Ex-Löwen Sponsor DHP Bau (Forum)
Problematisch wird's halt auch, wenn der Auftraggeber nicht, oder nur sehr verspätet zahlt. Soll ja auch bei öffentlichen Aufträgen nicht ungewöhnlich sein. Dann ist die Liquidität schnell dahin.
Ja klar gibt es das Problem.
Die Banken finanzieren da aber lt. meiner Wahrnehmung im Moment großzügig vor. Öffentlicher Aufraggeber z.b. ist ja per se eine Sicherheit.
Naja, mein Eindruck ist eher, dass die Kunst im Bauträgergeschäft darin liegt, Gewinne durch kleine Finanzierungskosten zu erzielen. Da hilft dann das Nachfinanzieren durch Banken gar nix.
Die öffentliche Hand ist schon wegen der starren Vergabekriterien häufig an Insolvenzen mindestens indirekt beteiligt, weil das Gebot, immer den billigsten Bieter zu beauftragen, gerade die unseriösesten Firmen bevorzugt. Wenn deren Kalkül nicht aufgeht, durch satte Nachtragsrechnungen die vorher bewußt unterfinanzierte Kalkulation wieder auszugleichen, gehen die halt als erste beim Bau hops - und ziehen dann oft noch seriöse Vor- und Nachfolgeunternehmen mit sich.
Kleine und mittlere Bauträgerfirmen, wie die DHP eine war, machen oft auch gezwungenermaßen den Fehler, die einzelnen Bauprojekte nicht sauber getrennt zu halten. Oft zwingt der Expansionsdruck dazu, mit Abschlagszahlungen aus dem einen Projekt in einem anderen in Vorleistung zu gehen, wenn dann mal was hakt, ist es halt zum Leidwesen der Kunden auch schnell vorbei.
Zum Leidwesen der Bauleute, der Belegschaften und der anderen am Bau beteiligten.
Ich will nicht behaupten, dass das auch bei der DHP so war, aber ich bin diesem Phänomen in meiner Berufspraxis schon mehrfach begegnet.
