Journalismus-Imitat: Wirtschaftsteil bei der "SZ" (Forum)

Lüngerl, Sunday, 01.03.2015, 15:45 (vor 4054 Tagen)
bearbeitet von Lüngerl, Sunday, 01.03.2015, 16:24

Der investigative Journalist Sebastian Heiser berichtet in seinem Blog, was er in Diensten der Süddeutschen Zeitung in Sachen Käuflichkeit von Redaktionen erlebt hat. Als sich die Süddeutsche mit den Swiss-Leaks als "Weißer Ritter" gebärdete, hatte Heiser offenbar die Schnauze voll.

https://heisersstimme.wordpress.com/2015/02/16/sz-leaks-schleichwerbung-fur-steuerhinterziehung/

Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass er, um Beweise für seine Behauptung zu sammeln, die eigenen Kollegen in der Redaktion ausspionierte und verdeckte Tonaufnahmen erstellte, die er auch auf seinem Blog verbreitet. Heiser sieht sich durch die Pressefreiheit zur Spionage "befugt". Das ist umstritten.

http://www.heise.de/tp/artikel/44/44214/1.html

Nun ist das nicht unbedingt eine Sensationsstory, denn wer sich ein wenig auskennt im Verlagswesen und nicht völlig blauäugig unterwegs ist, der wusste natürlich wie die Dinge laufen – nicht nur bei der Süddeutschen. Um zu erkennen, dass speziell der Wirtschaftsteil der "SZ" und seine Sonderableger mehr eine Art Rahmen für die bezahlten Anzeigen ist, musste man ihn nur ab und an gelesen haben.

"Wie heißt das Gedöns nochmal, das immer um die Anzeigen rum ist? Ach ja, Redaktion", lautet ein mir aus glaubhafter Quelle überliefertes Bonmot eines bekannten Qualitätszeitungsverlegers im trauten Kreise, der einen solchen Ausspruch auf Nachfrage natürlich entschieden bestreiten würde ;-)

Journalismus-Imitat: Wirtschaftsteil bei der "SZ"

Pius, Monday, 02.03.2015, 13:09 (vor 4053 Tagen) @ Lüngerl

Die schielen tatsächlich mächtig auf ihre Einnahmenseite und wollen keinem der großen Werbekunden auf die Füße steigen.

Ein Bekannter von mir ist Professor für Strahlenbiologie. Der hatte mitbekommen, dass beim Kernkraftwerk in Krümmel im Norden Deutschlands von den Betreibern kräftig Messwerte gefälscht worden waren.

Mit dieser Geschichte ist er an die einschlägig bekannten Investigativ-Journalisten der SZ herangetreten.

Die fanden das zwar alles sehr interessant, haben meinem Bekannten dann aber signalisiert, dass man von der Veröffentlichung der Sache aus "übergeordneten Gründen" Abstand nehmen wolle.

Da hatte ganz offenbar jemand Muffensausen, dass eon, Vattenfall & Co. keine Anzeigen mehr bei der SZ buchen werden.

C' est la vie ;-)

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