Deine Anmerkungen sind schon schlüssig.
Danke.
der Konsequenz dass man ja unbedingt Investoren braucht
Ob man sie unbedingt braucht, sei mal dahingestellt. Ein FC Bayern kommt ja bisher sehr gut ohne Investor aus. Sie haben halt sehr potente Sponsoren, vor allem die 3 Großen A’s (Allianz, Audi und Adidas) und hohe Merchandisingeinnahmen. Aber viele weniger erfolgreichen Vereine werden den Einstieg eines Investors für den einfachsten und/oder schnellsten Weg zum Erfolg halten und daher halte ich es für unvermeidlich, dass es mittel- bis langfristig zu solchen Investments in Deutschland kommen wird. Nicht bei allen Vereinen. Manche wie vielleicht Freiburg werden den Weg nicht mitgehen, aber schon genug. Ob sich dann bei denen wirklich Erfolg (so wie bei Chelsea oder ManCity) einstellt, bleibt aber natürlich abzuwarten.
Beim HSV bspw. ist erschreckend wie wenig aus Kühnes Geld gemacht wird. Und wenn 1860 2018 nicht wieder in der ersten BL spielt, kann ich nur sagen, dass das Vier- bis Fünffache Gehalt eines „normalen“ Zweitligatrainers für Pereira, bald noch flankiert von großen Investitionen in die Mannschaft, total bekloppte Geldverbrennung war. Darmstadt ist mit einem Spieleretat von 9 Millionen sensationell aufgestiegen. Wer es dann mit 50 Millionen nicht schafft…
Wenn RB Salzburg nie die Champions League gewinnen wird warum muss man dann die Liga komplett auf den Kopf stellen?
Muss man nicht. Aber einem Mateschitz geht es halt darum Macht zu demonstrieren und er tut es, allein weil er es kann. Egal wie pervers wir beide das finden.
Letztendlich müssen wir alle gar nichts außer sterben. Aber ich halte den von mir beschriebenen Werdegang halt für sehr wahrscheinlich bis unvermeidlich.
aber das ist für mich weder objektiv erforderlich noch sonderlich erstrebenswert
Das hängt von der konkreten Zielsetzung des einzelnen Vereins und seiner sonstigen finanziellen Möglichkeiten ab, ob ein Investoreneinstieg erforderlich erscheint oder nicht. Und ob er erstrebenswert ist oder nicht, ist nochmal eine ganz andere (ideologische) Frage.
Aber wenn selbst die Fans sich nicht wehren wird es niemand anderer tun.
Wenn genug Fans eines Vereins sich wehren, wird es dort nicht zu einem Investorenmodell kommen, manche Vereine werden sich vermutlich sogar bewusst als „investorenfrei“ vermarkten und sogar mehr oder weniger erfolgreich damit sein (so wie es ja auch mehr oder weniger erfolgreiche Genossenschaften in einer Marktwirtschaft gibt), aber das heutige System als Ganzes wird nicht zu halten sein. Und in den Geschichtsbüchern wird stehen, dass ausgerechnet ein Traditionsverein wie 1860 mit der erste deutsche Verein war, der sich auf Gedeih und Verderb an einen Investor gebunden hat.
50 plus X ist dem Untergang geweiht. Vermutlich ist diese Regel nicht mal konform zu EU-Recht und es muss nur ein Verein erfolgreich dagegen klagen so wie seinerzeit Bosman gegen seine Ablösesumme.
Mit dem Platzen der Blase kannst irgendwann übrigens sehr gut rechthaben. Das nennt man dann „Marktbereinigung“ und gehört durchaus ebenfalls zur Logik des kapitalistischen Systems dazu.