Dolly, eine Runde Ouzo! (Forum)

Lüngerl, Friday, 10.04.2015, 11:14 (vor 4013 Tagen)

Nachdem die Woche über von "SZ", "FAZ", "Spiegel" bis "Tagesschau" und den Springer-Blättern alle mit dicken Backen das gleiche griechische Horn geblasen haben, hier ein nicht mehr für möglich gehaltenes Fundstück eines gegenläufigen journalistischen Kommentars: https://www.freitag.de/autoren/michael-jaeger/demontage-der-demokratie

Dolly, eine Runde Ouzo!

hjs unsinn sehend, Friday, 10.04.2015, 12:05 (vor 4013 Tagen) @ Lüngerl

Ouzo trink ich seit einem Fiasko in Patras anlässlich meines 25. nicht mehr, aber einen Retsina von mir aus, wenn gscheid gekühlt.

Aber inhaltlich: Griechenland hat die Sanktionen gegen Russland doch mit beschlossen. Wie kann der Autor des Artikels sagen, das Land lehne die Sanktionen ab? Die Sanktionen wurden einstimmig beschlossen und mehrfach bestätigt, bzw. verschärft. Anders geht es ja auch nicht, sonst funktioniert das mit solchen Sanktionen doch nicht. Dass das die Vorgänger-Regierung war, spielt hierbei keine Rolle, da in jedem demokratischen Staat eine neue Regierung außenpolitsiche Beschlüsse der Vorgänger-Regierung zunächst mal einhalten muss. Natürlich kann sie auf eine Veränderung hinwirken, aber zunächst einmal gilt, was beschlossen wurde. Sonst hätte ja Kohl wieder die Ostverträge rückgängig machen können oder so was. Oder Putin die Zustimmung Russlands zum Zwei-plus-vier-Vertrag.

Der Weg für Griechenland, wenn die neue Regierung die Sanktionen ablehnt, wäre, einen neuen Beschluss im Außenministerrat herbeizuführen.

Dolly, kein ouzo .............

Joerg ⌂, Friday, 10.04.2015, 12:46 (vor 4013 Tagen) @ hjs unsinn sehend

der hjs hat recht, für mich ein wirrer artikel ... argumentationen an den haaren herbeigezogen ....
(zitat:)Tsipras will wirklich, was die deutsche Kanzlerin vielleicht nur vorgibt, um das deutsche Publikum zu beruhigen.(/zitat)
woher weiß er was tsirpas und merkel wollen ....
sie wissen es beide nicht, so scheint es zumindest ...
meine sympathie ist eigentlich auf seite von tsirpas, aber diese form der sog. unterstützung ist wenig hilfreich ...

Dolly, kein ouzo .............

Lüngerl, Friday, 10.04.2015, 13:31 (vor 4013 Tagen) @ Joerg

Streich den letzten Satz, der in der Tat wirr und überflüssig ist. Mir ging es im Verweis auf diesen Kommentar um etwas anderes: Die rare Ausnahme. Die nahezu uniforme mediale Berichterstattung in Deutschland zum Staatsbesuch eines neu gewählten griechischen Ministerpräsidenten bei seinem russischen Amtskollegen, trägt in meinen Augen erschreckend antidemokratische Züge. Die schrille Was-erlauben-Tsipras-Begleitmusik deutscher Medien ist ein ganz übler Sound.

der hjs hat recht, für mich ein wirrer artikel ... argumentationen an den haaren herbeigezogen ....
(zitat:)Tsipras will wirklich, was die deutsche Kanzlerin vielleicht nur vorgibt, um das deutsche Publikum zu beruhigen.(/zitat)
woher weiß er was tsirpas und merkel wollen ....
sie wissen es beide nicht, so scheint es zumindest ...
meine sympathie ist eigentlich auf seite von tsirpas, aber diese form der sog. unterstützung ist wenig hilfreich ...

Dolly, kein ouzo .............

BlueMagic, Friday, 10.04.2015, 13:57 (vor 4013 Tagen) @ Lüngerl

Man ersetze "politische Dilettanten" durch "Störer und Plärrer" oder wahlweise "Vabrächa".

Die Mechanismen sind die gleichen, im Großen wie im Kleinen.
Vielleicht mit der einen oder anderen Nuance, insbesondere subtiler als damals.
"Freie" Presse halt.

Man kann aber drauf warten, bis die steuernden Herrschaften die Schnauze voll haben von der Angela und sie wegschreiben lassen. Sieh nach bei Helmut K.

Nachdem ich inzwischen verschwörungstheoretisch belastet bin, sage ich: die Illuminaten (oder ihre Nachfolger, wie Scull & Bones) in den Staaten ziehen die Strippen ;-)

Niemand regiert die Welt!

Lüngerl, Friday, 10.04.2015, 14:23 (vor 4013 Tagen) @ BlueMagic

Mir gruselt da leicht. Du hast als alter Fuchs und politisch wacher Mensch natürlich einen spielerisch scherzhaften Umgang damit. Das ist OK. Aber politisch Naive nehmen Verschwörungstheorien halt allzu gern auch für bare Münze, weil sie komplexe Vorgänge und Geschehnisse wunderbar einfach und vermeintlich begreifbar machen. Deshalb kann man nicht oft genug darauf hinweisen: Niemand regiert die Welt!

Man ersetze "politische Dilettanten" durch "Störer und Plärrer" oder wahlweise "Vabrächa".

Die Mechanismen sind die gleichen, im Großen wie im Kleinen.
Vielleicht mit der einen oder anderen Nuance, insbesondere subtiler als damals.
"Freie" Presse halt.

Man kann aber drauf warten, bis die steuernden Herrschaften die Schnauze voll haben von der Angela und sie wegschreiben lassen. Sieh nach bei Helmut K.

Nachdem ich inzwischen verschwörungstheoretisch belastet bin, sage ich: die Illuminaten (oder ihre Nachfolger, wie Scull & Bones) in den Staaten ziehen die Strippen ;-)

So ein Schmarrn

Weisswuaschd to go, Friday, 10.04.2015, 14:35 (vor 4013 Tagen) @ BlueMagic

Nachdem ich inzwischen verschwörungstheoretisch belastet bin, sage ich: die Illuminaten (oder ihre Nachfolger, wie Scull & Bones) in den Staaten ziehen die Strippen ;-)

So ein Schmarrn. Die Illuminaten wurden von Robert Langdon getötet!
Das hab ich schon vor ein paar Jahren in dieser Biografie von Dan Brown gelesen.

In Sachen Medienberichterstattung

hjs relativierend, Friday, 10.04.2015, 14:41 (vor 4013 Tagen) @ Lüngerl

Allgemein geb ich dir da in Richtung auf Griechenland Recht. Vor allem im finanziellen und volkswirtschaftlichen Bereich. Und zwar nicht nur schreiben alle das Gleiche, sondern sie schreiben es auch erschreckenderweise auf Bildzeitungsniveau.

Was den Moskaubesuch von Tsipras angeht, so geht die Kommentierung meiner Meinung nach jedoch unabhängig von ihrer Uniformität in die richtige Richtung: Das war durchsichtige politische Schaumschlägerei von Tsipras, so nach dem Motto: Dann hol ich mir mein Geld eben beim Russen.
Es ist nicht so, dass er das nicht darf. Aber vielleicht sollte er nicht, so ganz aus griechischem Eigensinn gedacht.

Dolly, eine Runde Ouzo!

Lüngerl, Friday, 10.04.2015, 14:44 (vor 4013 Tagen) @ hjs unsinn sehend

Ganz so ist es nicht. Eine ablehnende Haltung der griechischen Regierung zu den Sanktionen gegen Russland ist allgemein bekannt und seit Tsipras Amtsantritt immer wieder Thema. Die Art und Weise wie die "Einstimmigkeit" bei den Sanktions-Beschlüssen hergestellt wurde, ist politisch noch aufzuarbeiten und ziemlich heikel.

Ouzo trink ich seit einem Fiasko in Patras anlässlich meines 25. nicht mehr, aber einen Retsina von mir aus, wenn gscheid gekühlt.

Aber inhaltlich: Griechenland hat die Sanktionen gegen Russland doch mit beschlossen. Wie kann der Autor des Artikels sagen, das Land lehne die Sanktionen ab? Die Sanktionen wurden einstimmig beschlossen und mehrfach bestätigt, bzw. verschärft. Anders geht es ja auch nicht, sonst funktioniert das mit solchen Sanktionen doch nicht. Dass das die Vorgänger-Regierung war, spielt hierbei keine Rolle, da in jedem demokratischen Staat eine neue Regierung außenpolitsiche Beschlüsse der Vorgänger-Regierung zunächst mal einhalten muss. Natürlich kann sie auf eine Veränderung hinwirken, aber zunächst einmal gilt, was beschlossen wurde. Sonst hätte ja Kohl wieder die Ostverträge rückgängig machen können oder so was. Oder Putin die Zustimmung Russlands zum Zwei-plus-vier-Vertrag.

Der Weg für Griechenland, wenn die neue Regierung die Sanktionen ablehnt, wäre, einen neuen Beschluss im Außenministerrat herbeizuführen.

Das ist doch nur eine Erklärung

hjs naja, Friday, 10.04.2015, 15:00 (vor 4013 Tagen) @ Lüngerl

Eine von vielen. Die Sanktionen gibt es seit mehr als einem Dreivierteljahr. EU-Beschlüsse zu diesem Thema gibt es - geschätzt ein halbes Dutzend. Den einen schenk ich dir, bei allen anderen hat Griechenland zugestimmt, sonst gäbe es diese Beschlüsse nicht.

In Sachen Medienberichterstattung

Lüngerl, Friday, 10.04.2015, 15:14 (vor 4013 Tagen) @ hjs relativierend

Bei der gehässigen Kritik und den scheinheiligen Belehrungen, die ein Willy Brandt einst anlässlich seiner Ost-Politik über sich ergehen lassen musste, war der Vorwurf "politischer Schaumschlägerei" bestimmt der harmloseste. Das Pendant zum Volksverräter ist heute der EU-Verräter? "Russenknecht" passt immerhin in beiden Fällen.

Dabei hat Genosse Schulz sogar betont, dass Tsipras in Moskau die EU-Linie nicht verlassen habe ;-)


Was den Moskaubesuch von Tsipras angeht, so geht die Kommentierung meiner Meinung nach jedoch unabhängig von ihrer Uniformität in die richtige Richtung: Das war durchsichtige politische Schaumschlägerei von Tsipras, so nach dem Motto: Dann hol ich mir mein Geld eben beim Russen.
Es ist nicht so, dass er das nicht darf. Aber vielleicht sollte er nicht, so ganz aus griechischem Eigensinn gedacht.

Niemand regiert die Welt!

BlueMagic, Friday, 10.04.2015, 15:29 (vor 4013 Tagen) @ Lüngerl

Beim Niveau der Leute hier, habe ich keine Angst, dass allzu viele an diese Verschwörungstheorien glauben.
Wenn ich allerdings an die Rotarschverschwörungstheorie denke, kommen mir schon wieder Zweifel....

Das Motto vom Finessensepperl gilt halt auch hier: "Nix Gwiss woas ma ned!"

In Sachen Medienberichterstattung

hjs sauer werdend, Friday, 10.04.2015, 15:44 (vor 4013 Tagen) @ Lüngerl

So ein Quatsch! Brandt hat das Gegenteil von Schaumschlägerei gemacht, nämlich handfeste Politik. Darum ging es Tsipras bei seinem Besuch aber eben genau nicht. Sonst hätte er das beim letzten Europ. Rat oder beim Rat der Außenminister vorgeschlagen. Eine einzige Stimme hätte ja gereicht. Aber das hat er nicht getan.

In Sachen Medienberichterstattung

Lüngerl, ganz ruhig, Friday, 10.04.2015, 16:28 (vor 4013 Tagen) @ hjs sauer werdend

Mal langsam, ich bezichtige Brandt doch nicht der "Schaumschlägerei"? Das tat einst der politische Gegner. Die verbalen Ausfälle gegenüber Brandt seinerzeit, haben aber für mich durchaus was von der Tonalität, die man aktuell "dem dummen Griechen" angedeihen lässt.

Und was Tsipras und die Sanktionen anbetrifft, hat er laut Springers "Welt" bereits vor seinem Moskau-Besuch erklärt: "Griechenland hat die Regierungschefs der Europäischen Union darüber informiert, dass es nicht länger die Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise unterstützt."

So ein Quatsch! Brandt hat das Gegenteil von Schaumschlägerei gemacht, nämlich handfeste Politik. Darum ging es Tsipras bei seinem Besuch aber eben genau nicht. Sonst hätte er das beim letzten Europ. Rat oder beim Rat der Außenminister vorgeschlagen. Eine einzige Stimme hätte ja gereicht. Aber das hat er nicht getan.

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