Chemnitzer FC (Forum)
In Chemnitz wirds langsam richtig eng:
https://www.liga3-online.de/chemnitzer-fc-wahl-des-aufsichtsrates-gescheitert/
Kein Wunder, wenn man sich vor Augen führt, wie die MV da abgelaufen ist. Der Bericht stammt von einem Bekannten aus einem Fußballforum:
Denkwürdige Veranstaltung am gestrigen Abend. Die als "Kompromiss" bezeichnete Liste kam mehr oder weniger nur durch die Erpressung des Ehrenrates sowie des Notvorstandes überhaupt erst zusammen.
Rechnet man die Liste den beiden Lagern zu, so haben fünf Kandidaten aus dem ... Dunstkreis ... der Gesellschafter der GmbH sowie zwei Vertreter des e.V. zur Wahl gestanden. Bereits während der Sitzung machte die Nachricht die Runde, dass die Vertreter der GmbH nichts außer der Wahl der Liste akzeptieren. Diese wurde abgewählt.
Bei der Einzelwahl zeigte sich ein interessantes Bild. Die zwei Vertreter des e.V. wurden klar gewählt. Zudem wurde ein Gesellschafter mit deutlicher Mehrheit gewählt. Knackpunkt war meines Erachtens: Bei drei weiteren Gesellschaftern wurden Marionetten in den Ring geschickt. Während sich der Sohn eines Gesellschafters aufgrund seiner langjährigen Verbindung zum Verein noch retten konnte, boten zwei weiteren Kandidatinnen (Ehefrau eines Gesellschafters / Geschäftsführerin im Unternehmen eines anderen Gesellschafters) aus meiner Sicht eine Vorstellung, welche einfach nicht ausreichte, um die ohnehin durch die letzten Wochen aufgebrachten Mitglieder zu überzeugen. Die Statements bei ihrer Vorstellung lauteten sinngemäß:
Frau P.: Ich bin seit 1.4.19 Mitglied - und seit 12 Jahren Mitglied in der Familie meines Mannes. Ich arbeite auch. Ich mach in unserer Firma das Personalwesen.
Frau J.: Zum Fussball bin ich durch meinen Sohn gekommen. Der spielt auch Fussball.
Weder die Bindung zum Verein, noch die Eignung für dieses Gremium noch Vorstellungen zur weiteren Zukunft des insolventen e.V. wurden bei diesen beiden genügend deutlich. Dass - wie erwähnt - ein weiterer Gesellschafter mit deutlicher Mehrheit gewählt wurde, macht deutlich, dass die Mitglieder durchaus an einer erfolgreichen Wahl interessiert waren. Der Unterschied war eben, dass dieser besagte Gesellschafter glaubhaft seine jahrzehntelange Verbindung zum Verein und sein langjähriges Engagement vermitteln konnte. Vielleicht hätten das bei den beiden abgelehnten Kandidaten die "tatsächlichen" Geldgeber ebenfalls besser vermocht als ihre Strohfrauen.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass mit Frau P. eine Kandidatin zur Wahl stand, die - wie erwähnt - seit 1.4.19 Mitglied ist. Herrschende Meinung der Fachliteratur ist wohl, dass während einer Insolvenz keine passiven Mitglieder aufgenommen werden dürfen. Man hätte die Wahl damit ohnehin als rechtswidrig ansehen können.
Es wird spannend werden. Der Insolvenzverwalter wird die Mitglieder als nicht sanierungsfähigen Haufen rechter Spinner darstellen. Wie er es schon die ganze Zeit tut. Dennoch kann er den e.V. nicht so einfach ausradieren wie er dies möchte. Das Nachwuchsleistungszentrum aus der Insolvenzmasse frei zu geben, war nicht der cleverste Schachzug. Der Fortbestand ist nach den Beschlüssen von gestern - zumindest bis Saisonende - gesichert. Außerdem wird er den e.V. kaum ausradieren können, bevor er nicht die noch im Eigentum des Vereins befindlichen 88 % an der GmbH an den Mann bekommen hat. Wie er das tun will und was der DFB dazu meint, ist ebenfalls offen.
