Wahl-o-mat (Forum)

Schreihals politisiert, Wednesday, 06.09.2017, 22:57 (vor 3148 Tagen)

Inspiriert von der Wahldebatte im BR mit dem peinlichen Dobrindt hab ich doch mal den aktuellen Wahl-o-mat gemacht. Schade, dass man dabei nur 8 Parteien auswählen kann. Hier das Ergebnis:

80% Tierschutzpartei: Wow, aber nein...
78% ÖDP: Keine Parteispenden, keine Überraschung!
77% Grüne: Hm, vielleicht...
73% Die Linke: Geht hoit net...
57% SPD: Wer hat uns verraten?
54% Freie Wähler: Immerhin besser als...
51% CSU: Tja, auch nicht überraschend!
46% Bayernpartei: Ja mei, der linke Flügel is wohl ohne den Stoibeißer zu schwach!

FDP hab ich gar nicht erst ausgewählt, bin doch kein Zahnarzt! (Sorry, irgendjemandem hab ich den Spruch geklaut, Celtic?)

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Wahl-o-mat

Nik, Thursday, 07.09.2017, 06:11 (vor 3147 Tagen) @ Schreihals politisiert

73% Die Linke: Geht hoit net...

Warum? Das ist immerhin die einzige Linke Partei, die Chancen hat, in den Bundestag zu kommen.

Wahl-o-mat

ex-mitglied, Thursday, 07.09.2017, 07:04 (vor 3147 Tagen) @ Nik

73% Die Linke: Geht hoit net...

Warum? Das ist immerhin die einzige Linke Partei, die Chancen hat, in den Bundestag zu kommen.

Na, und was ist mit den Grünen? ;-)
die sind doch manchmal so links, dass sie´s gar nicht merken...:-|

Wahl-o-mat

Kraiburger, Thursday, 07.09.2017, 07:38 (vor 3147 Tagen) @ ex-mitglied

Mit voraussichtlich 7 Parteien wird der Bundestag diesmal so bunt gemischt wie nie zuvor

Wenn man die groko nicht wählen will und afd trotzdem Schwächen, dann bleibt nur noch gelb, dunkelrot oder grün.

Alles andere ist eine weggeworfene Stimme, die letztendlich den rechten nutzt.

Wahl-o-mat

ludwigshafener löwe, Thursday, 07.09.2017, 16:38 (vor 3147 Tagen) @ Kraiburger

Mit voraussichtlich 7 Parteien wird der Bundestag diesmal so bunt gemischt wie nie zuvor

Wenn man die groko nicht wählen will und afd trotzdem Schwächen, dann bleibt nur noch gelb, dunkelrot oder grün.

Alles andere ist eine weggeworfene Stimme, die letztendlich den rechten nutzt.

Leider richtig. Gelb ist für mich persönlich auch keine Option. Dann bleiben nur noch zwei...oder halt doch Die Partei :)

Verschwendete Stimmen

Schreihals abwägend, Saturday, 09.09.2017, 10:33 (vor 3145 Tagen) @ Kraiburger

Alles andere ist eine weggeworfene Stimme, die letztendlich den rechten nutzt.

Das kann man natürlich schon so sehen mit den Stimmen für kleine Parteien. Gerade bei dieser Wahl. Auf der anderen Seite wird sich damit halt nie was ändern, weil immer die gleichen Parteien im Bundestag sitzen, deren Reformbereitschaft - sagen wir mal - sehr eingeschränkt ist. Auch wenn eine kleine Partei nicht in den Bundestag einzieht, sind die Stimmen natürlich trotzdem wichtig für die Finanzierung.

In Wirklichkeit ist es doch schon lange Zeit für ein grundlegendes Umdenken und einen Systemwandel. Mir gefällt in dem Zusammenhang das Steuerkonzept der ÖDP sehr gut:

https://www.oedp.de/aktuelles/pressemitteilungen/newsdetails/news/oedp-oekologisch-soziale-steuerreform-ueberfaellig/

Verschwendete Stimmen

Stefan, Saturday, 09.09.2017, 11:37 (vor 3145 Tagen) @ Schreihals abwägend

Sehe ich ähnlich, man kann ja zumindest seine Erststimme an die ÖDP geben,
da es wohl sehr unwahrscheinlich das auch nur ein Wahlkreis, außerhalb der Großstädte, dem jeweiligen CSU Kandidat entrissen werden kann.
Mir war das mit der Sperrklausel bisher auch immer herzlich egal,
aber dieses Jahr wirds bei mir zumindest was die ausschlaggebende Zweitstimme angeht,wohl doch eher Linkspartei.

Wahl-o-mat

Petra Kelly, Thursday, 07.09.2017, 08:57 (vor 3147 Tagen) @ ex-mitglied

Die Grünen ist aber nicht dein Ernst oder ?
Die Partei die ganz vorne dabei ist wenn um dümmliche Nato Propaganda und
Hetze gegen Russland geht.
Mit Personal die eher wie Zombies und Roboter wirken als wie echte Menschen.
Petra Kelly und Co. würden sich im Grab umdrehen wenn sie wüssten was aus ihren Grünen geworden ist.
Aber Linke wählen, die mit Sahra Wagenknecht noch die intelligenteste und
fähigste Person die übrig geblieben ist in ihren ihren Reihen haben,
"geht hoid ned".
Es ist schon wirklich erstaunlich wie leicht und gut Manipulation funktioniert nix für unguat.

...oder doch...

ex-mitglied, Thursday, 07.09.2017, 09:21 (vor 3147 Tagen) @ ex-mitglied

...nua sovui:

für mich sind die Grünen die größte Enttäuschung der letzten 30 politisch erlebten Jahre.

Von so vielen großartigen Ansätzen kein einziger aber auch nur irgendwo umgesetzt.

So schaugds aus.

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Wahl-o-mat

Nik, Thursday, 07.09.2017, 10:00 (vor 3147 Tagen) @ ex-mitglied

Die Grünen mit Kretschmann und Palmer kann ich nicht mehr als Linke Partei wahrnehmen.

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Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 12:43 (vor 3147 Tagen) @ Nik

Die Grünen mit Kretschmann und Palmer kann ich nicht mehr als Linke Partei wahrnehmen.

ginge auch anders

"Politisch verfolgt die 51-Jährige ein radikales Ziel: "Internationale Immobilienfonds, die nur an Rendite interessiert sind" sollen "keine Chance mehr haben" und bei Bedarf enteignet werden können. "Kein Mensch versteht, warum für Autobahnen Grundstücke enteignet werden können, aber nicht für die soziale Frage des Verbleibs in der eigenen Wohnung", sagt sie."

Quelle

Aber man meint eben auf dem Neoliberalen Mainstream mitschwimmen zu müssen. Ergo auch unwählbar.

Wahl-o-mat

my investor mind, Thursday, 07.09.2017, 13:30 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

"Politisch verfolgt die 51-Jährige ein radikales Ziel: "Internationale Immobilienfonds, die nur an Rendite interessiert sind" sollen "keine Chance mehr haben" und bei Bedarf enteignet werden können. "Kein Mensch versteht, warum für Autobahnen Grundstücke enteignet werden können, aber nicht für die soziale Frage des Verbleibs in der eigenen Wohnung", sagt sie."

Quelle

Wer glaubt, dass man so Knappheit auf dem Wohnungsmarkt bekämpfen kann muss ein bisserl einfach gestrickt oder ideologisch verbohrt sein. Da sind wohl ein paar Sicherungen durchgebrannt.

Einfaches Gedankenspiel: Wie würde man eine Knappheit auf einem anderen - weniger emotional belegten - Markt bekämpfen? Wenn beispielsweise der Preis für Schweineschnitzel wegen explodierender Nachfrage in die Höhe steigt? Würde man dann eine Schweinfleischpreisbremse einführen oder die Schweinebauern enteignen? Wohl eher nicht, weil dann jedem sofort klar wäre, dass dann das Angebot für Schweinefleisch auf Nahe Null zurückgeht. Warum das Gleiche bei Wohnungen funktionieren soll hat mir noch nie jemand erklären können. Und es funktioniert ja auch nicht wie man sieht.

Wahl-o-mat

Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 13:43 (vor 3147 Tagen) @ my investor mind

es wird nicht gemacht, von daher ist es müsig drüber zu diskutieren.
Dein Vergleich hinkt natürlich völlig, für Schweineschnitzel gibt es Ersatz für Wohnraum nicht, wenn man nicht wegziehen kann oder will

Aber diese Gedankengänge werden einem FDP Wähler ohnehin verborgen bleiben

Wahl-o-mat

my investor mind, Thursday, 07.09.2017, 13:49 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

es wird nicht gemacht, von daher ist es müsig drüber zu diskutieren.
Dein Vergleich hinkt natürlich völlig, für Schweineschnitzel gibt es Ersatz für Wohnraum nicht, wenn man nicht wegziehen kann oder will

Aber diese Gedankengänge werden einem FDP Wähler ohnehin verborgen bleiben

Nice. Glaube mir: Ich bin nicht halb so einfältig wie Du vielleicht denkst.

Auch mir geht es darum wie man auf einem Markt entstandene Knappheit bekämpft. Damit eben keiner wegziehen muss oder auf der Straße steht. Und so gehts halt nachweislich nicht.

Wahl-o-mat

my investor mind, Thursday, 07.09.2017, 13:53 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

Und so gehts halt nachweislich nicht.


wer hat das wo wie nachgewiesen?

Gegenfrage: Ist mir entgangen, dass durch die Mietpreisbremse ein Bauboom an bezahlbarem Wohnraum ausgelöst worden ist? Oder sind durch die Enteignung von Investoren schon einmal weitere Investitionen in einem Markt angeregt worden?

Wahl-o-mat

Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 13:54 (vor 3147 Tagen) @ my investor mind

Und so gehts halt nachweislich nicht.


wer hat das wo wie nachgewiesen?


Gegenfrage: Ist mir entgangen, dass durch die Mietpreisbremse ein Bauboom an bezahlbarem Wohnraum ausgelöst worden ist? Oder sind durch die Enteignung von Investoren schon einmal weitere Investitionen in einem Markt angeregt worden?

ach komm das weisst du doch selber wenn du dich als nicht naiv darstellst.
Die Mietpreisbremse funktioniert nicht und wird unterlaufen, sagt sogar Mutti

Wahl-o-mat

my investor mind, Thursday, 07.09.2017, 13:58 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

ach komm das weisst du doch selber wenn du dich als nicht naiv darstellst.
Die Mietpreisbremse funktioniert nicht und wird unterlaufen, sagt sogar Mutti

Ja. Aber was wäre denn wenn sie funktionierte? Würde das zu dringend zusätzlich benötigtem Wohnraum führen? Ich denke nicht. Darum müssen andere Lösungen her.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Thursday, 07.09.2017, 20:46 (vor 3147 Tagen) @ my investor mind

Mit Bomben oder Mietpreisbremsen !

Mein roter Freund Jorge Arprin zu diesem Thema.

Mein eigenes Wahlomat-Ergebnis poste ich hier lieber nicht, da es zu radikal ausgefallen ist um noch Löwenfan sein zu dürfen, jedenfalls hier in der linken Löwenbar ;-)

Mietpreisbremsen sind halt einfach ökonomischer Kreationismus und können nur von Leuten vorgeschlagen werden, die wenig Ahnung von Marktwirtschaft haben.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

HHeinz @, München, Thursday, 07.09.2017, 21:25 (vor 3147 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Mit Bomben oder Mietpreisbremsen !

Mein roter Freund Jorge Arprin zu diesem Thema.

Seine Vorschläge sind klassische FDP Propaganda, daran ist gar nichts rot.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Thursday, 07.09.2017, 23:00 (vor 3147 Tagen) @ HHeinz

Seine Vorschläge sind klassische FDP Propaganda

Keine Propaganda ! Stattdessen harte ökonomische FAKTEN über unsinnige Mietpreisbremsen.

Preisfixierungen funktionieren NIE. Oder besser gesagt: sie funktionieren, aber anders als gedacht, sprich mit verheerenden Nebenwirkungen. Wann lernen es endlich mal alle Politiker, egal welcher Partei?

Jorges Alternativvorschläge sind ganz einfach klassisch liberal. Man muss die nicht unbedingt teilen. Aber für Mietpreisbremsen zu sein, bedeutet dass man Sozialismus à la Venezuela auf dem Wohnungs"markt" möchte um es mal so deutlich zu sagen. Ohne mich !

Ich kann mit bestimmter Sozialpolitik wie bspw. einem Grundeinkommen durchaus leben, aber nicht mit Mietpreisbremsen, sprich brutalen Preiskontrollen ?!!!

Mit sozial haben Preiskontrollen überdies nichts zu tun, da solche Politik immer zuvorderst die weniger Reichen trifft. Das ist ja das Irre daran ! Aber "gut gemeint" zählt wohl mehr als "gut gemacht" ?!

Daher auch mein Abschied von links, da die sog. linken Werte besser mit liberaler Politik umzusetzen sind. Siehe Lebensbeichte von Michael Miersch. Kann ich mich sehr gut mit identifizieren.

daran ist gar nichts rot.

Klassisches Missverständnis. Jorge ist Bayernfan, daher "rot" ;-)

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

my ? mind, Friday, 08.09.2017, 09:23 (vor 3146 Tagen) @ HHeinz

Seine Vorschläge sind klassische FDP Propaganda, daran ist gar nichts rot.

Das finde ich ziemlich schwach so etwas zu schreiben. Die These von Assar Lindbeck die hier dargestellt wird ist in der Volkswirtschaftslehre nicht ganz unbekannt. Der Herr ist bzw. war VWL Professor in Schweden und sehr angesehen. Wenn du seine Thesen nicht teilst ware eine inhaltliche Auseinandersetzung angezeigt.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

Schindluder, Friday, 08.09.2017, 09:38 (vor 3146 Tagen) @ my ? mind

Wenn du seine Thesen nicht teilst ware eine inhaltliche Auseinandersetzung angezeigt.

Ist das echt euer Ernst? Selten so einen Mist gelesen, der widerspricht sich ständig selber.
Er fordert der Staat soll sich raushalten, der Markt regelt alles total super. Dann kommt aber

"Wie kann man Wohnungsnot bekämpfen?

Wie bereits in Phase 1 erklärt, kann Wohnungsnot nur mit einem Mittel bekämpft werden: Mehr Wohnungen bauen, so dass auch für die Armen Wohnungen erschwinglich werden. Angebot und Nachfrage würden viel besser zueinander finden, wenn es im Wohnungsmarkt nicht schon heute so viele Regulierungen gäbe. Der einfachste Weg, um Wohnungsnot zu bekämpfen ist, die staatlichen Eingriffe in den Wohnungsmarkt ersatzlos abzuschaffen. "

Aha also der Staat baut die Wohnungen schonmal nicht (soll sich ja raushalten). Wer baut die dann? Wie regelt der tolle Markt denn das? Dann sollen ja die Mietpreise runtergehen wenn das Angebot steigt? Welchen Anreiz haben Bauherren zu bauen wenn die Preise sinken?

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

my investor mind, Friday, 08.09.2017, 11:43 (vor 3146 Tagen) @ Schindluder

Aha also der Staat baut die Wohnungen schonmal nicht (soll sich ja raushalten). Wer baut die dann? Wie regelt der tolle Markt denn das? Dann sollen ja die Mietpreise runtergehen wenn das Angebot steigt? Welchen Anreiz haben Bauherren zu bauen wenn die Preise sinken?

So würde ich das nicht lesen und so ist es auch mE nicht gemeint.

Der Staat soll sich aus der Preisfindung am Wohnungsmarkt heraushalten. Er kann und soll (zumindest mM nach) aber durchaus Sozialwohnungen für Bedürftige errichten.

Aber was findest Du denn an der Analyse des schwedischen Professors bezüglich der Wirkung einer Mietpreisbremse falsch? Es mag im Einzelfall etwas blumig beschrieben sein, aber grundsätzlich halte ich die Erkenntnis schon für richtig, dass die Preisbremse eben gerade nicht denen zu Gute kommt für die sie gedacht ist und eben ausdrücklich nicht zu dringend benötigtem zusätzlichen Wohnraum führt.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

Schindluder, Friday, 08.09.2017, 12:02 (vor 3146 Tagen) @ my investor mind

Aha also der Staat baut die Wohnungen schonmal nicht (soll sich ja raushalten). Wer baut die dann? Wie regelt der tolle Markt denn das? Dann sollen ja die Mietpreise runtergehen wenn das Angebot steigt? Welchen Anreiz haben Bauherren zu bauen wenn die Preise sinken?


So würde ich das nicht lesen und so ist es auch mE nicht gemeint.

Der Staat soll sich aus der Preisfindung am Wohnungsmarkt heraushalten. Er kann und soll (zumindest mM nach) aber durchaus Sozialwohnungen für Bedürftige errichten.


Ich finde wenn man stringent argumentieren will, sollte man sich nicht jeweils das rauspicken was einem grade in den Kram passt. Er sagt am Anfang ausdrücklich der Staat soll sich raushalten. Davon ist dann im Folgenden auszugehen und nicht, dass er es doch tut wenns es grade argumentativ passend ist. Ist für mich völlig unseriös.

Zur Mietpreisbremse kann ich mich nicht qualifiziert genug äussern, da ich mich mit der Sache noch nicht genau genug beschäftigt habe.
Staatseingrifft ins derzeitige System sind jedoch immer problematisch, da man nicht das beste oder schlechteste aus zwei Welten kombinieren kann.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

BlueMagic, Saturday, 09.09.2017, 09:24 (vor 3145 Tagen) @ Schindluder

Dieser Marktmechanismus funktioniert aber nur, wenn genug Platz da ist zum Bauen. Und der fehlt in Muc und Umgebung, wenn man nicht die Attraktivität zerstören und das schöne Umland zubetonieren will. Jetzt müsste man schauen, wie man das Problem Wohnraum für Menschen ohne Spitzeneinkommen lösen kann. Denn Gutverdiener finden Wohnraum. Wir brauchen in einer funktionierenden Stadt aber auch Leute mit sozialen Berufen und die klassischen eher geringverdienenden Dienstleister wie Reinigungskräfte, Taxler, VerkäuferInnen usw.
Mehr in die Höhe bauen wäre eine Lösung. In Muc massiver Widerstand dagegen. Praktisch überall. Wenn ich mir die neu gebauten Wohnanlagen anschaue, denke ich mir jedes Mal, dass da 1-2 Stockwerke mehr schon gehen würden. Oder die Idee die Stockwerke statt 2,40 Meter 2,80 Meter hoch zu bauen. Damit könnte man gerade in kleineren Wohnungen mit begehbaren Zwischendecken viel zusätzlich nutzbaren Platz schaffen. Geht wohl baurechtlich nicht so einfach. Ein weiteres Thema ist die weiträumige Entzerrung des Großraums Muc. Der geht für mich von Burghausen bis Memmingen und von Eichstätt bis Garmisch. Da muss eine leistungsfähige ÖPNV- Vernetzung her. Und es müssen auch Arbeitsplätze dezentral angesiedelt werdn. Warum muss Microsoft seine Europazentrale in Muc ansiedeln? Die könnten das auch in Memmingen machen. Da ist es sehr schön. Eine attraktive mind. jede halbe Stunde Zugverbindung nach Muc. Genauso das FIZ von BMW. Toll, weitere 20.000 gutverdienende Superbrains nach Muc.
Es fehlt daher m.E. schon auch am politischen Willen hier wirklich Entlastung zu schaffen.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Saturday, 09.09.2017, 12:18 (vor 3145 Tagen) @ BlueMagic

Mehr in die Höhe bauen wäre eine Lösung. In Muc massiver Widerstand dagegen.

M.E. ist das die einzige Lösung, auch an vielen Stellen in Luxemburg, gerade angesichts des Bevölkerungszuwachses, der noch kommen wird. Attraktive Plätze ziehen halt nun mal neue Einwohner an. Vielleicht nicht unbedingt im (historischen) Stadtzentrum, aber auf jeden Fall in den Aussenbezirken.

In Esch-sur-Alzette (für deutsche Verhältnisse eine Kleinstadt mit 35 000 Einwohnern, aber immerhin zweitgrösste Gemeinde Luxemburgs nach der Hauptstadt) kandidiere ich im Oktober für den Gemeinderat und bin von allen Kandidaten sicher der grösste Verfechter vom "Bauen in die Höhe". Leider ist das bei vielen Menschen recht unpopulär.

Wohne selber in so einem Teil, was sogar eine Parteikollegin mal abwertend als "Kaninchenstall" bezeichnet hat. Aber sie muss ja nicht hier wohnen. Man soll den Leuten, die es sich vorstellen können (nicht zuletzt auch wegen dem Preis), jedoch nicht die Möglichkeit verweigern.

Auch interessant finde ich die Idee einer Reform der Grundsteuer, bei der nur noch der Boden besteuert wird, nicht aber mehr die Bebauung darauf. Siehe "Grundsteuerreform-jetzt!"

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

HHeinz @, München, Saturday, 09.09.2017, 13:41 (vor 3145 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Mehr in die Höhe bauen wäre eine Lösung. In Muc massiver Widerstand dagegen.


M.E. ist das die einzige Lösung, auch an vielen Stellen in Luxemburg, gerade angesichts des Bevölkerungszuwachses, der noch kommen wird. Attraktive Plätze ziehen halt nun mal neue Einwohner an. Vielleicht nicht unbedingt im (historischen) Stadtzentrum, aber auf jeden Fall in den Aussenbezirken.

In Esch-sur-Alzette (für deutsche Verhältnisse eine Kleinstadt mit 35 000 Einwohnern, aber immerhin zweitgrösste Gemeinde Luxemburgs nach der Hauptstadt) kandidiere ich im Oktober für den Gemeinderat und bin von allen Kandidaten sicher der grösste Verfechter vom "Bauen in die Höhe". Leider ist das bei vielen Menschen recht unpopulär.

Wohne selber in so einem Teil, was sogar eine Parteikollegin mal abwertend als "Kaninchenstall" bezeichnet hat. Aber sie muss ja nicht hier wohnen. Man soll den Leuten, die es sich vorstellen können (nicht zuletzt auch wegen dem Preis), jedoch nicht die Möglichkeit verweigern.

Auch interessant finde ich die Idee einer Reform der Grundsteuer, bei der nur noch der Boden besteuert wird, nicht aber mehr die Bebauung darauf. Siehe "Grundsteuerreform-jetzt!"

Wenn man mit ihn die Höhe bauen preiswertes Wohnen schaffen könnte dann müsste New York ja spottbillig sein. Hoch bauen ist teuer, kostenintensiv im Unterhalt und teilweise problematisch für die Verkehrsanbindung, zumindest wenn man wie in München oft nur noch mit Buslinien erschließt. Außerdem wird immer weniger nachhaltig gebaut d.h. nach wenigen Jahrzehnten sind die Gebäude oft komplett heruntergewirtschaftet.

Ich hatte es an anderer Stelle schon geschrieben. Ich finde das Konzept des Olympiadorfes (abgesehen von der Bausubstanz) nach wie vor sehr überzeugend. Die Autos unter der Erde, ebenerdig Einkaufsmöglichkeiten sowie Infrastruktur, viel Grün und eine durchaus interessante Hochhausarchitektur mit großflächigen Balkonen / Terrassen.

ich unterstütze aber auch sehr den Einwurf von BlueMagic dass zu einer guten Wohnungspolitik auch immer die Aussteuerung von Gewerbeansiedlungen mit Augenmaß gehört. Leider ist sich in diesem Punkt jede Gemeinde immer selbst die Nächste.

Im übrigen gibt es zwar in München einen Bürgerentscheid (dessen Gültigkeit aber längst abgelaufen ist) aber auch dieser lässt Wohnhäuser mit 25+ Stockwerken durchaus zu denn immerhin dürfte man auch dann bis zu 99 Meter hoch bauen. Die Wahrheit ist wohl dass sich bisher kein privater Bauträger gefunden hat welcher solch ein Projekt realisieren möchte. Die Margen bei den anspruchslosen Schuhschachteln sind einfach zu hoch als dass man sich mit so einem komplexen Projekt wie einer Hochhaussiedlung aufhalten müsste.

Außerdem gibt es nur noch wenige Baufirmen welche solch komplexe Bauvorhaben stemmen können. Diese suchen sich ihre Objekte schon sehr genau aus, teilweise mit langen Vorlaufzeiten.

Letztendlich ist es sowieso egal. So lange man in München teuer baut wird es auch nur teure Wohnungen geben. Das ist gar nicht so abhängig von der Anzahl der Wohnungen. In Tokio bringt man auf relativ kleiner Fläche sehr viele Menschen unter aber das Leben ist dort alles andere als preiswert. Die bauen auch klein und hoch, so wie man es auch hier manchmal gerne hätte. Die Mieten sind trotzdem nicht günstig und die dortigen Bewohner schränken sich auch flächenmäßig immer mehr ein. Sämtliche Theorien wie man angeblich preiswert wohnen könnte werden in den Metropolen der Welt regelmäßig ad absurdum geführt.
Am Ende profitieren am Meisten diejenigen welche das Immobilien Rad drehen.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Saturday, 09.09.2017, 03:31 (vor 3145 Tagen) @ Schindluder

Aha also der Staat baut die Wohnungen schonmal nicht

Selbstverständlich baut der Staat selber keine Wohnungen. Selbst die sog. Sozialwohnungen baut ja nicht der Staat, er kommt nur dafür auf. Für das Bauen von Immobilien sind Bauunternehmen zuständig.

Die öffentliche Hand soll die Zulässigkeit eines Projektes prüfen und entsprechend Baugenehmigungen erteilen (oder eben nicht) und alles sauber im Kadaster dokumentieren. Zudem darf sie allgemeine Pläne aufstellen, also festlegen wo überhaupt Bauland ist, wo hingegen Ackerland oder Wald oder Naturschutzgebiet, was unter Denkmalschutz fällt und was nicht udgl.

Manche sagen, die öffentliche Hand soll auch selber Wohnprojekte in Auftrag geben, Subventionen wie Mietzuschüsse u.ä. auszahlen usw. Das sind andere Diskussionen. Die Mietpreisbremse bin ich auf jeden Fall massiv dagegen.

Wie regelt der tolle Markt denn das?

Indem Unternehmen kommen und Immobilien bauen. Nicht weil sie Samariter sind, sondern weil sie damit Kohle machen wollen.

Dann sollen ja die Mietpreise runtergehen wenn das Angebot steigt?

Preise werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Würde man die Bremse abschaffen, würden die Mieten erstmal steigen, da sie heute künstlich zu niedrig gehalten sind mit dem Resultat des Wohnungsmangels/unbefriedigten Nachfrage. Dann lohnt es sich aber wieder mehr in den Immobilienmarkt zu investieren, es wird wieder mehr gebaut und/oder zerstückelt (also Wohnungsraum anders aufgeteilt) und/oder saniert usw. und das vergrößerte Angebot lässt die Preise wieder sinken.

Welchen Anreiz haben Bauherren zu bauen wenn die Preise sinken?

Ein Unternehmer will seinen Gewinn (Umsatz minus Kosten) optimieren. Umsatz ist (verkaufte) Menge * Preis. Sinkende Preise bedeuten nicht unbedingt sinkender Umsatz.
Stichwort: Skalenerträge. Auch wenn der Immobilienmarkt viel weniger elastisch ist als sagen wir die Autoindustrie.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

HHeinz @, München, Friday, 08.09.2017, 11:53 (vor 3146 Tagen) @ my ? mind

Seine Vorschläge sind klassische FDP Propaganda, daran ist gar nichts rot.


Das finde ich ziemlich schwach so etwas zu schreiben. Die These von Assar Lindbeck die hier dargestellt wird ist in der Volkswirtschaftslehre nicht ganz unbekannt. Der Herr ist bzw. war VWL Professor in Schweden und sehr angesehen. Wenn du seine Thesen nicht teilst ware eine inhaltliche Auseinandersetzung angezeigt.

Ich habe mich mit der Thematik meiner Meinung nach schon auseinandergesetzt aber immer wieder festgestellt dass man da, je nach Betrachtungsweise, auf keinen gemeinsamen Nenner kommt.

Für mich ist es unerlässlich die Spekulation im Markt zu beenden und das geht meiner Meinung nach nur mit Gesetzen. Wenn Verkaufspreise (und damit auch die Mietpreise) jedes Jahr um 10%(und mehr) steigen dann kann man absehen dass diese Entwicklung zu massiven Verwerfungen führen wird.

Wenn man mit der Theorie dass man nur mehr Wohnungen bauen muss die Wohnungsprobleme lösen könnte dann frage ich mich warum die Mieten z.B. in Metropolen wie London immer noch so teuer sind. Die haben immerhin bereits Wohnraum für viele Mio. Menschen geschaffen (London fast 9 Mio.).

Der Bauboom in München ist enorm und bereits jetzt ist München die meist versiegelte Stadt Deutschlands. In den vergangenen Jahren wurden komplette Stadtviertel neu erschlossen (Arnulfpark, Messegelände, Riem, Freiham, Pasing, Werksviertel etc.).

1972 hatte München 1,339 Mio. Einwohner, 2017 sind es 1,55 Mio. Dieser Anstieg um rund 211.000 Einwohner in rund 45 Jahren (auch wenn ich zugegeben die Zahlen der Stadt München für geschönt halte) soll also die aktuelle Preisexplosion begründen.

Die Stadt Wien hat eine sehr aktive Wohungsbaupolitik. Das Modell ist sicherlich nicht perfekt aber die Situation dort ist bei vergleichbarer Einwohnerzahl um einiges entspannter. Weil man dort frühzeitig und nachhaltig selbst in den Wohnungsmarkt eingegriffen hat. Da braucht man also gar nicht nach Venezuela oder anderen gescheiterten Staatsformen blicken.

Von so etwas Eigentumswohnungen gibt es in München im übrigen mehr als genug. Wenn man genug Geld hat dann funktioniert also auch der "Markt" in einer Großstadt wie München.
Das Angebot ist nämlich reichhaltig, nur eben für einen kleineren Teil der Bevölkerung der sich so etwas leisten kann (oder sich einbildet es sich leisten zu können).

So das war jetzt länger und trotzdem wirst Du vermutlich Deine Einstellung nicht ändern wollen (was auch in Ordnung ist).

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

my mind, Friday, 08.09.2017, 12:14 (vor 3146 Tagen) @ HHeinz

1972 hatte München 1,339 Mio. Einwohner, 2017 sind es 1,55 Mio. Dieser Anstieg um rund 211.000 Einwohner in rund 45 Jahren (auch wenn ich zugegeben die Zahlen der Stadt München für geschönt halte) soll also die aktuelle Preisexplosion begründen.

Wesentlich dürfte wohl eher der Wohnflächenkonsum je Einwohner sein. Immer mehr Einpersonenhaushalte und immer mehr Flächenbedürfnis des Einzelnen. Meines Wissens nach hat sich die Wohnfläche je Einwohner in München in diesem Zeitraum verdoppelt. Da habe ich jetzt aber auf die Schnelle keinen Beleg dafür gefunden.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

HHeinz @, München, Friday, 08.09.2017, 13:19 (vor 3146 Tagen) @ my mind

1972 hatte München 1,339 Mio. Einwohner, 2017 sind es 1,55 Mio. Dieser Anstieg um rund 211.000 Einwohner in rund 45 Jahren (auch wenn ich zugegeben die Zahlen der Stadt München für geschönt halte) soll also die aktuelle Preisexplosion begründen.


Wesentlich dürfte wohl eher der Wohnflächenkonsum je Einwohner sein. Immer mehr Einpersonenhaushalte und immer mehr Flächenbedürfnis des Einzelnen. Meines Wissens nach hat sich die Wohnfläche je Einwohner in München in diesem Zeitraum verdoppelt. Da habe ich jetzt aber auf die Schnelle keinen Beleg dafür gefunden.

Wohlhabende haben natürlich ein höheren Wohnanspruch. Das ist ja u.a. ein Merkmal der Gentrifizierung. Ich will das prinzipiell auch nicht abstreiten, habe aber Zweifel dass es sich hier automatisch immer um gestiegene Ansprüche handelt.

Wenn z.B. Kinder aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sind steigt automatisch der zur Verfügung stehende Wohnraum pro Person. War er vorher besonders üppig kann man im Einzelfall überlegen ob der Umzug in eine kleinere Wohnung Sinn macht. In München ist diese Möglichkeit jedoch in der Regel versperrt denn in der Regel kostet eine kleinere Wohnung nach einem Umzug sogar deutlich mehr.
Dazu kommt dass es generell den Trend zu weniger Kindern gibt (auch wenn München hier wohl eine Ausnahme darstellt). Unklar ist wie viele Familien sich vielleicht auch wegen der Berufs- und Wohnsituation gegen ein (weiteres) Kind entscheiden.

Es gibt auch auch andere Extremsituationen in der sich z.B. 4 Bauarbeiter ein 20qm Zimmer teilen und dafür pro Person jeweils 300 Euro Miete bezahlen. In meiner Nachbarschaft steht so ein heruntergekommener Wohnklotz. Tolle Wohnheime. Denen soll man mal erzählen dass ihre Wohnansprüche in den letzten 40 Jahren gestiegen sind.
Ich zitiere mal:
76 Zimmer, 247 Betten.
Fällt vermutlich auch unter die gestiegene Anzahl an Singlehaushalten. Auch das ist so ein Punkt. Es gibt gar keine verlässlichen Statistiken wie viele dieser Singlehaushalte denn gewollt sind. Ich behaupte sogar bei der chaotischen Situation gibt es überhaupt keine verlässlichen Zahlen über die Belegungssituation in Wohnungen.

Ich verschließe die Augen nicht. München hat als Anziehungspunkt aus ganz Deutschland/Europa natürlich eine hohe Anzahl an Menschen angelockt die mit einem hohen Einkommen auch verrücktere Sachen finanzieren können. Nur hat das eben teilweise auch eine Verdrängung zur Folge denn die Friseuse kann in der Regel nicht Morgen bei Google im Marketing anfangen sondern ist in ihrer Lebensrealität relativ gefangen.
Wobei die Theorie dass wir uns als Dienstleistungsgesellschaft zukünftig alle gegenseitig für Geld die Haare schneiden wäre noch einmal ein Thema für sich.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

my mind, Friday, 08.09.2017, 13:38 (vor 3146 Tagen) @ HHeinz

Wie auch immer. Das Thema ist komplex und hat viele Facetten und noch mehr Unbekannte die man immer erst hinterher entdeckt. Der Befund ist aber klar. Das Angebot kann mit der Nachfrage nicht Schritt halten. Es entstehen in München seit Jahren mehr neue Haushalte als Wohneinheiten. Deshalb steigt der Preis und diejenigen die bei dem Wettbewerb nicht mithalten können fallen hinten runter. Dagegen muss etwas getan werden.

Einige glauben, dass ein regulatorischer Eingriff die Antwort ist. Die Wissenschaft und die Empirie sagen, dass das eher schadet als hilft. Ich glaube das auch, aber ich vertrete damit scheinbar eine Minderheitenmeinung. Ich schau mir das gerne weiter an und freue mich dann, wenn durch Mietpreisbremse und Enteignung neuer, hochwertiger und bezahlbarer Wohnraum entsteht.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

HHeinz @, München, Friday, 08.09.2017, 14:45 (vor 3146 Tagen) @ my mind

Ich glaube das auch, aber ich vertrete damit scheinbar eine Minderheitenmeinung.

Du vertrittst zumindest die Mehrheitsmeinung derer die etwas zu entscheiden haben. Insofern kannst Du das eigentlich ganz entspannt sehen.

Aber wenn es nur um die Mietpreisbremse geht. Allein durch die Spekulation kann man in München leider keinen preiswerten Wohnraum mehr bauen. Wenn ich schon für den nackerten qm Grundstück 2.000 Euro und mehr auf den Tisch legen soll kann ich anschliessend nicht für 10 €/qm vermieten. Daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern denn alleine die Problematik der Giralgeldschöpfung der Banken über (Bau)kredite sorgt für eine enorme Aufblähung des Marktes. Dieses Geld wird schlichtweg erfunden und es ist damit der Realwirtschaft deutlich überlegen, welche dieser Spekulation angestrengt hinterher hechelt.

Insofern würde eine funktionierende Mietpreisbremse in der Tat dazu führen dass sowohl Angebot als auch Bautätigkeit abnehmen dürften. Meiner Meinung nach war die Mietpreisbremse sowieso nur dazu gedacht Zeit zu gewinnen und gleichzeitig ein Feigenblatt zu haben um bei den Wahlen sagen zu können dass man wenigstens etwas versucht hat.

Im Immobilienmarkt bleibt der Trickle Down Effekt sowieso aus. Leerstand ist in einer Spekulationssituation überhaupt kein Problem denn die Buchgewinne steigen trotzdem jährlich.

Am Romanplatz steht ein Hochhaus der Allianz seit Jahren leer, ebenso wie das ehemalige Kaufhaus Beck, der Tengelmann Komplex in der Landsberger Str (zu 50%, unten ist noch der Who's Perfect) oder das ehemalige Peugeot Autohaus. Neben der Mr. Wash Tankstelle gibt es seit mehr als 20 Jahren eine Baulücke ebenso wie neben dem türkischen Konsulat seit Jahren ein Gebäude verfällt. Die Staatsregierung lässt einen kompletten Gebäudekomplex am Nymphenburger Schloss seit Jahren leer stehen. Inzwischen gibt es immerhin Bebauungspläne für eine Erweiterung des Museums Mensch & Natür (darauf hat die Welt gewartet).
In der aktuellen Biss Zeitung ist auch ein interessantes Beispiel über das ehemalige Frauengefängnis am Neudeck.

Davon abgesehen habe ich keine Probleme mich mit jemandem zu unterhalten der nicht meine Meinung vertritt. Und wenn beim Wahl-O-Mat herauskommt dass man einer vielleicht extremen Partei am Nächsten steht dann ist das für mich kein Grund jemanden zu verurteilen. Auch wenn ich selbst mit dem Ergebnis dass bei mir "Die Partei" an erster Stelle steht wenig anfangen kann. Wahlprogramme sind sowieso Wohlfühl Pamphlete der Parteien und haben mit der politischen Realität leider nur wenig gemein.

Das hast Du jetzt davon, ich hab Dich jetzt totgelabert. Aber jetzt lasse ich es auch gut sein. Danke für die Diskussion.

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

Mitleser, Friday, 08.09.2017, 14:59 (vor 3146 Tagen) @ HHeinz

Das hast Du jetzt davon, ich hab Dich jetzt totgelabert. Aber jetzt lasse ich es auch gut sein. Danke für die Diskussion. <

Ich habe als Mitleser zu danken, merci.
Ohne Polemik sind Gedanken ausgetauscht worden, kein Streit und keine Verurteilung der anderen Meinung. Das ist, gerade online, sehr selten geworden...

Wie man eine Stadt am besten zerstört...

Ein anderer Mitleser, Friday, 08.09.2017, 15:53 (vor 3146 Tagen) @ Mitleser

Da gehts mir genau wie dir, und das auch noch wo man hier ja alles anonym schreiben kann wie man will, in diesem Sinne ein Hoch auf die Löwenbar und alle anwesenden wenn mir auch nicht persönlich bekannten Löwenfans :-)

Wien contra München

Herbert, Monday, 11.09.2017, 16:08 (vor 3143 Tagen) @ HHeinz

Die Stadt Wien hat eine sehr aktive Wohungsbaupolitik. Das Modell ist sicherlich nicht perfekt aber die Situation dort ist bei vergleichbarer Einwohnerzahl um einiges entspannter. Weil man dort frühzeitig und nachhaltig selbst in den Wohnungsmarkt eingegriffen hat. Da braucht man also gar nicht nach Venezuela oder anderen gescheiterten Staatsformen blicken.

Ist es in Wien nicht "nur" deshalb entspannter, weil die Stadt selbst dort sehr viel Wohnraum geschaffen hat bzw. schafft? Bin nicht wirklich im Thema, aber in München habe ich eher das Gefühl, dass die Stadt München bzw. "stadtnahe" Wohnungsprojekte eher verkauft / privatisiert werden und keine neuen Projekte von der Stadt finanziert werden. Bin auch noch etwas unschlüssig, ob bei der aktuellen Verschuldung der Stadt München (ist Wien genau so hoch oder noch höher verschuldet?) ein massiver Bau von Wohnungen überhaupt möglich / sinnvoll ist, aber bei vorhandenem Grund (die Stadt München hat doch bestimmt noch das ein oder andere Grundstück oder ist da schon alles verkauft?) sollte einem Wohnungsbau der Stadt doch nichts im Wege stehen, oder?

Wien contra München

BlueMagic, Monday, 11.09.2017, 16:51 (vor 3143 Tagen) @ Herbert

Die Stadt Wien hat ihre Gemeindebauten. Soweit ich weiß entspricht das ca. 30% des Wiener Wohnungsbestands. Damit können die am Markt massiv preisregulatorisch auftreten und haben einen so großen Bestand, dass für Geringverdiener praktisch immer was geht.

München ist kaum noch verschuldet. Man hat in den letzten Jahren massiv Schulden abgebaut. Es sind jetzt unter 1 Mrd. €, was bei fast 1,6 Mio. Einwohnern fast nichts ist.
Die Stadt macht auch was sie kann in Sachen Wohnungsbau. Die beiden städt. Wohnungsbaugesellschaften Gewofag und GWG haben beide eine Finanzspritze bekommen um das Programm "Wohnen für alle" möglichst rasch umzusetzen. Da passiert was geht, auch bzgl. der Grundstücke.
Das alles reicht aber angesichts des Zuzugs nicht aus. Insbesondere auch, weil man die schöne Umgebung mit dem tollen Freizeitwert nicht einfach zu betonieren kann und will. Und dann sind da auch immer wieder Bürgerinitiativen, die zu massive Bebauung in ihrem Viertel kritisieren und auch manchmal verhindern. Z. B. Unnützwiese.
Limitierender Faktor ist der Grund. München ist schon die am dichtesten besiedelte Großstadt in D. Das Umland soll als grüne Naherholungszone erhalten bleiben. Nach oben will man auch nicht. Bolzplätze wie die Unnützwiese schützt man nicht ganz zu Unrecht auch.

M. E. geht es nur, wenn man an allen möglichen Rädern dreht:

1. Ansiedlung neuer Arbeitsplätze in der gesamten Metropolregion von Burghausen bis Memmingen. Von Eichstätt bis Garmisch.
2. Massiver Ausbau der öffentlichen Verkehsrinfrastruktur mit attraktiven auch tangentialen Verbindungen in der gesamten Metropolregion. Dazu gehörte endlich auch eine Stadt- Umland-Bahn damit der Individualverkehr nicht mit dem Bevölkerungswachstum mit wächst und alles völlig verstopft.
3. Ausbau der Radweginfrastruktur hin zu sicheren Radwegen nach dem Beispiel Kopenhagen. Sichere Radwege ziehen Radverkehr nach sich. Straßen und Tunnels ziehen Autoverkehr an. Mit einem Radweg kommen stündlich 5.900 Menschen ins Zentrum. Mit einer Straße nur 1.300. Die Radwege müssen auch überall einen vernünftigen Winterdienst haben. Derzeit klappt das nur innerhalb des Mittleren rings einigermaßen. Außerhalb werden die Radwege oft als Verschiebefläche für den Schnee missbraucht, damit die Autos fahren können :-(
4. Mehr Bauen in die Höhe. Bei jedem Bauprojekt prüfen, ob nicht 1-2 Stockwerke mehr gehen.
5. Sofort prüfen, ob nicht alle neuen Projekte, insbesondere mit kleinen Wohnungen 40 Zentimeter höhere Stockwerke bekommen können, damit man raumgewinnende Zwischendecken einziehen kann.
6. Massvolle Ausweisung von Neubaugebieten auch in der Planungsregion 14 rund um München.
7. Bei allen Neu- und Umbauprojekten vernünftige Radinfrastruktur einplanen. Lastenbikes sind oft ein Platzproblem. Die schweren e-Bikes auch, weil man sie nicht über die Treppen schleppen kann. Man muss also künftig überall ausreichend große und ebenerdig oder über Rampen zugängliche sichere Fahrradkeller haben. Das Argument höre ich so oft, wenn ich versuche den Leuten den Verzicht aufs Auto und dafür ein e-Bike schmackhaft zu machen.

Du siehst, es gäbe so viele sinnvolle Maßnahmen. Leider dauert das alles viel zu lang. Insbesondere die KFZ-Lobby ist einfach immer noch viel zu mächtig in unserem Land und leider auch in dieser Stadt. Wien ist weiter. Berlin mit dem neuen Fahrradgesetz auch. Und Kopenhagen sowieso.

Wien contra München

Herbert, Monday, 11.09.2017, 19:55 (vor 3143 Tagen) @ BlueMagic

Die Stadt Wien hat ihre Gemeindebauten. Soweit ich weiß entspricht das ca. 30% des Wiener Wohnungsbestands. Damit können die am Markt massiv preisregulatorisch auftreten und haben einen so großen Bestand, dass für Geringverdiener praktisch immer was geht.

ja, ist halt "irgendwann" in München was falsch gelaufen, ansonsten wären auch genügend Wohnungen in "Stadtbesitz". Ist wahrscheinlich wirklich nur schwer zu korrigieren, leider. :-(

München ist kaum noch verschuldet. Man hat in den letzten Jahren massiv Schulden abgebaut. Es sind jetzt unter 1 Mrd. €, was bei fast 1,6 Mio. Einwohnern fast nichts ist.

Sind sogar nur noch 765,- Mio bzw. knapp 500,- Euro pro Einwohner: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Stadtkaemmerei/Haushalt/Schuldenstand.html

Da passiert was geht, auch bzgl. der Grundstücke.
Limitierender Faktor ist der Grund. München ist schon die am dichtesten besiedelte Großstadt in D. Das Umland soll als grüne Naherholungszone erhalten bleiben. Nach oben will man auch nicht. Bolzplätze wie die Unnützwiese schützt man nicht ganz zu Unrecht auch.

ja, sehe auch den fehlenden Grund/Platz als größtes Problem. Was denkst Du über die Großmarkthalle? Meiner Meinung nach noch das einzige größere zusammenhängende Grundstück.

1. Ansiedlung neuer Arbeitsplätze in der gesamten Metropolregion von Burghausen bis Memmingen. Von Eichstätt bis Garmisch.

Die Gewerbesteuer in München ist schon sehr hoch im Vergleich. Problematisch sehe ich da eher, dass viele Firmen Ihre Gewinne über diverse "Geschäftsverbindungen" ins Ausland übertragen.

2. Massiver Ausbau der öffentlichen Verkehsrinfrastruktur mit attraktiven auch tangentialen Verbindungen in der gesamten Metropolregion. Dazu gehörte endlich auch eine Stadt- Umland-Bahn damit der Individualverkehr nicht mit dem Bevölkerungswachstum mit wächst und alles völlig verstopft.

Was meinst Du mit "Stadt- Umland-Bahn", den S-Bahn-Ring?

3. Ausbau der Radweginfrastruktur hin zu sicheren Radwegen nach dem Beispiel Kopenhagen. Sichere Radwege ziehen Radverkehr nach sich. Straßen und Tunnels ziehen Autoverkehr an. Mit einem Radweg kommen stündlich 5.900 Menschen ins Zentrum. Mit einer Straße nur 1.300. Die Radwege müssen auch überall einen vernünftigen Winterdienst haben. Derzeit klappt das nur innerhalb des Mittleren rings einigermaßen. Außerhalb werden die Radwege oft als Verschiebefläche für den Schnee missbraucht, damit die Autos fahren können :-(

Hast Du keine Angst, dass mit mehr Fahrrädern die Situation für "normale" Radfahrer noch chaotischer wird? Da braucht es doch zumindest ein paar Regeln und auch die Möglichkeit der Durchsetzung von Verstößen. Kenne einige Polizisten und auch "private Radfahrer" die hier ziemlich schimpfen, aber evtl. bekomme ich auch nur die negativen Aspekte genannt.

4. Mehr Bauen in die Höhe. Bei jedem Bauprojekt prüfen, ob nicht 1-2 Stockwerke mehr gehen.

100% dafür

5. Sofort prüfen, ob nicht alle neuen Projekte, insbesondere mit kleinen Wohnungen 40 Zentimeter höhere Stockwerke bekommen können, damit man raumgewinnende Zwischendecken einziehen kann.

Meinst Du z.B. Betten bzw. Schlafplatz oberhalb der Couch oder wie darf ich mir das vorstellen?

6. Massvolle Ausweisung von Neubaugebieten auch in der Planungsregion 14 rund um München.

Da wären die Umlandgemeinden wohl schnell dabei, allerdings glaubst Du wirklich, dass jemand von z.B. Schleißheim aus nach München (o.K., nach Feldmoching bzw. Münchner Norden wäre möglich) mit dem Fahrrad fährt, vor allem im Winter? Da platzt doch in der Rush-Our die S-Bahn, etc. komplett aus allen Nähten.

7. Bei allen Neu- und Umbauprojekten vernünftige Radinfrastruktur einplanen. Lastenbikes sind oft ein Platzproblem. Die schweren e-Bikes auch, weil man sie nicht über die Treppen schleppen kann. Man muss also künftig überall ausreichend große und ebenerdig oder über Rampen zugängliche sichere Fahrradkeller haben. Das Argument höre ich so oft, wenn ich versuche den Leuten den Verzicht aufs Auto und dafür ein e-Bike schmackhaft zu machen.

o.k., daran hatte ich noch gar nicht gedacht, ist aber echt ein wichtiger Punkt.

Du siehst, es gäbe so viele sinnvolle Maßnahmen. Leider dauert das alles viel zu lang. Insbesondere die KFZ-Lobby ist einfach immer noch viel zu mächtig in unserem Land und leider auch in dieser Stadt. Wien ist weiter. Berlin mit dem neuen Fahrradgesetz auch. Und Kopenhagen sowieso.

Schön, wenn Berlin die Gelder aus Bayern mal sinnvoll ausgibt. ;-)
Wien und Koppenhagen haben halt in diesen Bereichen schon sehr viel länger vieles richtig gemacht, was in München falsch gelaufen ist.

Wien contra München

BlueMagic, Monday, 11.09.2017, 23:14 (vor 3143 Tagen) @ Herbert

Die Stadt Wien hat ihre Gemeindebauten. Soweit ich weiß entspricht das ca. 30% des Wiener Wohnungsbestands. Damit können die am Markt massiv preisregulatorisch auftreten und haben einen so großen Bestand, dass für Geringverdiener praktisch immer was geht.

ja, ist halt "irgendwann" in München was falsch gelaufen, ansonsten wären auch genügend Wohnungen in "Stadtbesitz". Ist wahrscheinlich wirklich nur schwer zu korrigieren, leider. :-(

Ich würde eher sagen, dass es in Wien richtig gelaufen ist. Das Thema fehlende Sozialwohnungen ist ja ein bundesweites. Die hat man auslaufen lassen und keine neuen geschaffen. Wie man heute weiß ein großer Fehler. Man muss aber schon auch dazu sagen, dass der Freistaat ein gehöriges Maß an Mitschuld hat, weil er seine GBW Wohnungen erst vor wenigen Jahren, als die Wohnungsknappheit bereits bekannt war, auf mysteriöse Art und Weise an die private Patrizia verkauft. Die Stadt versucht wo immer es geht, diese Wohnunganlagen zu kaufen. Geht aber finanziell halt nur in einem gewissen Rahmen.

München ist kaum noch verschuldet. Man hat in den letzten Jahren massiv Schulden abgebaut. Es sind jetzt unter 1 Mrd. €, was bei fast 1,6 Mio. Einwohnern fast nichts ist.

Sind sogar nur noch 765,- Mio bzw. knapp 500,- Euro pro Einwohner: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Stadtkaemmerei/Haushalt/Schuldenstand.html

Da passiert was geht, auch bzgl. der Grundstücke.
Limitierender Faktor ist der Grund. München ist schon die am dichtesten besiedelte Großstadt in D. Das Umland soll als grüne Naherholungszone erhalten bleiben. Nach oben will man auch nicht. Bolzplätze wie die Unnützwiese schützt man nicht ganz zu Unrecht auch.

ja, sehe auch den fehlenden Grund/Platz als größtes Problem. Was denkst Du über die Großmarkthalle? Meiner Meinung nach noch das einzige größere zusammenhängende Grundstück.

Das Grossmarkthallengrundstück ist das einzige in München, wo ich mir ein neues Sechzger vorstellen kann. Die Gegend ist schön innenstadtnah und hat so ein herrliches Glasscherben-/ Gratlerviertelflair. Leider dürfte ich mit dieser Vorstellung so ziemlich alleine da stehen. Politische Mehrheit ist dafür vermutlich noch weniger möglich als für einen Ausbau in Giesing. Der ist halt inzwischen einfach alternativlos!!!
Aber zum Wohnungsthema zurück. Klar wäre das eine schöne grosse Fläche für Wohnungsbau. Nur müsste man sich da mal wirklich architektonisch was trauen und nicht wieder nur so einen nichtssagenden Einheitssiedlungsbrei hinstellen wie sonst fast überall.

1. Ansiedlung neuer Arbeitsplätze in der gesamten Metropolregion von Burghausen bis Memmingen. Von Eichstätt bis Garmisch.

Die Gewerbesteuer in München ist schon sehr hoch im Vergleich. Problematisch sehe ich da eher, dass viele Firmen Ihre Gewinne über diverse "Geschäftsverbindungen" ins Ausland übertragen.

Der Schorsch Kronawitter hat einmal im Bezug auf München gesagt, dass man on ein volles Glas nichts mehr hinein schütten kann. Und München ist schon voll und dicht! Ich hätte gerne ein paar Yediritter die mit ihren Schwertern mal ein paar Jahre lang Firmen mit Arbeitsplatzbedarf wegjagen. Wir müssen siedlungspolitisch halt auch umdenken. Du bust das beste Beispiel. Wunderschön im Grünen draussen wohnen und in der Stadt arbeiten. Und fast jeden Tag einen Haufen Zeit und Ressourcen vergeuden. Es muss dezentraler gedacht werden, sonst ersticken wir irgendwann im Verkehr. Und dass diese irrsinnige Pendlerei ungesund ist, wurde kürzlich auch in einer Studie bestätigt.

2. Massiver Ausbau der öffentlichen Verkehsrinfrastruktur mit attraktiven auch tangentialen Verbindungen in der gesamten Metropolregion. Dazu gehörte endlich auch eine Stadt- Umland-Bahn damit der Individualverkehr nicht mit dem Bevölkerungswachstum mit wächst und alles völlig verstopft.

Was meinst Du mit "Stadt- Umland-Bahn", den S-Bahn-Ring?

Nein, ich meine tatsächlich eine Stadt- Umland- Bahn. Google mal danach. Da gibt es bereits seit vielen Jahren Vorschläge von ProBahn dazu. Von mir nach Haching z.B. ist Öffdntlich dermaßen unattraktiv, dass das kein Mensch macht. Ein paar fahren Rad. Die meisten Auto, weil es sinnvoll auch gar nicht anders geht. Die umliegenden Gemeinden wie Ottobrunn, Neubiberg, Unterhaching usw.(gilt nwtürlich für alle Richtungen) gehören mit einem leistungsfähigen Bahnsystem verbunden, das Anschluss an das U- und S- Bahnnetz hat. S-Bahn Nord und Südring gehören sowieso gebaut. Das bringt aber erst in Kombination mit einer Stadt- Umlandbahn wirkliche Entlastung.

3. Ausbau der Radweginfrastruktur hin zu sicheren Radwegen nach dem Beispiel Kopenhagen. Sichere Radwege ziehen Radverkehr nach sich. Straßen und Tunnels ziehen Autoverkehr an. Mit einem Radweg kommen stündlich 5.900 Menschen ins Zentrum. Mit einer Straße nur 1.300. Die Radwege müssen auch überall einen vernünftigen Winterdienst haben. Derzeit klappt das nur innerhalb des Mittleren rings einigermaßen. Außerhalb werden die Radwege oft als Verschiebefläche für den Schnee missbraucht, damit die Autos fahren können :-(

Hast Du keine Angst, dass mit mehr Fahrrädern die Situation für "normale" Radfahrer noch chaotischer wird? Da braucht es doch zumindest ein paar Regeln und auch die Möglichkeit der Durchsetzung von Verstößen. Kenne einige Polizisten und auch "private Radfahrer" die hier ziemlich schimpfen, aber evtl. bekomme ich auch nur die negativen Aspekte genannt.

In Kopenhagen hat sich durch den Ausbau des Radwegenetzes eine neue Fahrradkultur entwickelt. Die geben alle Handzeichen, fahren ziemlich einheitlich mit 20 kmh dahin und es gibt kaum noch Radlrowdies. Weil aufgrund der genialen Infrastruktur eine rüppelhafte Fahrweise nichts bringt. Bei uns ist man als Radler ja schon fast gezwungen sich widerrechtlich zu verhalten, weil man sonst nur noch ausgebremst wird.

4. Mehr Bauen in die Höhe. Bei jedem Bauprojekt prüfen, ob nicht 1-2 Stockwerke mehr gehen.

100% dafür

5. Sofort prüfen, ob nicht alle neuen Projekte, insbesondere mit kleinen Wohnungen 40 Zentimeter höhere Stockwerke bekommen können, damit man raumgewinnende Zwischendecken einziehen kann.

Meinst Du z.B. Betten bzw. Schlafplatz oberhalb der Couch oder wie darf ich mir das vorstellen?

Ja genau. Schlafplatz oberhalb der Couch oder Schreibtisch oben. Hühnerleiter rauf. Fertig. Für Studenten, junge Leute genial und kuschlig. Wenn man dann mal verheiratet und etabliert, adipös und bewegungseingeschränkt ist, zieht man eh um.

6. Massvolle Ausweisung von Neubaugebieten auch in der Planungsregion 14 rund um München.

Da wären die Umlandgemeinden wohl schnell dabei, allerdings glaubst Du wirklich, dass jemand von z.B. Schleißheim aus nach München (o.K., nach Feldmoching bzw. Münchner Norden wäre möglich) mit dem Fahrrad fährt, vor allem im Winter? Da platzt doch in der Rush-Our die S-Bahn, etc. komplett aus allen Nähten.

Ja, das glaube ich, wenn die Infrastruktur attraktiv ist. Mit einem S- Pedelec kann man bis 45 fahren. Ein Schnitt von 35 ist locker drin, ohne dass man verschwitzt ankommt. Leider setzt sich nicht einmal der ADFC für S- Pedelecs ein. Wegen der Helmpflicht. Msn fürchtet die allgemeine Helmpflicht für Radler und dass dann wieder weniger Leute Rad fahren. Ich würde eine Strecke bis 35 km jederzeit mit einrm schnellen e Bike fahren. Ist gesund und billiger als Auto und MVV. Winter und Regen ist nur ein Kleidungsproblem, wenn vernünftig geräumt wird. Für die Statussymbole funktioniert das ja auch. Warum nicht für Radwege??? Und komm mir nicht mit den Finanzen. Radwege braucht man viel weniger als Straßen. Das käme letztendlich sogar günstiger. Due Bau- und Unterhaltskosten für Radwege wären übrigens auch billiger als für das derzeitige Strassensystem!

7. Bei allen Neu- und Umbauprojekten vernünftige Radinfrastruktur einplanen. Lastenbikes sind oft ein Platzproblem. Die schweren e-Bikes auch, weil man sie nicht über die Treppen schleppen kann. Man muss also künftig überall ausreichend große und ebenerdig oder über Rampen zugängliche sichere Fahrradkeller haben. Das Argument höre ich so oft, wenn ich versuche den Leuten den Verzicht aufs Auto und dafür ein e-Bike schmackhaft zu machen.

o.k., daran hatte ich noch gar nicht gedacht, ist aber echt ein wichtiger Punkt.

Du siehst, es gäbe so viele sinnvolle Maßnahmen. Leider dauert das alles viel zu lang. Insbesondere die KFZ-Lobby ist einfach immer noch viel zu mächtig in unserem Land und leider auch in dieser Stadt. Wien ist weiter. Berlin mit dem neuen Fahrradgesetz auch. Und Kopenhagen sowieso.

Schön, wenn Berlin die Gelder aus Bayern mal sinnvoll ausgibt. ;-)
Wien und Koppenhagen haben halt in diesen Bereichen schon sehr viel länger vieles richtig gemacht, was in München falsch gelaufen ist.

Ja, richtig. Aber man müsste halt jetzt endlich mal umsteuern, wo man schon weiß, dass in 10 Jahren jeden Tag 300.000 Autobewegungen mehr kommen werddn, wenn sich im Angebot nichts ändert. Und was macht man? Tempo 30 in der Rosenheimer, weil man sich nicht traut, den Statussymbolfetischisten in dieser zentralen Lage Parkplätze oder eine Spur zugunsten der Radler weg zu nehmen. Verkehrspolitische Neandertaler halt.

So genug unkontrollierte orale Nahrungsrückgabe für heute.

Gute Nacht!

Wien contra München

Weisswuaschd to go, Tuesday, 12.09.2017, 08:57 (vor 3142 Tagen) @ BlueMagic

Man muss aber schon auch dazu sagen, dass der Freistaat ein gehöriges Maß an Mitschuld hat, weil er seine GBW Wohnungen erst vor wenigen Jahren, als die Wohnungsknappheit bereits bekannt war, auf mysteriöse Art und Weise an die private Patrizia verkauft.

*räusper*
Das war die Landesbank - die war Eigentümerin der GBW.
Allerdings hat die BayernLB die Wohnungen nicht freiwillig verkauft, das war eine Auflage im EU-Beihilfeverfahren sich von allen Nicht-Kernbereichen zu trennen.

Dass Freistaat und Stadt dann in einer (in meinen Augen) beispiellosen Deppenaktion den Bestand an die Patrizia gingen ließen zeugte dagegen von der Ignoranz von Ude/Seehofer. Denen wars einfach wurst und am Ende wurde der schwarze Peter hin und hergeschoben.

Wien contra München

BlueMagic, Tuesday, 12.09.2017, 09:16 (vor 3142 Tagen) @ Weisswuaschd to go

Danke für die detaillierte Klarstellung. So genau hatte ich das nicht in Erinnerung. Bei mir ist nur hängen geblieben, dass die Stadt gemeinsam mit anderen Städten nicht zum Zug gekommen ist, weil wohl im Hintergrund ein abgekartetes Spiel gelaufen ist.
Egal, Ergebnis ist, dass viele günstige Wohnungen in öffentlichem Einflussbereich zu einem eher geringen Preis einem ausschließlich gewinnorientierten privaten Unternehmen zugegangen sind und jetzt den Marktmechanismen unterliegen.
Muss man angesichts der bestehenden Probleme hier nicht gut finden.

Wien contra München

BlueMagic, Tuesday, 12.09.2017, 09:22 (vor 3142 Tagen) @ BlueMagic

Eins muss ich noch nach schieben:

Ich persönlich empfinde diese selbstverständliche Erwartungshaltung der Autofahrer, dass ihnen in einer so dicht besiedelten Stadt für ihre SUVs und andere großen Karrossen überall, auch im Zentrum, genügend Platz zur Verfügung gestellt wird, zunehmend als asozial. Insbesondere, wenn sie dann auch noch Radwege zu parken und aggressiv reagieren, wenn man als Radfahrer völlig zurecht meckert.

Primat der Wirtschaft über die Vernunft

Schindluder, Tuesday, 12.09.2017, 10:06 (vor 3142 Tagen) @ BlueMagic

..ist ja wohl inzwischen die Normalität. Da reg ich micht nicht mehr auf

Primat der Wirtschaft über die Vernunft

BlueMagic, Tuesday, 12.09.2017, 11:20 (vor 3142 Tagen) @ Schindluder

Kommt halt darauf an, wo man wohnt und welchen Arbeitsweg man hat.
Vermeide zwar die Hauptstrassen in München wo es geht. Ganz gelingt das aber nicht. Und manchmal fahre ich auch die 600 Meter Automobilhorror Rosenheimer Straße. Meist wenn es regnet und ich keine Lust habe auf den viel längeren fast autofreien Alternativweg. Rosenheimerstrasse im Berufsverkehr im Regen mit dem Rad ist einfach krass.
Und jetzt nach den Ferien geht es auch wieder los mit den bescheuerten Statussymbolschlangen rund um den HBF, die dazu führen, dass wir mit dem Stadtrundfahrtenbus für eine 5 Minutenstrecke meist eine halbe Stunde brauchen. Da muss ich dann halt immer grundsätzlich die Intelligenz dieser Menschen anzweifeln. Und jetzt kommt dann auch die Sperrung des Wiesnbereichs dazu. Für mich eigentlich ein Grund die gesamte Innenstadt mit dem Auto großflächig zu meiden.
Was glaubst wie viele sich da durch die Schwanthaler-, Landwehr-, Paul-Heyse-, Bayerstraße quälen?
Dieses Verhalten ist mir einfach komplett unverständlich.

Primat der Wirtschaft über die Vernunft

Schindluder, Tuesday, 12.09.2017, 11:32 (vor 3142 Tagen) @ BlueMagic

Was glaubst wie viele sich da durch die Schwanthaler-, Landwehr-, Paul-Heyse-, Bayerstraße quälen?
Dieses Verhalten ist mir einfach komplett unverständlich.

Bekannt sollte inzwischen sein, dass man mit Rad und/oder öffentlichen Verkehrsmitteln (da gibts jetzt auch auch Räder an allen Stadionen) schneller und stressfreier (ausser HBF, Rosenheimer Str dank Autofahrerlobby immer noch völlig für Radfahrer verbaut) ans Ziel kommt.
Sowas wie Feinstaub und Stickoxide soll es ja auch geben, das soll ja auch schlimmer wie Passivrauchen sein (was man damals aus diesem Grunde ja ruck zuck verbieten konnte).
Die Widersprüche bei Verkehrspolitik spotten doch jeder Beschreibung, trotzdem reg ich mich nicht auf, weil das nur schlusslogisch ist bei dem postdemokratischen Zuständen die herrschen.

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Pro Rad

Nik, Tuesday, 12.09.2017, 13:37 (vor 3142 Tagen) @ BlueMagic

Ich fahre jeden Tag mit dem Rad von Pasing zum Königsplatz. Dank der neuen Radl-Stammstrecke habe ich meine erste Ampel bei der Paul-Heyse-Unterführung.
Und deutlich schneller als mit S-Bahn oder Auto bin ch ausserdem.

Mittlerweile ist da wirklich ansehnlicher Verkehr, das Angebot wird gut angenommen.
Heißt: Wenn die Infrastruktur geschaffen wird, verlagert sich der Verkehr auch.

Pro Rad

BlueMagic, Tuesday, 12.09.2017, 14:29 (vor 3142 Tagen) @ Nik

Dito!

Ich beobachte das auch. In der Kapuzinerstraße gibt es ab der Wittelsbacher Brücke einen markierten Radweg Richtung Kapuziner Platz/Lindwurmstraße.
Da stehen bei schönem Wetter bei einer Ampelschaltung manchmal über 20 Räder nur in meine Fahrtrichtung. Zählt man alle Richtungen der Kreuzung zusammen sind es nicht selten um die 50. Selbst heute bei regnerischem Wetter waren es 10-12 nur in meine Fahrtrichtung. Autos stehen da auch. Meist im Stau und brauchen viel, viel mehr Platz.

Will sagen: Baut man gute Radwege, erntet man Radverkehr. Baut man Straßen und sündhafte teure Tunnels erntet man stinkenden, lauten, ungesunden und lebensfeindlichen Autoverkehr. Und jetzt ist das dort ja nur ein abmarkierter Fahrradstreifen. Wäre das ein baulich getrennter, sicherer Radweg wäre der Radverkehr sicher noch höher, weil sich dann auch ängstliche Menschen trauen würden öfter mit dem Rad zu fahren. Ich verstehe jeden, der Radfahren in der Stadt momentan aus Sicherheitsgründen ablehnt.

So einfach wäre es. Aber die Bequemlichkeit und das schon erwähnte Primat der Wirtschaft sorgen dafür, dass die Verbesserungen nur sehr, sehr langsam voran kommen.

Pro Rad

HHeinz @, München, Tuesday, 12.09.2017, 16:09 (vor 3142 Tagen) @ BlueMagic

Will sagen: Baut man gute Radwege, erntet man Radverkehr. Baut man Straßen und sündhafte teure Tunnels erntet man stinkenden, lauten, ungesunden und lebensfeindlichen Autoverkehr. Und jetzt ist das dort ja nur ein abmarkierter Fahrradstreifen. Wäre das ein baulich getrennter, sicherer Radweg wäre der Radverkehr sicher noch höher, weil sich dann auch ängstliche Menschen trauen würden öfter mit dem Rad zu fahren. Ich verstehe jeden, der Radfahren in der Stadt momentan aus Sicherheitsgründen ablehnt.

Ich stimme Dir gerne zu aber ich bin ein großer Fan der "sündhaft teuren Tunnels". Wenn ich zum Sechzger radel oder früher zur Arena freue ich mich jedesmal wie schön begrünt die Oberfläche jetzt ist (Petuelpark, Heckenstaller Str.)

Gerade beim Petuelpark nervt es mich aber gewaltig dass ich jetzt als Radlfahrer endlos an den Ampeln stehe während unten der Verkehr fließt.
Genauso wie die neue Pasinger Umgehung keinen Fahrradweg hat bzw. für den Fahrradverkehr gesperrt ist.

Es ist sowieso ein verbreiteter Irrtum dass ich als Radlfahrer gerne Umwege fahre nur um schöne Landschaften zu sehen. Oft möchte ich auch einfach möglichst schnell von A nach B kommen.

Gerade die Elektromobilität dürfte noch einmal einen Rückschritt für den innerstädtischen Verkehr bringen denn dann fährt man ja angeblich wieder umweltfreundlich und schadstoffarm.

Die Politik ist ja sogar zu feige mal einen Tag im Jahr autofrei zu gestalten damit man das Bewusstsein stärkt wieviel Lebensraum der Individualverkehr gerade in den Städten beansprucht.
Da brauchte es früher schon eine Ölkrise (autofreie Sonntage).

Diese ganzen Tunnels sind sowieso rausgeschmissenes Geld!

Kraiburger, Tuesday, 12.09.2017, 16:21 (vor 3142 Tagen) @ HHeinz

Denn sobald es fliegende Autos gibt, sind diese Millioneninvestitionen absolut für die Katz und können höchstens noch als Parkgarage für das umgebaute Sechzgerstadion genutzt werden!

Diese ganzen Tunnels sind sowieso rausgeschmissenes Geld!

Schindluder, Tuesday, 12.09.2017, 16:29 (vor 3142 Tagen) @ Kraiburger

Die waren von Anfang an für die Katz. Mehr Tunnels=Mehr Autos und mehr Staus.
Das Autofahren in der Stadt kannst den Leuten nur abgewöhnen, wenn es maximal teuer (gerechtfertigt durch den Flächenverbrauch und die Umweltkosten) und maximal unpraktisch ist.
Man muss eben irgendwann einsehen, dass Individualverkehr weder zeitgemäß noch notwenig ist, sondern auschließlich assozial, weil umweltschädigend, gesundheitsgefährdend und es Unmengen an Flächen, z.b. für günstige Wohnungen wegnimmt.

Diese ganzen Tunnels sind sowieso rausgeschmissenes Geld!

Kraiburger, Tuesday, 12.09.2017, 16:48 (vor 3142 Tagen) @ Schindluder

Nun musst du - ausser teuren Lieferdiensten - halt den Menschen nur noch Möglichkeiten bieten, wie sie ihre schweren Einkäufe, Transporte, Verwandten und Home-Office-Ordner vernünftig von A nach B kriegen, und schon kannst du Autos generell verbieten.

Ich für meinen teil habe kein Auto, weil ich keines brauche. Aber hätte ich berufsbedingt viele Termine an unterschiedlichen Orten, privat 3 Kinder oder eine kranke Oma die ins Krankenhaus muss, dann wäre ich auch aufs Auto angewiesen. Das kann der ÖPNV alleine gar nicht kompensieren!

Diese ganzen Tunnels sind sowieso rausgeschmissenes Geld!

Chris (aus WS), Tuesday, 12.09.2017, 18:58 (vor 3142 Tagen) @ Kraiburger

Nun musst du - ausser teuren Lieferdiensten - halt den Menschen nur noch Möglichkeiten bieten, wie sie ihre schweren Einkäufe, Transporte, Verwandten und Home-Office-Ordner vernünftig von A nach B kriegen, und schon kannst du Autos generell verbieten.

Ich für meinen teil habe kein Auto, weil ich keines brauche. Aber hätte ich berufsbedingt viele Termine an unterschiedlichen Orten, privat 3 Kinder oder eine kranke Oma die ins Krankenhaus muss, dann wäre ich auch aufs Auto angewiesen. Das kann der ÖPNV alleine gar nicht kompensieren!

Manchmal geht es tatsächlich nicht ohne Auto. Oft wäre aber auch ein Lastenrad schon eine gute Alternative (natürlich eher für die schweren Einkäufe als für die kranke Oma). Nachdem sogar bei uns auf dem Land Car-Sharing mittlerweile sehr gut funktioniert, bin ich schon enige Zeit ein bisserl am Schauen, ob auch mal ein Cargo-Bike-Sharing zustande kommt. Für eine Stadt wie München wäre das erst recht nochmal eine gute Ergänzung.

Pro Rad - Gegen Engstirnigkeit

my mobile mind, Tuesday, 12.09.2017, 17:40 (vor 3142 Tagen) @ HHeinz

Es ist doch schön, dass die meisten von uns über eine Vielzahl von Verkehrsmitteln verfügen können. Fast jeder hat ein Radl. Die meisten ein Auto. Und fast alle haben einen akzeptablen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ich nutze alle Möglichkeiten der Mobilität ohne eine zu glorifizieren oder zu verdammen. Manchmal brauche ich das Auto, weil ich was zu transportieren habe oder schnell wohin muss oder weil ich keinen Bock auf die S-Bahn habe. Manchmal fahre ich Bahn weil ich schneller bin als mit dem Auto und entspannter ankomme und unterwegs arbeiten oder lesen kann. Manchmal fliege ich, weil die Entfernung zu groß ist oder weil das Angebot einfach unschlagbar günstig ist. Manchmal fahre ich mit dem Rad, weil ich Bewegung oder frische Luft will und kostenlos vorwärtskomme.

Ich nehme an das geht den meisten so und ich sehe nicht ein, warum ich den Nutzer des einen oder anderen Verkehrsmittels für dumm erklären soll. Ich verstehe diesen Hass nicht der da immer aufkommt.

Pro Rad - Gegen Engstirnigkeit

BlueMagic, Tuesday, 12.09.2017, 18:49 (vor 3142 Tagen) @ my mobile mind

Mir geht es ja nicht generell ums Auto. Ich habe auch eins und nutze es auch. Genau für die Zwecke, die der Kraiburger beschrieben hat bzw. du genannt hast. Aber ich nutze es nicht um damit ins Stadtzentrum zu fahren. Wobei ich mir inzwischen ernsthaft die Frage Stelle, ob es wirtschaflich noch sinnvoll ist, sich für 99% der Zeit so ein Teil in die Garage zu stellen, nur um es mal fürs Einkaufen und für den Urlaub zu nutzen. Da ist vermutlich Car Sharing und ein Leihwagen für den Urlaub wesentlich günstiger.

Feind ist doch nicht der Auto- oder Radfahrer generell...

Celtic, Tuesday, 12.09.2017, 22:10 (vor 3142 Tagen) @ BlueMagic

...sondern der mit dem B.-Aufkleber.

Da muss man sich doch oft zusammenreißen, dass man doch eher stehen bleibt.

Rad, Auto, zu Fuß, Hubschrauber. Ich verstehe das Problem nicht so ganz. Ich habe alles (außer den Hubschrauber). Ich fahre/renne normalerweise nur erkennbar Rote über den Haufen, aber ansonsten bin ich fair zu allen Mitgeschöpfen.

Pro Rad - Gegen Engstirnigkeit

Chris (aus WS), Tuesday, 12.09.2017, 18:50 (vor 3142 Tagen) @ my mobile mind

Es ist doch schön, dass die meisten von uns über eine Vielzahl von Verkehrsmitteln verfügen können. Fast jeder hat ein Radl. Die meisten ein Auto. Und fast alle haben einen akzeptablen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ich nutze alle Möglichkeiten der Mobilität ohne eine zu glorifizieren oder zu verdammen. Manchmal brauche ich das Auto, weil ich was zu transportieren habe oder schnell wohin muss oder weil ich keinen Bock auf die S-Bahn habe. Manchmal fahre ich Bahn weil ich schneller bin als mit dem Auto und entspannter ankomme und unterwegs arbeiten oder lesen kann. Manchmal fliege ich, weil die Entfernung zu groß ist oder weil das Angebot einfach unschlagbar günstig ist. Manchmal fahre ich mit dem Rad, weil ich Bewegung oder frische Luft will und kostenlos vorwärtskomme.

Ich nehme an das geht den meisten so und ich sehe nicht ein, warum ich den Nutzer des einen oder anderen Verkehrsmittels für dumm erklären soll. Ich verstehe diesen Hass nicht der da immer aufkommt.

Von Hass keine Spur. Hier in der Bar ohnehin nicht, aber auch sonst ist die Diskussion eher von gegenseitigem Unverständnis geprägt als von Hass.
Bei der Wahl des situativ geeigneten Verkehrsmittels geht es aber nicht nur darum, was für den jeweils anstehenden Weg das Praktischste ist, sondern auch darum, was man mit der eigenen Verkehrsmittelwahl anderen an Lärm und Abgasen zumutet. Und da darf man schon festhalten, dass sich viel zu viele viel zu oft trotz anderer Möglichkeiten fürs Auto entscheiden. Deswegen stimmt es eben auch, was oben schon mal geschrieben wurde: wenn ich das Auto systematisch fördere, erhalte ich am Ende mehr Autoverkehr. Wenn ich Radlinfrastruktur schaffe, erhalte ich mehr Radverkehr.
In München-Innenstadt ist die Situation natürlich nochmal eine andere. Aber schon auf den S-Bahn-Außenästen lässt das ÖPNV-Angebot deutlich nach und jegliche Stadt- und Verkehrsplanung ist rein aufs Auto zugeschnitten. Da gibt es Baugebiete, wo im Bebauungsplan 2-3 Auto-Stellplätze je Wohnung vorgeschrieben werden, aber von einer Fahrradstellplatzsatzung, wie München sie zum Glück hat, hat da noch kleiner was gehört. Da werden Supermärkte mit hunderten von Autoparkplätzen aber ohne einen einzigen Radlständer auf die grüne Wiese geschnalzt. Und als Gegenpol hast du dann innerstädtisch Einzelhandelsverbände, denen es wurscht ist, wenn die Innenstadt (Kleinstadt in dem Fall) immer menschenfeindlicher wird, Hauptsache den Autos geht es gut. Von einer freien Wahl des Verkehrsmittels, wie du sie oben beschreibst, sind wir in den weit überwiegenden Teilen dieses Landes immer noch meilenweit entfernt.

Pro Rad - Gegen Engstirnigkeit

Schindluder, Wednesday, 13.09.2017, 11:10 (vor 3141 Tagen) @ Chris (aus WS)

Von Hass keine Spur. Hier in der Bar ohnehin nicht, aber auch sonst ist die Diskussion eher von gegenseitigem Unverständnis geprägt als von Hass.
Bei der Wahl des situativ geeigneten Verkehrsmittels geht es aber nicht nur darum, was für den jeweils anstehenden Weg das Praktischste ist, sondern auch darum, was man mit der eigenen Verkehrsmittelwahl anderen an Lärm und Abgasen zumutet. Und da darf man schon festhalten, dass sich viel zu viele viel zu oft trotz anderer Möglichkeiten fürs Auto entscheiden. Deswegen stimmt es eben auch, was oben schon mal geschrieben wurde: wenn ich das Auto systematisch fördere, erhalte ich am Ende mehr Autoverkehr. Wenn ich Radlinfrastruktur schaffe, erhalte ich mehr Radverkehr.
In München-Innenstadt ist die Situation natürlich nochmal eine andere. Aber schon auf den S-Bahn-Außenästen lässt das ÖPNV-Angebot deutlich nach und jegliche Stadt- und Verkehrsplanung ist rein aufs Auto zugeschnitten. Da gibt es Baugebiete, wo im Bebauungsplan 2-3 Auto-Stellplätze je Wohnung vorgeschrieben werden, aber von einer Fahrradstellplatzsatzung, wie München sie zum Glück hat, hat da noch kleiner was gehört. Da werden Supermärkte mit hunderten von Autoparkplätzen aber ohne einen einzigen Radlständer auf die grüne Wiese geschnalzt. Und als Gegenpol hast du dann innerstädtisch Einzelhandelsverbände, denen es wurscht ist, wenn die Innenstadt (Kleinstadt in dem Fall) immer menschenfeindlicher wird, Hauptsache den Autos geht es gut. Von einer freien Wahl des Verkehrsmittels, wie du sie oben beschreibst, sind wir in den weit überwiegenden Teilen dieses Landes immer noch meilenweit entfernt.

Es geht doch darum, dass die Politik mal die Zeichen der Zeit erkennt und sich nicht in Tagespolitik nach Umfragewerten ergeht.
Natürlich geht sowas nicht von heute auf morgen, aber ich muss das Ziel vorgeben: z.b. ab 2025 keine Verbrennungsmotoren und kein Individualverkehr (Ausnahme Emmsionsfrei) innerhalb des Mittleren Rings. Dann wüssten alle Bescheid auf was sie sich einzustellen haben und auch Händler usw. könnten sich drauf vorbereiten.
Auf dem Land muss endlich die Möglichkeit geschaffen werden sich das Verkehrsmittel wirklich aussuchen zu können.
Bei dem was du da bschreibst bin ich völlig d'accord, dass das alles ein Witz ist in der heutigen Zeit, das liegt aber ja grade dran, dass so getan wird, als wäre nix zu tun und alles könnte so weitergehen.

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Pro Rad - Gegen Engstirnigkeit

Nik, Tuesday, 12.09.2017, 19:06 (vor 3142 Tagen) @ my mobile mind

Kein Hass, aber wenn du an einer verkehrsreichen Straße wohnst, bist du im jeden froh, der nicht mit dem Auto zum Zigaretten holen fährt.

Pro Rad - Gegen Engstirnigkeit

Herbert, Tuesday, 12.09.2017, 21:56 (vor 3142 Tagen) @ my mobile mind

Ich nehme an das geht den meisten so und ich sehe nicht ein, warum ich den Nutzer des einen oder anderen Verkehrsmittels für dumm erklären soll. Ich verstehe diesen Hass nicht der da immer aufkommt.

Es geht ja nicht um "Hass", zumindest nicht hier in der Bar, sondern darum, dass man (o.k., da meine ich auch mich) umdenken bzw. zumindest mal anders denken sollte und Alternativen zum Auto abwägen bzw. bevorzugen. In die Innenstadt fahre ich auch nicht mit dem Auto, zumindest nicht, wenns anders geht.

außerdem ...

Kraiburger, Tuesday, 12.09.2017, 15:17 (vor 3142 Tagen) @ Nik

Ausserdem drängen ja mittlerweile immer mehr Radl-Sharing-Angebote in die Stadt. Früher gab es ja nur die untauglichen Räder der Bahn, seit Frühling stehen fast überall die blauen MVG-Räder, die einen durchaus kostengünstig von A nach B bringen.


Und die doofen Chinesen übersieht ja mittlerweile auch niemand mehr ...

Da bin ich aber mit meinem Hubschrauber schneller!

Celtic, Tuesday, 12.09.2017, 20:39 (vor 3142 Tagen) @ Nik

:-P

Wahl-o-mat

HHeinz @, München, Thursday, 07.09.2017, 13:49 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

Die Grünen mit Kretschmann und Palmer kann ich nicht mehr als Linke Partei wahrnehmen.


ginge auch anders

"Politisch verfolgt die 51-Jährige ein radikales Ziel: "Internationale Immobilienfonds, die nur an Rendite interessiert sind" sollen "keine Chance mehr haben" und bei Bedarf enteignet werden können. "Kein Mensch versteht, warum für Autobahnen Grundstücke enteignet werden können, aber nicht für die soziale Frage des Verbleibs in der eigenen Wohnung", sagt sie."

Quelle

Aber man meint eben auf dem Neoliberalen Mainstream mitschwimmen zu müssen. Ergo auch unwählbar.

Würde ich in Friedrichshain-Kreuzberg wohnen wären meine Erststimmen-Probleme wohl gelöst.

Und den Vergleich mit dem Schweinebauern kann man durchaus diskutieren. Nämlich bei der Frage ob der Mietmarkt überhaupt ein Markt sein muss und/oder ob es nicht sinnvoll ist über ein Grundrecht auf angemessenes und bezahlbares Wohnen zu diskutieren.

Statt Schweineschnitzel kann ich auch Spaghetti mit Tomatensoße essen, beim Wohnen fällt ein Ausweichen da schon schwerer. Selbst der Unrechtsstaat DDR hat das teilweise besser hinbekommen, das sollte uns eigentlich ein Ansporn sein.

Zumal der explodierende Wohnungsmarkt gravierende Folgekosten für die Gesellschaft hat. Wer im Alter aus der oft preiswerten Wohnung fliegt landet in vielen Fällen anschliessend in der Grundsicherung. In Großstädten bekommen die Vermieter von Bedürftigen oft mehr Geld vom Staat als die Hilfsbezieher selbst.
Es ist Aufgabe des Staates bei nicht funktionierenden Märkten einzugreifen. Kann man natürlich auch anders sehen, insbesondere wenn man Vermieter ist.

Wahl-o-mat

Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 13:53 (vor 3147 Tagen) @ HHeinz

Kann man natürlich auch anders sehen, insbesondere wenn man Vermieter ist.


oder FDP Wähler *feix*

Wahl-o-mat

my mind, Thursday, 07.09.2017, 14:09 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

Kann man natürlich auch anders sehen, insbesondere wenn man Vermieter ist.

oder FDP Wähler *feix*

Das ist doch das Schöne bei uns, dass man ungestraft unterschiedlicher Meinung sein kann. Das ist im Sozialismus nicht so.

Wahl-o-mat

Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 14:14 (vor 3147 Tagen) @ my mind

Das ist im Sozialismus nicht so.

kommt auf die Form an, bei dem den ich präferiere darf man das sehr wohl

Wahl-o-mat

my mind, Thursday, 07.09.2017, 15:22 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

Das ist im Sozialismus nicht so.


kommt auf die Form an, bei dem den ich präferiere darf man das sehr wohl

Das ist das Hauptproblem das ich mit diesen ganzen antiindividualistischen Ideologien habe. Es wird versucht eine ideale, faire, gleichberechtigte (nationale oder internationale) Gesellschaft zu kreieren in der am Ende dann nach dem Ermessen der Ideologen alle Menschen in einer gerechten Volksgemeinschaft eingereiht glücklich und zufrieden sein müssen. Eine grundsätzlich positive Utopie.

So sind die Menschen aber nicht. Und waren sie noch nie und werden sie nie sein. Erstmal sind sie nicht alle gleich und es gibt in jeder Gesellschaft einen großen Prozentsatz von Menschen die von solchen Heilsversprechen nichts halten und das nicht wollen und dagegen opponieren oder einfach nicht mitmachen. Live free or die.

Und spätestens dann wenn der Ideologe bei der Umsetzung seiner Vision auf Widerstand stößt kommen wir in die Phase der Zwangsbeglückung mit dem Ende der Meinungsfreiheit, Enteignung, Unterdrückung und Durchsetzung der (positiven) Vision mit vorgehaltender Waffe und brachialer Gewalt.

Das war bis jetzt nach meiner Kenntnis immer so. Mir ist keine Ausnahme bekannt. Darum lehne ich solche Konzepte ab.

Wahl-o-mat

Schindluder, Friday, 08.09.2017, 09:21 (vor 3146 Tagen) @ my mind

Das ist das Hauptproblem das ich mit diesen ganzen antiindividualistischen Ideologien habe. Es wird versucht eine ideale, faire, gleichberechtigte (nationale oder internationale) Gesellschaft zu kreieren in der am Ende dann nach dem Ermessen der Ideologen alle Menschen in einer gerechten Volksgemeinschaft eingereiht glücklich und zufrieden sein müssen. Eine grundsätzlich positive Utopie.

So sind die Menschen aber nicht. Und waren sie noch nie und werden sie nie sein. Erstmal sind sie nicht alle gleich und es gibt in jeder Gesellschaft einen großen Prozentsatz von Menschen die von solchen Heilsversprechen nichts halten und das nicht wollen und dagegen opponieren oder einfach nicht mitmachen. Live free or die.

Und spätestens dann wenn der Ideologe bei der Umsetzung seiner Vision auf Widerstand stößt kommen wir in die Phase der Zwangsbeglückung mit dem Ende der Meinungsfreiheit, Enteignung, Unterdrückung und Durchsetzung der (positiven) Vision mit vorgehaltender Waffe und brachialer Gewalt.

Das war bis jetzt nach meiner Kenntnis immer so. Mir ist keine Ausnahme bekannt. Darum lehne ich solche Konzepte ab.

Das sind durchaus diskussionswürde Einwände. Ich bin da, wie du dir denken wirst, anderer Meinung z.b. dass die Menschen nicht von Natur aus so sind sondern vom seit 200 Jahren praktiziertem System des Eigenutzes dazu gemacht wurden. Wenn man 200 Jahre betrachtet ist dies menscheihtsgeschichtlich doch ein sehr kurzer Zeitraum und die Soziogie lehrt uns, dass der Mensch zuallererst ein soziales Wesen ist.
Aber sei es drum, wichtig wäre solche Utopien zu diskutieren und sie nicht mit Totschlagargumenten vom Tisch zu wischen. Die Tatsache, dass ein weiter so nicht hinreichend für eine zukunftsfähige Poltik und Wirtschaftsordnung ist, wird den Meisten immer mehr bewusst.
Das äusserst sich dann auch in Parteien wie der AfD, die diese diffusen Ängste aufgreifen und Antworten anbieten, die zwar schwachsinnig sind, die sich aber genau in diesen Mangel an zukunftsfähigen Ideen und Konzepten zunutze machen.

Wahl-o-mat

laimerloewe (c), Thursday, 07.09.2017, 10:06 (vor 3147 Tagen) @ Nik

mich stört an denen exzessiv, dass nie eine Distanzierung des gesamten unrechts in der DDR passiert ist.

Wahl-o-mat

Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 11:51 (vor 3147 Tagen) @ laimerloewe (c)

mich stört an denen exzessiv, dass nie eine Distanzierung des gesamten unrechts in der DDR passiert ist.

Wozu? Die Wagenknecht konnte da z.b. nicht studieren weil sie nicht Systemkonform war. Mir reicht das als Abgrenzung. Hat sich die CDU von den Nazies distanziert? (Zentrum als Vorgängerpartei und Filbinger und Konsorten als hochgeschätze Parteigrößen)

Wahl-o-mat

my mind, Thursday, 07.09.2017, 13:42 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

mich stört an denen exzessiv, dass nie eine Distanzierung des gesamten unrechts in der DDR passiert ist.


Wozu? Die Wagenknecht konnte da z.b. nicht studieren weil sie nicht Systemkonform war. Mir reicht das als Abgrenzung. Hat sich die CDU von den Nazies distanziert? (Zentrum als Vorgängerpartei und Filbinger und Konsorten als hochgeschätze Parteigrößen)


Weil die Gründungsaufrufe der CDU in der Mehrzahl von NS-Verfolgten, KZ-Häftlingen oder Emigrierten unterschrieben wurden. Der erste Vorsitzende der CDU, Andreas Hermes, war wegen Beteiligung am Attentat des 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt worden und erwartete in der Todeszelle von Plötzensee seine Hinrichtung, bevor er im April 1945 befreit wurde. (WIKBÄDA)

Im Gegensatz dazu ist die PDS die Nachfolgeorganisation der SED. Sie ist lediglich umbenannt worden. Dass die SED für das Unrecht in der DDR unmittelbar verantwortlich ist, dürfte auch Dir nicht unbekannt sein.

Wahl-o-mat

Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 13:48 (vor 3147 Tagen) @ my mind

mich stört an denen exzessiv, dass nie eine Distanzierung des gesamten unrechts in der DDR passiert ist.


Wozu? Die Wagenknecht konnte da z.b. nicht studieren weil sie nicht Systemkonform war. Mir reicht das als Abgrenzung. Hat sich die CDU von den Nazies distanziert? (Zentrum als Vorgängerpartei und Filbinger und Konsorten als hochgeschätze Parteigrößen)

Weil die Gründungsaufrufe der CDU in der Mehrzahl von NS-Verfolgten, KZ-Häftlingen oder Emigrierten unterschrieben wurden. Der erste Vorsitzende der CDU, Andreas Hermes, war wegen Beteiligung am Attentat des 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt worden und erwartete in der Todeszelle von Plötzensee seine Hinrichtung, bevor er im April 1945 befreit wurde. (WIKBÄDA)

Im Gegensatz dazu ist die PDS die Nachfolgeorganisation der SED. Sie ist lediglich umbenannt worden. Dass die SED für das Unrecht in der DDR unmittelbar verantwortlich ist, dürfte auch Dir nicht unbekannt sein.

diese ollen Klamotten bringen mich einfach nur zum gähnen. Aber wers braucht um den Feind zu markieren anstatt sich inhaltlich auseinander zu setzen, bitte sehr.

Wahl-o-mat

my mind, Thursday, 07.09.2017, 13:56 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

diese ollen Klamotten bringen mich einfach nur zum gähnen. Aber wers braucht um den Feind zu markieren anstatt sich inhaltlich auseinander zu setzen, bitte sehr.

Als Feind würde ich sie nicht bezeichnen. Aber als unredlich und revisionistisch. Und als Anhänger einer menschenfeindlichen, kollektivistischen und an sich gescheiterten Ideologie.

Wahl-o-mat

Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 13:58 (vor 3147 Tagen) @ my mind

diese ollen Klamotten bringen mich einfach nur zum gähnen. Aber wers braucht um den Feind zu markieren anstatt sich inhaltlich auseinander zu setzen, bitte sehr.


Als Feind würde ich sie nicht bezeichnen. Aber als unredlich und revisionistisch. Und als Anhänger einer menschenfeindlichen, kollektivistischen und an sich gescheiterten Ideologie.

Hast du Marx gelesen? Kann eigentlich nicht sein bei der Aussage.
Gescheitert ist die Umsetzung der Idee, vor der Art der Umsetzung und dem Zeitpunkt hatte Marx selbst aber auch gewarnt. Seiner Meinung nach muss sich der Kapitalismus erst selbst ad absurdum führen, was zwangsläufig ist (wegen der vielen Widersprüche und Krisen und was man m.E. grade beobachten kann. Erst danach ist der Kommunismus, so wie Marx ihn sich vorgestellt hat möglich.

Ausserdem traut sich sowas bei den Linken eh keiner mehr laut zu sagen, da man Angst hat stigmatisiert zu werden, so wie du es grade machst.

Wahl-o-mat

my mind, Thursday, 07.09.2017, 14:05 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

Hast du Marx gelesen? Kann eigentlich nicht sein bei der Aussage.
Gescheitert ist die Umsetzung der Idee, vor der Art der Umsetzung und dem Zeitpunkt hatte Marx selbst aber auch gewarnt.

Hab ich. Ist aber lange her und hat mir auch nicht gefallen. Er hat die Situation Mitte des 19 Jhd. gut analysisert hat aber dann die falschen Schlüsse daraus gezogen und falsche Vorhersagen getroffen. Dass er sich nichts getraut hat kann man aber nicht sagen.

Wahl-o-mat

Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 14:13 (vor 3147 Tagen) @ my mind

Hast du Marx gelesen? Kann eigentlich nicht sein bei der Aussage.
Gescheitert ist die Umsetzung der Idee, vor der Art der Umsetzung und dem Zeitpunkt hatte Marx selbst aber auch gewarnt.


Hab ich. Ist aber lange her und hat mir auch nicht gefallen. Er hat die Situation Mitte des 19 Jhd. gut analysisert hat aber dann die falschen Schlüsse daraus gezogen und falsche Vorhersagen getroffen. Dass er sich nichts getraut hat kann man aber nicht sagen.

Wer behauptet Marx ist gefällig zu lesen, hat auch ein Rad ab.
Seine Schlüsse find ich dagegen brilliant (die heutige Finanzkrise vor 150 Jahren vorher zu sehen, ebenso wie die Entfremdung durch verkaufe Arbeitkraft und Konsumismus oder wie er es nennen Warenfetischismus soll ihm erstmal einer nachmachen).
Kommen wir nicht zusammen, macht aber nix, da ich wiegesagt denke, das das System in absehbarer Zeit zusammenbricht und es dann um die Frage geht: neuer Faschismus oder demokratischer Kommunismus.
Aber das führt jetzt alles biserl weit vom Wahl-o-maten weg.

Wahl-o-mat

Karre, Thursday, 07.09.2017, 12:21 (vor 3147 Tagen) @ laimerloewe (c)

Geht wohl vielen ähnlich, war aber vielleicht auch schwierig, wenn
du in den neuen Ländern Volkspartei bist und halt auch für viele Frustrierte
ein Sammelbecken, die es nicht mehr hören konnten, was sie für Loser sind, weil sie
doch fast ihr gesamtes Leben in der blöden DDR verbringen mussten.
Da kann sich der Bayer nicht so wirklich mit identifizieren, ist ja auch ein wenig verständlich, aber es ist ja jetzt alles über ein Vierteljahrhundert her
und wirklich unbelehrbare Betonstalinisten sind nicht mehr wirklich bei der Linken vorhanden, die wenigen sind dann wohl doch eher bei MLPD unterwegs, also ich finde sie sind trotz der Historie mittlerweile auch für Süddeutsche Leute wählbar, WASG kam ja 2009 auch nochmal dazu, Ossis und Wessis haben sich in der Partei zusammengerauft, ist sicher manchmal schwierig aber es geht, so und jetzt genug der Werbung ;-)

Wahl-o-mat

ludwigshafener löwe, Thursday, 07.09.2017, 09:23 (vor 3147 Tagen) @ Heidelberg

Bei mir ist auch die Partei mit Abstand auf Platz 1. Der Rest auch sehr ähnlich wie bei dir.

Wahl-o-mat

Heidelberg, Thursday, 07.09.2017, 10:48 (vor 3147 Tagen) @ ludwigshafener löwe

Hier bei uns in Friedrichshafen hat übrigens die MLPD die mit Abstand meisten Plakate verklebt.

Wahl-o-mat

Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 11:52 (vor 3147 Tagen) @ Heidelberg

Hier bei uns in Friedrichshafen hat übrigens die MLPD die mit Abstand meisten Plakate verklebt.

In Deggendorf auch...die ganze Isar rauf in München ebenso.
Wie man so blöd sein kann und Lenin in den Parteinamen aufnehmen, muss mir auch erstmal einer erklären. Macht sie unwählbar.

Wahl-o-mat

Joerg ⌂, Thursday, 07.09.2017, 14:20 (vor 3147 Tagen) @ Schindluder

Hier bei uns in Friedrichshafen hat übrigens die MLPD die mit Abstand meisten Plakate verklebt.


In Deggendorf auch...die ganze Isar rauf in München ebenso.
Wie man so blöd sein kann und Lenin in den Parteinamen aufnehmen, muss mir auch erstmal einer erklären. Macht sie unwählbar.

der lenin alleine macht eigenlich nicht so viel, aber die mlpd beruft sich auf:
marx - engels - lenin - stalin - mao tse tung (oder ze dong), ist schon eine viel illustere gesellschaft

Wahl-o-mat

Schindluder, Thursday, 07.09.2017, 14:23 (vor 3147 Tagen) @ Joerg

der lenin alleine macht eigenlich nicht so viel, aber die mlpd beruft sich auf:
marx - engels - lenin - stalin - mao tse tung (oder ze dong), ist schon eine viel illustere gesellschaft

Nix gegen Marx und Engels aber der Rest. eigentlich unfassbar und saublöd den Totschlagargumenten der Kommunistenhasser durch sowas noch Futter zu geben.
Die scheinen selbst Marx nicht zu verstehen, genau wie das nachweislich Mao getan hat.
Würde Marx heute noch leben, würde er den Laden verbieten lassen und seine Namensrechte geltend machen.

Wahl-o-mat

Kraiburger, Thursday, 07.09.2017, 15:43 (vor 3147 Tagen) @ ludwigshafener löwe

Bei mir ist auch die Partei mit Abstand auf Platz 1. Der Rest auch sehr ähnlich wie bei dir.

Die Partei "Die Partei" ist deshalb bei sehr vielen auf Platz 1, weil sie in nahezu keiner einzigen Frage eine ernstzunehmende Antwort gegeben hat, und letztendlich somit exakt die Zielgruppe der "Weiß nicht" - Ankreuzer getroffen haben!

Bist Du Dir sicher?

my PARTEI mind, Thursday, 07.09.2017, 15:54 (vor 3147 Tagen) @ Kraiburger

Die Partei "Die Partei" ist deshalb bei sehr vielen auf Platz 1, weil sie in nahezu keiner einzigen Frage eine ernstzunehmende Antwort gegeben hat, und letztendlich somit exakt die Zielgruppe der "Weiß nicht" - Ankreuzer getroffen haben!

In ihrem Grundsatzprogramm von 2004 fordert Die PARTEI eine Neugliederung Deutschlands in acht Bundesländer mit der Einrichtung einer "Sonderbewirtschaftungszone" auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, die "baulich vom Rest der Bundesrepublik getrennt werden" soll. Außerdem sind die Einführung einer 35-Stunden-Arbeitswoche sowie die Nutzung von Volksbegehren und Volksentscheiden auf Bundesebene Elemente ihres Programms. So soll auch das Grundgesetz vom Volk ratifiziert werden.

In ihrem Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2017 fordert Die PARTEI die Kopplung von Manager-Gehältern an die BH-Größe oder eine bundesweite Bierpreisbremse "bei großem Durst" und einer "nachweisbaren Gläserleerstandsquote". Tierversuche sollen abgeschafft, Medikamente an Spitzensportlern getestet und die humanmedizinische Versorgung auf dem Land von Tierärzten übernommen werden. Außerdem fordert Die PARTEI ein bedingungsloses Grundeinkommen, bis zu dessen Einführung die Abgeordnetendiäten an die Hartz-IV-Sätze gekoppelt sein sollten. Junge Mütter will sie staatlich stärker fördern. In Anspielung auf die Forderung der SPD nach "mehr Gerechtigkeit" setzt sich Die PARTEI für eine "allumfassende universelle Gesamtgerechtigkeit" ein, wobei Beschwerden über Ungerechtigkeit unterdrückt werden sollen.

Wahl-o-mat

Heidelberg, Thursday, 07.09.2017, 16:00 (vor 3147 Tagen) @ Kraiburger

Ich hab nur bei zwei oder drei Fragen "neutral" gewählt.

Allerdings habe ich mal gelesen, dass, wenn man bei allen Fragen "neutral" anklickt, die Übereinstimmung mit der CDU verblüffend hoch ist.

Wahl-o-mat

my neutral mind, Thursday, 07.09.2017, 16:38 (vor 3147 Tagen) @ Heidelberg
bearbeitet von my neutral mind, Thursday, 07.09.2017, 18:02

Allerdings habe ich mal gelesen, dass, wenn man bei allen Fragen "neutral" anklickt, die Übereinstimmung mit der CDU verblüffend hoch ist.

Nein, das habe ich gerade ausprobiert:

"Leider kann der Wahl-O-Mat auf der Grundlage Ihres Antwortmusters kein individuelles und zuverlässiges Ergebnis berechnen."

Und tatsächlich hat DIE PARTEI zu jeder Frage eine Position. Nicht ein einziges Mal neutral. Anders als fast alle anderen.

https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2017/Positionsvergleich-Bundestagswahl2017.pdf

Wahl-o-mat

my wahl o mat mind, Thursday, 07.09.2017, 11:35 (vor 3147 Tagen) @ Schreihals politisiert

Bei mir ein völlig unbrauchbares und unglaubliches Ergebnis:

FDP, Grüne, SPD, CSU alle in einem Bereich zwischen 67% und 71%. Das ist alles innerhalb einer üblichen Fehlertoleranz.

PDS, AFD und NPD glücklicherweise alle unter 50%.

Da bleibt wohl nur eine Wahl nach dem Ausschlußverfahren:

- Grüne und CSU gehen nicht weil sie einfach - jeder auf seine Weise - das unsympatischste Personal am Start haben.

- SPD geht nicht mehr nachdem Schulz erklärt hat zur Not auch mit den Kommunisten zu koalieren.

- Bleibt nur noch FDP. Obwohl ich auch kein Zahnarzt bin.

Wahl-o-mat

ex-mitglied, Thursday, 07.09.2017, 16:23 (vor 3147 Tagen) @ my wahl o mat mind

..genau.
Aus bairischer Sicht die größtmögliche Watschn für Seehofer.
Das ist auch das einzige, was mich bei der Wahl motiviert.
Tante gewinnt eh, und je stärker die FDP, desto schwächer die CSU-Nasen.

...obwohl mir "FDP" irgendwie innerlich ganz schön widerstrebt....:-|

Alternativen

BlueMaverick, Friday, 08.09.2017, 15:42 (vor 3146 Tagen) @ Schreihals politisiert

gibt mittlerweile auch noch genug teils bessere Alternativen zum wahlomat wie z.b. wahlnavi, wahlslider oder auch auf bestimmte politikfelder bezogene wie steueromat, eu-romat der jef etc.

Alternativen

grasober, Saturday, 09.09.2017, 12:10 (vor 3145 Tagen) @ BlueMaverick

Hab grad mal das Wahlnavi ausprobiert.
Das Ergebnis ist ziemlich deckungsgleich mit dem Wahlomat und auch mit meiner tatsächlichen Wahlentscheidung.

Alternativen

nordkurvenasso, Saturday, 09.09.2017, 16:59 (vor 3145 Tagen) @ grasober

Gestern am infostand der grünen mit einem netten zettelverteiler unterhalten - angenehmes Gespräch aber halt auch ned mehr

noch ne Alternative

Seuchenvogel, Bacham, Tuesday, 12.09.2017, 08:56 (vor 3142 Tagen) @ Schreihals politisiert

https://www.deinwahl.de/home

Mit deinem Wal kannst du prüfen, welche Partei wie du denkt.

Hier kannst du die Abstimmungen im Bundestag der letzten Legislaturperiode nachspielen, als wärst du live dabei gewesen! In der Auswertung siehst du, welche Parteien in deinem Sinne abgestimmt haben.

Auch wenn dein Wal dem Wahl-O-Mat sehr ähnelt, steckt doch ein ganz anderes Konzept dahinter. Hier sagen die Parteien nicht, wie sie zu einem Thema abstimmen würden — hier zählt, wie sie zu einem Thema abgestimmt haben! Das unterscheidet deinen Wal übrigens auch von den typischen Wahlprogrammen.

noch ne Alternative

Heidelberg, Tuesday, 12.09.2017, 09:22 (vor 3142 Tagen) @ Seuchenvogel

Hab das mal gemacht:

[image]

Wahl-o-mat

Hans-of-the-Wurscht, Tuesday, 12.09.2017, 14:37 (vor 3142 Tagen) @ Schreihals politisiert

Vielleicht seh ich einige Dinge bissl eng, aber die ersten 8 ergeben doch ein "relativ" klares Bild :-D
DiB........92,2%
BGE........92,2%
SGP........90,5%
Die PARTEI.88,8%
B*.........85,3%
DKP........85,3%
DIE LINKE..84,5%
du. .......84,5%

Ich glaub ich wähl die AfD :-D

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