Halmstad eine Runde davor (Forum)

Celtic, Freitag, 13.09.2019, 22:11 (vor 7 Tagen) @ tomtom
bearbeitet von City-Roller, Samstag, 14.09.2019, 14:30

Sechzig in Halmstad

Wir waren nicht in Leeds, aber in Halmstad!

Das Aus in der Schwammerlliga gegen Leeds United konnte uns Löwen nicht erschüttern. Dann halt über den UEFA-Cup! Die Petra aus Tschechien haben wir gerade abserviert. Die Auslosung für die nächste Runde war noch nicht richtig vorbei, da habe ich einen Spezl angerufen und gefragt: „Warst du scho in Schweden?“ „Naa“ sagt er“ . „Fahrma hi“ sage ich und der Thomas sagt tatsächlich ja.

Nach kurzen Telefongesprächen (so war das um die Jahrtausendwende noch) hat sich eine vierköpfige Reisegruppe herausgebildet. Bier in Schweden ist teurer als sich ein Wohnmobil zu mieten, in das man soviele Augustinertragl bringt wie man braucht. Also haben wir ein solches Gefährt bei einem Anbieter in der Landsberger Straße gemietet. Es wurde ein Fiat Wohnmobil. Die Marke war wurscht, Hauptsache man bringt Bier und Brotzeit für ein paar Tage unter.

Wir haben uns also am Tag der Abreise (einen Tag vor dem Spiel) beim Wohnmobilvermieter getroffen und unser Gefährt in Empfang genommen. Als es um die einzutragenden Fahrer ging, merkte ich, dass ich meinen Führerschein gar nicht dabei hatte. So ein Sch…, aber nochmal heimfahren und den holen geht jetzt auch nicht mehr. Aber wir hatten ja zwei Fahrer, den Tom und den Max.

Das erste Ziel der Reise war ein Getränkemarkt, das zweite eine Metzgerei (Leberkäs braucht der Mensch), das dritte war Schweden. Heja Sverige!

Irgendwo in Niedersachsen, in der Nähe des dortigen Safariparks, haben wir die Autobahn verlassen um in irgendeiner Dorfwirtschaft ein Abendessen einzunehmen. Wir sind also in das erstbeste Dorf gefahren und haben unser mobiles Heim vor einem Wirtshaus abgestellt, aus dem heraus wir bereits die Eingeborenen starren sahen. Zu deren Schrecken haben wir die Gaststätte betreten und als sich herausstellte, dass wir aus Bayern sind, waren wir irgendwie eine Sensation. Wir haben gut gegessen und mussten den relativ aufdringlichen Stammgästen nicht einmal was vorplatteln. Unsere Nachtruhe haben wir uns auf dem nächsten Autobahnrastplatz gegönnt.

Aufgewacht mit dem Gefühl, dass wir heute Halmstad schlagen, setzten wir unsere Reise fort. Vorbei an Hamburg und Richtung Fehmarn, dann mit der Fähre im Regen und Niesel nach Dänemark. Meine Befürchtungen, dass wir in Dänemark noch ein paar mal von Insel zu Insel schippern müssen und zu spät zum Spiel kommen, wurde durch vorhandene Brücken und Tunnels zerstreut. Vorbei an Kopenhagen nach Helsingör. Hier mussten wir dann doch auf die Fähre nach Helsingborg (Schweden, Heimat von Henrik Larsson übrigens). Diese Fähre geht im Halbstundentakt und befördert allerlei Schweden zum Bierkauf nach Dänemark und zurück. Etwa die Hälfte der Passagiere waren mit Sackkarren bewaffnete Schweden, die das in Dänemark viel billigere Bier nach Schweden transportiert haben. Ich sah Leute mit Sackkarre voll Bier, einen Sixpack am einen Arm und einem Bierbecher in der anderen Hand. Unser mitgebrachter Biervorrat erhielt plötzlich einen nie gekannten Wert. Schnell zum Auto!

So, jetzt waren wir also in Schweden. Von Helsingborg nach Halmstad ist es ja eigentlich nur noch ein Katzensprung. Allerdings gibt es hier über viele Kilometer eine kontinuierliche Steigung, die unser Fiat-Wohnmobil irgendwann nicht mehr so richtig mitmachen wollte. Jedenfalls sind wir mit ungefähr 50 oder 60 km/h dahingeschlichen, während andauernd LKWs an uns vorbeigeschossen sind. Aber wir haben Halmstad erreicht, ein paar Stunden vor Spielbeginn. Ein Navi war noch nicht erfunden, also sind wir mitten in die Stadt gefahren. Um jemanden nach dem Weg zum Stadion zu fragen. Jeder Schwede kann Englisch, außer den älteren Herrschaften. Und derjenige, der gerade Beifahrer war, fragt einen etwas älteren Herrn! Der hat uns zwar den Weg erklärt, aber halt auf Schwedisch. Ein jüngerer Mann kam helfend dazu und so fanden wir Örjans Vall.

Auf einer Zufahrtssraße zum Stadion fanden wir einen schönen Platz um unser Mobil abzustellen und uns bei Leberkäs und Augustiner auf das Spiel in zwei Stunden einzustimmen. Wir haben es relativ knapp geschafft aber geschafft. Es war sehr beschaulich bis plötzlich ein großer Bus haarscharf an unserem "Heim" vorbeigeschrammt ist. Lauter Wuide unterwegs! Es war der Löwenbus.

So, Mund abputzen und auf ins Stadion. Wir haben 2:3 verloren, sind aber trotzdem voller Zuversicht in unser Gefährt gestiegen. Wir sind auf die Autobahn Richtung Helsingborg gefahren und haben auf einem Rastplatz genächtigt. Während wir den Supermarkt beim Rastplatz durchstreiften kam uns die Erinnerung, dass wir alle keine einzige schwedische Krone hatten. Wir mussten auch nichts kaufen, wir waren autark, solange das Bier reichte.

So, aber jetzt Kultur in Kopenhagen. Sehr schöne Stadt, aber teuer. Während unseres Spaziergangs durch die Fußgängerzone sahen wir das Erotik-Museum. Wir sind natürlich rein. Sehr interessant und informativ. Koa Sauerei aber aa nix für Pfuideifitypen.
Zum Essen gab es Smörrebröd. Bezüglich des „Belags“ gibt es unendlich viele Variationen. Fisch, Fleisch, Gemüse usw. Jedem Dänemark-Besucher ist das zu empfehlen. Und ein Bier (aber nur eins bei dem Preis!). Zum Abschluss sind wir noch ins hiesige Hard Rock Cafe auf ein Bier. Da hat ein Bier fast soviel gekostet wie eines unserer Tragl.

Also zurück zum Campingplatz, wo außer unserem Gefährt kaum was da war. Und am nächsten Tag Richtung München. Sechzig spielt gegen Hertha! Schaffma des? Eine Übernachtung irgendwo bei Kassel war noch drin. Wir haben es geschafft. Jeder konnte sich zu Hause noch frisch machen und dann zum Spiel.

(Das Rückspiel haben wir 3:1 gewonnen, und dann war Parma)

Tags:
Reiseberichte


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