An Tagen wie diesen ! Teil 1 (Forum)
…. seid ihr blauen nun weit, gar weit gewandert,
Habt ihr des Nordens Eis durchglandert,
Des Südens süße Frucht geschmeckt;
Habt viel geschlürft und viel geschmachtet,
Viel aufgestaut und viel verachtet,
Und mehr, gesucht noch, als entdeckt; —
Seid nun, ihr Klugen und ihr Frommen,
Ihr endlich wieder heimgekommen…….
Selbst der grüngelbe Nasenpopel auf der Firmentoilette (aufgehängt von einem kleinen Schweinchen) schien gute Laune zu haben an diesem Freitag. Er hing irgendwie strammer, selbstbewusster an der Klowand als sonst. Die Firm schloss sich den Hosenstall zu, wusch sich die Hände und machte sich auf den Weg nach Porta Munica.
Noch schnell ein Lager to go an der Tanke, an denen Reisende stolz ihre BMWs betankten. Wo hin die Reise, ihr Strauchtomaten, wo es doch heut nur ein Ziel gibt ? Ach,rollt doch wo hin ihr wollt, ihr hoch verehrten Brauser, die Firm federt jetzt gar geschmeidig nach Giesing Hall, mit ihrem Lager.
Im Bus brüllt ein stark pigmentierter aus Swasiland ins Handy, Mother Africa lässt nicht lange auf sich warten und antwortet sogleich schallend zurück. Einige Fahrgäste drehen sich brüskiert um, andere scheinen nur noch den wohlverdienten Feierband im Sinn zu haben. Denen würde nicht einmal eine IS- Bombe das bevorstehende Wochenende vermiesen können. Der Firm ist es auch piepe, keine Splitterbombe würde sie abhalten können, selbst als runder Blutfleck würde sie das Spektakel heute nicht verpassen und auf dem heiligen Kirchenschiff Platz nehmen.
In der U-Bahn die ersten Verwandten, blaue Trikots und Schals mischen sich unter das feierabende Volk. Wichtelhuber mit umgehängten Laptops. Trollies in Hosenanzug und ein paar unbegleitete minderjährige Migranten füllen den Bahnsteig. Eine bunte Mischung. Mit jeder Station Richtung Giesing schlägt das Herz schneller. Mein Herz so blau.
Ausstieg Silberhornstr. Die ISF kommt sich vor, wie ein Atlantik Lachs, der nach langer, langer Reise endlich wieder in die Heimatgewässer schwimmt. Das Wasser wird sauberer, der Sauerstoffgehalt erhöht sich mehr und mehr. Die Firm reiht gesellt sich zu all den anderen blauweißen Lachsen und schwimmt mit im Schwarm Richtung Laichplatz.
Kastanienklausi. Hier muss noch das Ticket von Herrn Schneider abgeholt werden. Der hat schon vier Weißbiere am Hosenträger und schwelgt mit Falco der Mutter aller Spiele entgegen. „ Auf die Löwen !„ Nach einer kühlen Blonden begibt sich die Firm zum Trepperlwirt. Dort kredenzt sie sich eine halbe, bekannte Löwen sind aber nicht da, so lässt sie sich vom Kobold abführen und Richtung RiffRaff schleppen. Das RiffRaff (australisch Scum) ist gut gefüllt. Ein DJ spielt SKA – Musik und die Leute sind glücklich. Immer mehr Löwen strömen Richtung Stadion an uns vorbei, ihre Erektionen stolz vor sich hertragend. Nachdem Madness ihr „ My Girl“ geträllert hat, strömt auch das Firmchen Richtung Wienerwald. Dort wird nur kurz verweilt, lockt doch der heilige Laichplatz, jetzt in ganz unmittelbarer Nähe.
Ist der atlantische Wildlachs meist erschöpft, wenn er endlich dort ankommt, von wo er viele Jahre zuvor aufgebrochen ist, so wird die Firm erst richtig fit, wenn sie nach Hause kommt. 100 Liegestützen und 130 Situps sind drin. Jetzt richtig warm geht es an den Platz. Reihe 12 Sitz 8 erklärt das Ticket. Heldenhaft liegt das Giesinger Pantheon im gleißenden Licht. Die Gladiatoren beider Reihen breiten sich bereits vor. Oha, wer raucht denn da vorne eine Zigarre ? Ist das Ismael, der falsche Scheich zu Jordanien ? Die rundliche Figur hätte er, die dunklen Haare auch ! Aber, Gott sei Dank es ist es nur ein harmloses, paffendes Väterchen.

