Das Scheichlied mit Inhalt gefüllt (Forum)

tomtom, Sonntag, 10.11.2019, 11:56 (vor 5 Tagen) @ laimerloewe (c)

Sehr plausible und aufwändige Analyse, Danke, dass Du Dir diese Mühe gemacht hast. Ich alter Kindskopf glaube ja immer noch an den so genannten Menschenverstand, dass den Leuten endlich klar wird, welches Possenspiel Ismaik und seine Helfer da betreiben. Doch selbst im Freundeskreis überwiegt da manchmal die Desinformation. Aber ehrlich gesagt glaube ich, dass wir doch wieder auf einem guten Weg sind, es kann ja nur besser werden ...

Ich werde nach diesen Ismaik-Interviews und den Ereignissen der letzten Woche immer häufiger drauf angesprochen, was ich denn eigentlich gegen den „Investor“ habe und warum der Präsident den Ur-Löwen Bierofka als erfolgreichen Trainer rausgemobbt hat.

Kommentare zum sportlichen Bereich spare ich mir jetzt. Was mich dagegen gnadenlos nervt, ist das (mediale) Oberwasser, das Ismaik genießt und die sehr Defensive bis nicht vorhandene Entkräftung seiner Positionen und Forderungen. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Präsidium dem medialen Treiben von dem Typen viel zu lange tatenlos gegenübergestanden ist. Dadurch ist ein mediales Bild entstanden, das nicht der Wahrheit entspricht und Ismaik viel zu positiv und den ev viel zu negativ wiedergibt.

Natürlich sind die Sachverhalte kompliziert und die Ursachen liegen schon lange in der Vergangenheit. Zb die Wurzel allen Übels, die Beteiligung an der Arena. Ich argumentiert mit einer Kausalkette, die 16/17 beginnt und die der ev aus meiner Sicht schon lange für ein knallhartes Kontra gegen Ismaik hätte nutzen müssen:

A) eine enorme Verschuldung wurde in der Saison 16/17 aufgebaut, als der Scheich schalten und walten konnte, wie er wollte. Am Ende dieser Geldverbrennungsorgie von ca. 20 mio hat er uns dann noch den doppelabstieg beschert
B) Seitdem operiert die kgaa kgaa mit negativem EK, man müsste eigentlich Insolvenz anmelden
C) das muss man nur nicht, weil externe Auditoren (die wahrlich nicht billig sind) ständig eine Positive Fortführungsprognose beurkunden müssen
D) trotz bilanzieller Überschuldung nimmt es sich der Scheich heraus, keine Gesundung der KGaA zuzulassen (neue Anteilseigner, bilanzielle Wandlung durch Kapitalerhöhung, Verkauf seiner Anteile, weitere Ideen...)
E) droht ausgerechnet er (der bei Insolvenz am meisten zu verlieren hat) ständig mit derselben, weil er seine Wandlung immer an Bedingungen knüpft und erst in der letzten Sekunde (oder auch schon später) durchführt, dadurch müssen
F) Gelder, die eigentlich gut in den Kader investiert werden können, erstmal als Rückstellung für Strafen zurückgehalten und ggf sogar als Strafen an den dfb bezahlt werden (zb Namenssponsoring NLZ durch die Bayerische) und
G) können sportliche Investitionen in den Kader gar nicht oder erst auf den letzten Drücker durchgeführt werden, wenn der Markt eigentlich schon leergefegt ist und
H) „schenkt“ er der KGaA dann nach eigenem Gutdünken irgendwelche Spieler, ohne dies mit der sportlichen Leitung abzusprechen und sorgt damit für eine teure Aufblähung des Kaders
I) positioniert Ismaik Gefolgsleute (Jutta Schnell, irgendwelche Übersetzer usw) in der KGaA, die für die kgaa keinen Mehrwert haben u dort dazu beitragen, dass von 10 mio Umsatz nur 3 im Kader ankommen
J) hat er mit Stimoniaris einen AR-Vorsitzenden eingesetzt, der nur an Verbreitung von Ismaiks Standpunkten interessiert ist und als höchste Aufsichtsperson der KGaA bisher keinerlei wahrnehmbare Schritte zu Ihrer Entschuldigung oder Gesundung unternommen hat. Außerdem arbeitet er darauf hin, die geltende 50+1 Regel abzuschaffen und lässt bis dahin 1860 am ausgestreckten Arm Verhungern
K) besitzt er mit der Fanartikel gmbh den einzigen Teil von 1860, der profitabel ist, zu 100% und kassiert die dortigen Gewinne zum Großteil selbst. Diese Finanzmittel fehlen der kgaa, um sie in die Mannschaft oder das NLZ zu stecken
L) teilt er in inakzeptabler Weise verbal gegen ev u Fans sis, während er selbst wegen jeder Kleinigkeit Leute verklagen lässt
M) gibt er durch sein unkontrolliertes öffentliches Auftreten im internet unter der Flagge 1860 ein grauenhaftes Bild ab, das jeden Löwen beschämt und dem Spott aussetzt
N) hat er einen jungen Trainer, seine Position als „Identifikationsfigur“ und die Angst, ihn zu verlieren gnadenlos für seine Zwecke instrumentalisiert. Es ist wahrscheinlich, dass auch diese Überhöhung der Rolle des Trainers dazu beigetragen hat, dass dieser sich entschlossen hat, bei 1860 zu kündigen.

Ich finde, dass man diese Argumente (und es gibt sicher noch einige mehr) durchaus mal knallhart zurückspielen könnte. Da wäre in der öffentlichen Wahrnehmung schon einiges gewonnen. In meinem privaten Umfeld führt das meistens zu einem Umdenken.

Und weil man das alles schwer in ein prägnantes Lied fassen kann, wurde das Scheichlied erfunden und wird bis zum heutigen Tage gern gesungen.


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