden) zurück nach England. Wenn ihr Fahrzeit durch England sparen wollt, empfehle ich für die Rückreise die Newcastle-Amsterdam-Fähre (geht über Nacht). Von Amsterdam kommt man in einem Tag gut nach München zurück. Wir fahren immer Hin und Zurück so. Auf dem Rückweg empfehlenswert ist auch das kleine Städtchen Hexham in Nordengland. Der echte Ragnar Lodbrok war da auch!
Ihr müsst das nicht so machen. Beeindruckender als Edinburgh/Glasgow/Highlands/Inverness ist es aber allemal.
Ein paar Tipps:
Unterkünfte jetzt gleich buchen. Durch Instagramm gibt es einen Schottland-Hype. Vor allem die Inseln sind dünn besiedelt und haben begrenzte Unterkunftskapazitäten.
Fahrzeiten eher länger planen, als wir es gewohnt sind. Diese vielen Kurven mit den LKWs, das zieht sich oft elend lange hin. Immer gut gefüllten Tank haben. Auf den Inseln generell nur wenige Tankstellen und dann auch noch andere Öffnungszeiten als bei uns. Vor allem Sonntags manchmal problematisch. Und wir haben im Kopf die KM. da denkt man 50 Meilen ist nicht soo weit. Und dann steht man am Sonntag um 6 da mit leerem Tank.....
Wünsche euch einen wunderschönen Urlaub im gelobten Land!
Slainthe Math!
BlueMagic