Wer einen vorbestraften Steuerbetrüger zum Präsidenten machen will und dazu extra die Vereinssatzung ändern lässt, die bislang vorschrieb, Bewerber hätten juristisch unbescholten zu sein; wer dazu einen vorbestraften Vorstandsvorsitzenden die Geschicke seiner Aktiengesellschaft lenken lässt, der kann auch kein Problem damit haben, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats wegen eines handfesten Betrugsskandals von seinem Job zurücktreten musste. Es ist nur konsequent, diesen Mann in den eigenen Reihen zu halten.
Auch Franz Beckenbauer als ehemaliger Präsident und heutiger Ehrenpräsident des FC Bayern passt wunderbar in diese Riege.
Man könnte auch sagen, beim FC Bayern handelt es sich um ein Resozialisierungsprojekt für höhere soziale Schichten. Gefallene Weiße Krägen erhalten dort eine zweite Chance.
Weil sich der Ärger mit der Justiz aber nicht nur auf die Klubführung beschränkt, sondern längst auch die Spieler erfasst hat, finden sich in deren Reihen Anklagen wegen Körperverletzung, Brandstiftung, Verkehr mit Mindetjährigen, Steuerhinterziehung und vieles mehr.
Das ist bundesweit beispiellos. Ich wüsste keinen zweiten Klub, dessen Protagonisten in dieser Dichte und Regelmäßigkeit Probleme mit dem Gesetz haben.