Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe (Forum)

Max Headroom ⌂, Sunday, 13.09.2015, 15:38 (vor 3863 Tagen)

Falls es jemanden interessiert, hier meine Zusammenfassung zu gestern Abend:

Das Fazit gleich am Anfang: Es war alles, wie ich es erwartet hatte, nur viel schlimmer.

Nachdem meine Frau und ich zweimal Wasser, Kekse und Müsliriegel gespendet hatten, haben wir uns in der Doodle Liste der Flüchtlingshilfe (http://fluechtlingshilfemuenchen.de/) für die Abendschicht (20:00 Uhr bis 0:15 Uhr) am Hauptbahnhof eingetragen.

Wie vereinbart haben wir uns gegen 19:00 Uhr am Infobus gemeldet (Luisenstr. 4, Elisenhof). Dort gab man uns ein grünes Bändchen für's Handgelenk und wir sind gemeinsam mit dem Rest der Schicht zur Bahnhofshalle Nord (Seite Arnulfstraße) gegangen.

Dort ist die Auffangstation, wo die ankommenden Flüchtlinge medizinisch durchgecheckt werden und sich namentlich (ohne Fingerabdrücke oder weiterführende Informationen) registrieren lassen.

Wir bekamen jeder eine rosa Weste und Schutzhandschuhe, Mundschutz war optional. Unsere Aufgabe als freiwillige Helfer bestand darin Wasser, Bananen, Müsliriegel und Kekse an die Ankommenden zu verteilen.

Ich kann jedem nur raten selbst hinzugehen und auch wenn er nicht aktive helfen kann oder will sich von außerhalb der Absperrungen selbst ein Bild zu machen.
Was ich da erlebt habe kenne ich normalerweise nur aus dem Fernsehen. Männer, Frauen, Kinder, alte Leute, Kleinkinder, alle übernächtigt und desorientiert.

Die Leute haben tatsächlich nur Handgepäck (Plastiktüten meistens) dabei und keiner hat den Eindruck vermittelt, dass es auf Urlaub ist oder sich einen faulen Lenz auf Kosten anderer machen wollte.

Die Zustände am Hauptbahnhof sind katastrophal, was aber unausweichlich ist, da viel improvisiert werden muss und sehr viele Leute kommen, gestern wurden 13.000 (!) Menschen betreut.

Man muss es selbst gesehen und erlebt haben, um beurteilen zu können, was hier wirklich passiert.

Toll ist, wie die Leute vor Ort sich reinhängen und wie alles doch irgendwie funktioniert. Für mich war allerdings emotional deutlich härter, als ich erwartet hatte. Ich bin sicherlich nicht zum letzten Mal dort gewesen, weil dringend was getan werden muss.

Wenn ihr selbst etwas tun wollt oder jemanden kennt, Anlaufstelle ist der Infobus sowie die Webpräsenz http://fluechtlingshilfemuenchen.de/

Hingehen.

Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe

tomtom, Sunday, 13.09.2015, 18:08 (vor 3863 Tagen) @ Max Headroom

Danke für diese Eindrücke und den Appell. Das berührt mich auch alles sehr und ich versuche auch irgendwie zu helfen. Apropos "irgendwie helfen", ich beobachtete heute in einer Kasseler Tram wie eine junge, vermutlich deutsche Frau einen mutmaßlichen sehr jugendlichen Flüchtling ansprach und ihm dann zehn Euro zusteckte – ja, irgendwie auch eine seltsame Szene. Gestern Abend war es mir zuhause richtig mulmig, als darum gebeten wurde, Isomatten und Decken zum Hauptbahnhof zu bringen.

Mulmig wird's einem auch, wenn man sieht, was jetzt passiert: Grenzen zu!

Falls es jemanden interessiert, hier meine Zusammenfassung zu gestern Abend:

Das Fazit gleich am Anfang: Es war alles, wie ich es erwartet hatte, nur viel schlimmer.

Nachdem meine Frau und ich zweimal Wasser, Kekse und Müsliriegel gespendet hatten, haben wir uns in der Doodle Liste der Flüchtlingshilfe (http://fluechtlingshilfemuenchen.de/) für die Abendschicht (20:00 Uhr bis 0:15 Uhr) am Hauptbahnhof eingetragen.

Wie vereinbart haben wir uns gegen 19:00 Uhr am Infobus gemeldet (Luisenstr. 4, Elisenhof). Dort gab man uns ein grünes Bändchen für's Handgelenk und wir sind gemeinsam mit dem Rest der Schicht zur Bahnhofshalle Nord (Seite Arnulfstraße) gegangen.

Dort ist die Auffangstation, wo die ankommenden Flüchtlinge medizinisch durchgecheckt werden und sich namentlich (ohne Fingerabdrücke oder weiterführende Informationen) registrieren lassen.

Wir bekamen jeder eine rosa Weste und Schutzhandschuhe, Mundschutz war optional. Unsere Aufgabe als freiwillige Helfer bestand darin Wasser, Bananen, Müsliriegel und Kekse an die Ankommenden zu verteilen.

Ich kann jedem nur raten selbst hinzugehen und auch wenn er nicht aktive helfen kann oder will sich von außerhalb der Absperrungen selbst ein Bild zu machen.
Was ich da erlebt habe kenne ich normalerweise nur aus dem Fernsehen. Männer, Frauen, Kinder, alte Leute, Kleinkinder, alle übernächtigt und desorientiert.

Die Leute haben tatsächlich nur Handgepäck (Plastiktüten meistens) dabei und keiner hat den Eindruck vermittelt, dass es auf Urlaub ist oder sich einen faulen Lenz auf Kosten anderer machen wollte.

Die Zustände am Hauptbahnhof sind katastrophal, was aber unausweichlich ist, da viel improvisiert werden muss und sehr viele Leute kommen, gestern wurden 13.000 (!) Menschen betreut.

Man muss es selbst gesehen und erlebt haben, um beurteilen zu können, was hier wirklich passiert.

Toll ist, wie die Leute vor Ort sich reinhängen und wie alles doch irgendwie funktioniert. Für mich war allerdings emotional deutlich härter, als ich erwartet hatte. Ich bin sicherlich nicht zum letzten Mal dort gewesen, weil dringend was getan werden muss.

Wenn ihr selbst etwas tun wollt oder jemanden kennt, Anlaufstelle ist der Infobus sowie die Webpräsenz http://fluechtlingshilfemuenchen.de/

Hingehen.

Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe

Max Headroom ⌂, Sunday, 13.09.2015, 23:18 (vor 3863 Tagen) @ tomtom

Mulmig ist genau das richtige Wort.

Unser Leben, so wie wir es kennen, wird sich grundlegend verändern, dessen bin ich mir seit Samstag Abend sicher.

Wie genau, keine Ahnung, aber die armen Schweine (sorry für die drastische Formulierung) werden sich nicht abhalten lassen, die haben einfach nichts zu verlieren. Woher ich das weiß? Es steht Ihnen ins Gesicht geschrieben.

Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe

der bayrische eroberer, Monday, 14.09.2015, 07:25 (vor 3862 Tagen) @ Max Headroom

Unser Leben, so wie wir es kennen, wird sich grundlegend verändern, dessen bin ich mir seit Samstag Abend sicher.

Respekt, Max! Und ich hoffe, dass die Flüchtlinge auch ihren Teil dazu beitragen, denn die Stimmung kippt - merkt man an allen Ecken wie ich finde. Und dann kann es recht schnell sehr unangenehm werden für alle. Bestes Beispiel aktuell in Berlin wo eine Horde Faschisten die Rigaer Straße angegriffen hat... Die haben so derben Aufwind, dass sie sich jetzt schon ins Kernland vorwagen. Und ich wette, das war noch lange nicht alles.

Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe

Laimerloewe (c), Sunday, 13.09.2015, 19:40 (vor 3863 Tagen) @ Max Headroom

Super, max!

Danke für den Bericht! Das ermuntert mich, da auch mal mit anzupacken!

Außer einer vorherigen Eintragung muss man keine Vorkenntnisse haben oder sich sonstwie registrieren lassen?

Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe

Max Headroom ⌂, Sunday, 13.09.2015, 23:02 (vor 3863 Tagen) @ Laimerloewe (c)

Nein, keinerlei Vorkenntnisse, jede helfende Hand ist willkommen.

Momentan scheint sich die Situation zu verändern, da die Grenzen geschlossen wurden, aber die Leute werden kommen, ganz sicher.

Du kannst so ein menschliches Elend ignorieren, solange es irgendwo weit weg passiert, aber wenn du einmal persönlichen Kontakt hattest, dann ändert sich alles.

Dieses Thema wird uns alle noch lange beschäftigen, da besteht für mich kein Zweifel.

Von der positiven Seite ist es absolut geil wie München reagiert hat. Viel Menschlichkeit wo es wirklich nötig war.

Es kann nicht sein, dass Kinder auf nacktem Beton schlafen müssen, scheißegal wo sie herkommen und wie sie aussehen.

Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe

my mind, Sunday, 13.09.2015, 21:17 (vor 3863 Tagen) @ Max Headroom

Danke für den Bericht und für den Einsatz. Natürlich ist es nicht jedermanns Sache persönlich mit anzupacken. Spenden kann aber jeder. Und das sollte auch jeder tun. Dass wir nie in eine solche Lage kommen werden ist nicht garantiert.

Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe

Schwabinger, Sunday, 13.09.2015, 21:56 (vor 3863 Tagen) @ Max Headroom

Danke für den Bericht und natürlich auch danke an Dich und Deine Frau dass ihr vor Ort unterstützt habt.
Jeder kann helfen, wer nicht mit anpacken kann oder mag hat die Möglichkeit zu spenden. Egal wie man politisch steht und egal ob man das "gut" findet dass tausende Flüchtlinge im Moment ins Land strömen. Die Situation ist wie sie ist, jeder ist nun aufgefordert das Beste daraus zu machen. Die Menschen müssen versorgt, unter gebracht und in den kommenden Monaten und Jahren unterstützt und integriert werden! Es gibt keine Alternative dazu!

Keine Alternative? SPD Mann Sarrazzin hat eine ...

Max Headroom ⌂, Sunday, 13.09.2015, 23:07 (vor 3863 Tagen) @ my mind

Solche Leute, wie auch der Söder und der Seehofer, die eine solche Situation ernsthaft für ihren nächsten Wahlkampf im Bierzelt ausschlachten, spotten jeder Beschreibung. Armselig.

Keine Alternative? SPD Mann Sarrazzin hat eine ...

friedhofstribüne, Wednesday, 16.09.2015, 20:03 (vor 3860 Tagen) @ Max Headroom

Solche Leute, wie auch der Söder und der Seehofer, die eine solche Situation ernsthaft für ihren nächsten Wahlkampf im Bierzelt ausschlachten, spotten jeder Beschreibung. Armselig.

Genau die werden die ganze Sache aber krachend an die Wand fahren. Und da beziehe ich jetzt auch Mama Merkel, Gabriel und alle anderen mit ein.
Ich glaube unsere Bevölkerung ist durchaus fähig, einen Ansturm von Flüchtlingen zu bewältigen. Die bewundernswerte freiwillige Arbeit und das dabei gezeigte Engagement zeigen das sehr deutlich. Die nächsten Schritte und Weichen, in welche Richtung das Ganze gehen wird, können aber nicht nur mit privaten Engagement gelöst werden. Und genau da habe ich größte Bedenken bzgl. unserer politischen Möglichkeiten. Die Integrationspolitik bei Migranten und Asylbewerbern der letzten 30 Jahre sind eigentlich Beweis genug, dass sich hier um einiges mehr verändern müsste, als die Willkommenskultur am Hbf München. Die humanitäre Notwendigkeit zum Handeln ist mir dabei vollkommen bewußt, und ich empfinde das auch als selbstverständlich. Was mir leider abgeht ist das Vertrauen in die Machbarkeit (ehrlichen politischen Willen?) der weiteren notwendigen Schritte.

Auch wenn das jetzt vielleicht zynisch klingt, aber inzwischen habe ich manchmal schon das Gefühl einfach den nächsten Medienhype mitzuerleben. Welche Haltbarkeit in der ernsthaften Auseinandersetzung kann man dabei erwarten?

Keine Alternative? SPD Mann Sarrazzin hat eine ...

Joerg ⌂, Monday, 14.09.2015, 09:23 (vor 3862 Tagen) @ my mind

http://www.zeit.de/2015/37/thilo-sarrazin-interview-fluechtlinge-zuwanderung-integration-frontex

so kann man geschickt einer frage ausweichen .... die, was passiert mit den leuten die hier sind ... darauf hatte er keine antwort ... nicht nur er übrigens, unsere politiker auch nicht, gäbe es nicht so eine breite hilfe aus der bevölkerung (da bin ich mal stolz auf deutschland) wäre schon alles kollabiert ...

Beim Sport möglichst wenig trinken,

Lüngerl, Monday, 14.09.2015, 10:12 (vor 3862 Tagen) @ my mind

denn "der Muskel muss trocken" bleiben, war bis in die 1970er hinein gängige Meinung bei Trainern und Ausbildern im Leistungssport. Heute lacht man darüber und kann sich kaum noch vorstellen, wie man damals auf eine solche Idee kommen konnte, die noch dazu schwer gesundheitsgefährdend ist.

Thilo Sarrazin wirkt auf mich immer wie jemand aus der Generation "trockener Muskel", der mit Ideen von vorgestern die für ihn unerwünschten Begleiterscheinungen der Globalisierung bekämpfen will. Die für seine Klientel erwünschten Effekte wie weltweiter Handel und uneingeschränkter Zugang zu Rohstoffen an nahezu jedem Ort der Erde, nimmt er gerne mit. Nur wenn was schief läuft, dann will er mit den Folgen nichts zu tun haben und hat blitzschnell Opas Rezeptbuch zur Hand.

Weltweite Fluchtbewegungen werden zunehmend in den reicheren Regionen der Erde spürbar. Das war früher nicht so. Ganz einfach weil heute die Transportmittel und -wege zur Verfügung stehen. Wo Waren in kürzester Zeit rund um den Globus transportiert werden können, kommen auch Menschen. Nicht in Thilos Welt, da baut man einfach wieder einen hohen (nationalen) Zaun und durch die Latten hindurch steckt man dann die Waren, die Menschen bleiben draußen. Die Realität sieht anders aus.

Und da reden wir noch nicht mal von den gravierenden kommenden Fluchtbewegungen, die aufgrund von klimatischen Veränderungen unausweichlich entstehen. Zum Kriegsflüchtling und "Wirtschaftsflüchtling" kommt dann noch der Klimaflüchtling. Sarrazin ist bis dahin altersmäßig aus dem Leben geschieden – zum Glück haben künftige Generationen seine praktischen Tipps dann noch in Buchform zur Hand.

Mein Eindruck: Es gibt kein einziges Problem globalen Maßstabs, zu dessen Lösung unsere Sarrazins, Seehofers und de Maizieres auch nur halbwegs Sinnvolles beizutragen hätten.

http://www.zeit.de/2015/37/thilo-sarrazin-interview-fluechtlinge-zuwanderung-integration-frontex

Beim Sport möglichst wenig trinken,

laimerloewe (c), Monday, 14.09.2015, 10:34 (vor 3862 Tagen) @ Lüngerl

im Prinzip haben wir doch so etwas wie eine moderne Völkerwanderung. nur halt mit den transport- und kommunikationsmitteln von heute. ich finde, das müssten die leute schon mal verstehen.

so wie der indogermane damals aus irgendwelchen gründen dahin gewandert ist, wo er meinte, dass es besser ist als da, wo er herkam, tun die leute heute das auch.

Beim Sport möglichst wenig trinken,

BlueMagic, Monday, 14.09.2015, 10:54 (vor 3862 Tagen) @ laimerloewe (c)

Kürzlich war da irgendwo ein Artikel verlinkt in dem genau das ausgesagt wurde. Ob es uns hier im reichen Mitteleuropa nun gefällt oder nicht, wir werden damit leben müssen. Vielleicht könnte man es noch ein paar Jahre verlangsamen oder verzögern, wenn man dicke fette Zäune oder Mauern baut, die bewaffnet verteidigt werden. Aber, wer will das ernsthaft?
Vermutlich würden das die bereits genannten Herren ja gerne machen. Getraut hat sich so ein Statement aber noch keiner. Was ja nicht heißt, dass es nicht noch einen politischen Konsens dazu geben wird. Eine Kollegin meinte kürzlich, dass sich die Stimmung in D sehr schnell drehen wird, wenn es aufgrund der Migration zu massiven Einschnitten bei den Sozialleistungen kommt.
Keine schönen Aussichten.
Uns Kindern der Nachkriegsgeneration ging es hier in Mitteleuropa lange sehr gut.
Das könnte sich bald ändern.

Beim Sport möglichst wenig trinken,

laimerloewe (c), Monday, 14.09.2015, 11:27 (vor 3862 Tagen) @ BlueMagic

da gebe ich dir recht!

wobei für mich schon unklar ist, wo die leute alle leben sollen (mal rein vom platz her gedacht) und wie sie dann auch ihren beitrag zum Bruttosozialprodukt leisten können.

ich glaube allerdings schon, dass die bessere lösung eine gerechtere Verteilung des wohlstands auf diesem Planeten wäre. das ist m.e. das Grundübel.

Beim Sport möglichst wenig trinken,

BlueMagic, Monday, 14.09.2015, 11:44 (vor 3862 Tagen) @ laimerloewe (c)

Man wird sich auf allen Ebenen Gedanken machen müssen. Z.B. über die sehr hohen Baustandards hier in D. Vielleicht kann man da die eine oder andere übetriebene Vorschrift lockern um auch günstigeren Wohnraum schaffen zu können. In den Ballungsräumen mit den hohen Grundstückspreisen sind m. E. auch die öffentlichen Eigentümer in der Pflicht, z. B. ehemalige Kasernengelände auch für sozialen Wohnungsbau zu nutzen. Insgesamt muss sozialer Wohnungsbau massiv voran getrieben werden, weil wir auch in den attraktiven Großstädten alle Berufe brauchen, die eher unterdurchschnittlich verdienen. Da muss dringend was getan werden.

Und dann muss man einfach versuchen, den Migranten möglichst schnell die Sprache beizubringen und sie, wo nötig, zu qualifizieren. Man jammert hier seit Jahren über die niedrigen Geburtenraten und hat familienpolitisch keine Lösung dafür gefunden. Jetzt haben wir das Glück der Zuwanderung. Wir sollten die Chance nutzen, die uns diese Menschen bieten, damit auch wir im Alter gepflegt werden und genug Arbeitende in das Rentensystem einzahlen.

Mit latent ausländerfeindlichen konservativen Politikern und Lobbyisten wird es aber leider nicht so kommen, wie ich es mir in meiner Naivität vorstelle.

Beim Sport möglichst wenig trinken,

der bayrische eroberer, Monday, 14.09.2015, 13:00 (vor 3862 Tagen) @ laimerloewe (c)

ich glaube allerdings schon, dass die bessere lösung eine gerechtere Verteilung des wohlstands auf diesem Planeten wäre. das ist m.e. das Grundübel.

das sagen schon genug leute seit ich denken kann - die meisten kommen ja nicht hierher, weil es hier so schön ist, sondern weil sie es daheim nicht mehr aushalten. also daheim helfen, dann kommen sie auch nicht auf die idee hierher zu kommen. dummerweise kann man dann auch keine waffen mehr verkaufen (wer konnte schon ahnen, dass die auch noch verwendet werden?) oder billigst produzieren lassen. und mal ernsthaft: wenn wir mit den "paar hanseln" nicht fertig werden, was ist erst los, wenn sich afrika so richtig in bewegung setzt?
und eine frage an herrn homer: ist die schule noch frei?

Beim Sport möglichst wenig trinken,

my mind, Monday, 14.09.2015, 11:39 (vor 3862 Tagen) @ Lüngerl

Mein Eindruck: Es gibt kein einziges Problem globalen Maßstabs, zu dessen Lösung unsere Sarrazins, Seehofers und de Maizieres auch nur halbwegs Sinnvolles beizutragen hätten.

Das ist sieht im Moment so aus. Unklar ist mir ob sie es wirklich nicht verstehen oder ob sie die rechte Seite einfach nicht frei machen wollen.

Ich glaube aber nicht, dass es ein Naturgesetz ist, dass diese Menschen (und noch mehr) alle zu uns kommen. Die Länder aus denen sie kommen sind im Moment durch Krieg, despotische Herrscher, marodierende Banden und Korruption teilweise nicht menschenwürdig bewohnbar bzw. wirtschaftlich nicht entwicklungsfähig. Flüchtlinge haben Anrecht auf Schutz. Wer weiß ob wir selbst einmal darauf angewiesen sind.

Es ist aber nicht so, dass man im Nahen Osten, Afrika, Pakistan und Afghanistan generell nicht leben kann. Im Gegenteil. Es sind bzw. waren Orte der Hochkultur die über teils gute bis beste Voraussetzungen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung verfügen (junge Bevölkerung, Bodenschätze, geographische Lage).

Die Leute dort sind arm und in Not weil Menschen an der Macht sind bzw. diese Macht an sich gerissen haben, die von Chaos, Korruption und kriegerischen Auseinandersetzungen profitieren. Aus diesem Grund werden die Zustände dort so belassen wie sie sind und immer weiter ventiliert. Das funktioniert durchaus in Einzelfällen auch über Jahrzehnte und wird unblutig nicht zu beenden sein.

Avatar

Beim Sport möglichst wenig trinken,

Nik, Monday, 14.09.2015, 13:53 (vor 3862 Tagen) @ my mind

Ich glaube aber nicht, dass es ein Naturgesetz ist, dass diese Menschen (und noch mehr) alle zu uns kommen. Die Länder aus denen sie kommen sind im Moment durch Krieg, despotische Herrscher, marodierende Banden und Korruption teilweise nicht menschenwürdig bewohnbar bzw. wirtschaftlich nicht entwicklungsfähig. Flüchtlinge haben Anrecht auf Schutz. Wer weiß ob wir selbst einmal darauf angewiesen sind.


Ich habe neulich gelesen, dass der Syrien-Bürgerkrieg im Prinzip ein Klima-Konflikt ist: http://www.smithsonianmag.com/innovation/is-a-lack-of-water-to-blame-for-the-conflict-in-syria-72513729/?no-ist

(Erwärmung --> Trockenheit in der Euphrat-Region --> Landflucht --> Verarmung in den Städten --> Soziale Spannungen --> Bürgerkrieg).

Klang irgendwie logisch.

Beim Sport möglichst wenig trinken,

BlueMagic, Monday, 14.09.2015, 14:03 (vor 3862 Tagen) @ Nik

Vielleicht ist das auch der Grund, warum Obama -für mich überraschend- plötzlich das Klimathema entdeckt hat. Bisher hat sich doch in den Staaten niemand für die Erderwärmung interessiert.

Interessant übrigens auch der Kommentar einer Amerikanerin am Samstag zu meinem ketzerischen Vorschlag, die Flüchtlinge nach den Umsätzen im Waffenexport weltweit zu verteilen. Sie meinte: "That´s by far the biggest industry in the states. But it doesn´t occur in the official figures.".
Kann diese Aussage jemand verifizieren?

Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe

Max Headroom ⌂, Sunday, 13.09.2015, 23:11 (vor 3863 Tagen) @ Schwabinger

Absolut richtig.

Kinder, Oida. Das ist echt und wird nicht mehr weggehen.

Ich bin nach wie vor tief berührt, wie man wahrscheinlich merkt.

Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe

"Swiss Lion" Dani (c), Monday, 14.09.2015, 02:51 (vor 3863 Tagen) @ Max Headroom

Respekt und Danke! Sehr bewegende Zeilen und Taten.

Flüchtlingshilfe & Fußball

tomtom, Tuesday, 15.09.2015, 15:56 (vor 3861 Tagen) @ Max Headroom

Heute in der "SZ": "Das Spiel als Neuanfang" bzw. online "Anpfiff in der neuen Heimat", u.a. über den FC Wacker, dessen Vorstand sich schon seit 2008 um Flüchtlinge in seinem Verein kümmert: "Heute zählt der Münchner Traditionsklub 500 Mitglieder aus 52 Ländern. In den drei Männermannschaften gibt es derzeit 62 Spieler, die in Asylverfahren waren oder kommen; außerdem gibt es eine Mannschaft für Jugendliche, die in Erstaufnahmeeinrichtungen leben - und womöglich nicht lange bleiben können."

Wusste ich alles natürlich nicht, der Blaustern steigt in meinem Ansehen, der Erwerb einer Wacker-Tasse bei einem Flohmarkt im Sechzger vor vielen Jahren war also eine gute Investition. Damals scholt (ist das richtig?) der BlueMagic den Verkäufer noch, der glaube ich acht Mark für die Tasse haben wollte. Wieviel ich am End dafür bezahlt habe, weiß ich nicht mehr.

Flüchtlingshilfe & Fußball

Informator, Tuesday, 15.09.2015, 16:21 (vor 3861 Tagen) @ tomtom

Dieses System war auch der Not geschuldet, da es hies Abmelden vom Spielbetrieb oder Spieler auf diesem weg zu holen.
Schmälert aber nicht das Engagement.

Flüchtlingshilfe & Fußball

der bayrische eroberer, Wednesday, 16.09.2015, 06:57 (vor 3861 Tagen) @ Informator

da ist viel, sehr vielengagement dabei. die kümmern sich um die jungs auch neben dem platz - und ich glaube gerade bei dem lauf durch diverse behörden kostet das eine menge nerven und zeit. und wie schon gesagt, die machen das schon recht lange nur auf einmal rückt es in den fokus...

Flüchtlingshilfe & Fußball

Rosenheimer Löwe, Wednesday, 16.09.2015, 09:10 (vor 3860 Tagen) @ tomtom


Wusste ich alles natürlich nicht, der Blaustern steigt in meinem Ansehen, der Erwerb einer Wacker-Tasse bei einem Flohmarkt im Sechzger vor vielen Jahren war also eine gute Investition. Damals scholt (ist das richtig?) der BlueMagic den Verkäufer noch, der glaube ich acht Mark für die Tasse haben wollte. Wieviel ich am End dafür bezahlt habe, weiß ich nicht mehr.

Witzig, die gleiche Tasse habe ich auf demselben Flohmarkt unter der Westkurve auch gekauft und sogar vielfach benutzt. Steht heute noch im Regal. Preis weiß ich auch nicht mehr.

Flüchtlingshilfe & Fußball

BlueMagic, Wednesday, 16.09.2015, 09:42 (vor 3860 Tagen) @ tomtom

Wusste ich alles natürlich nicht, der Blaustern steigt in meinem Ansehen, der Erwerb einer Wacker-Tasse bei einem Flohmarkt im Sechzger vor vielen Jahren war also eine gute Investition. Damals scholt (ist das richtig?) der BlueMagic den Verkäufer noch, der glaube ich acht Mark für die Tasse haben wollte. Wieviel ich am End dafür bezahlt habe, weiß ich nicht mehr.


Das weise ich von mir, habe weder etwas gegen den FC Wacker, noch interessiert mich die Preisgestaltung von Flohmarkthändlern. Es gilt, wie immer, die freie Marktwirtschaft.
Hast mich verwechselt oder habe ich den Preis aus meiner persönlichen Sicht für zu hoch gehalten?

Flüchtlingshilfe & Fußball

tomtom, Wednesday, 16.09.2015, 11:04 (vor 3860 Tagen) @ BlueMagic

Letzteres war der Fall, habe Dich damals zwar noch nicht gekannt, habe aber ein sehr gutes Erinnerungsvermögen. (-;

Das weise ich von mir, habe weder etwas gegen den FC Wacker, noch interessiert mich die Preisgestaltung von Flohmarkthändlern. Es gilt, wie immer, die freie Marktwirtschaft.
Hast mich verwechselt oder habe ich den Preis aus meiner persönlichen Sicht für zu hoch gehalten?

RSS-Feed dieser Diskussion