Es war damals gerade mal 20 Jahre her, (Forum)

Lüngerl, Friday, 14.08.2015, 13:32 (vor 3892 Tagen) @ Busfahra_

dass das halbe Land in Schutt und Asche lag und Millionen Tote gezählt wurden. Ein paar junge "Rabauken", die "munter raufen", waren angesichts des Horrors, den man kurz zuvor erlebt hatte eine Lappalie.

Heute ist es so, dass gewalttätige Konflikte in großem Umfang in anderen Regionen der Welt stattfinden. Die unmittelbare gesellschaftliche Erfahrung damit ist verblasst. Gleichzeitig wuchs eine Medien- und Unterhaltungsindustrie, der die Berichterstattung nie dramatisch genug sein kann – angeblich dürstet das Publikum nach Blut und Angstschweiß. Das spiegelt sich dann sowohl in der Medienberichterstattung wie in Senderkonzepten und Spielfilmen wider.

Hinzu kommt, dass es in der deutschen Nachkriegsgeschichte noch nie einen derart hohen Militarisierungsgrad bei der Polizei gab. Es stehen ihr heute Waffen und Ausrüstungsgegenstände in einer Qualität und einem Umfang zur Verfügung, der jedes Maß sprengt. Wer über ein derartiges Arsenal gebietet, will es aber nicht immer nur putzen und durch die Gegend fahren, sondern auch im Einsatz ausprobieren. Man möchte bereit sein für den Ernstfall und zeigen was man kann. Die "Robocopisierung" ist in meinen Augen in zahlreichen Auseinandersetzungen des Staates mit seinen Bürgern Teil des Problems und nicht der Lösung.

Weniger Wummen, Panzerfahrzeuge und Prügelequipment, dafür mehr in die Menschen, die den Job machen, investieren. Davon hätten Bürger und Polizei was.

Schönes Zitat:
Unter den Besuchern machten die Beobachter vom "Münchner Merkur" etwa "5000 Rabauken" und "40.000 andere, durchwegs ehrenhafte Bürger" aus. "Auf den Rängen wird munter gerauft, Bierflaschen fliegen herum, mit einem Satz: Es herrscht eine Prachtstimmung."

Den ganzen Artikel gibts hier.


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