Ich hab mir vor langer Zeit, als ich noch in Sendling gewohnt habe (dürfte mehr als 10 Jahre her sein) mal eine Ausrüstung gekauft (Eimer zum maischen/ gären etc) bzw. gebastelt (eine Malzschroterei in Form einer Bohrmaschine).
Hab dann aus einem Buch, das ich immer noch habe, das ein oder andere Rezept nachgebraut (mein Favorit damals: "Sendlinger Helles" - naheliegend). Mal gings schief, mal hats funktioniert.
Allerdings war ich mangels Ausbildung und damit fehlendem chemischen Wissen eher wie die Mönche früher: Gebraut wurde halt auf gut Glück und wenns was wurde wars wunderbar.
Auffällig war, dass mir die obergärigen besser gelangen als die untergärigen Sorten - vermutlich wegen der halbwegs konstanten Temperatur.
Damals gabs auch schon fertige Kits, die in großen Dosen geliefert wurden und man nur noch einkochen und dann gären lassen musste. Die waren aber nix. Ganz oder gar nicht.
Dann habe ich meine Brauerzukunft auf Eis gelegt und erst vor ein paar Jahren wieder ausgegraben, als wir in der Band einen neuen Bassisten bekommen haben, der gelernter Braumeister war (und inzwischen bei einem großen Pharmakonzern arbeitet).
Dank seiner Gerätschaften und seinem Know How haben wir dann in der Tiefgarage unseres Proberaums ganze Brauwochenenden eingelegt und die Erzeugnisse später dann in der ein oder anderen Proberaumparty wieder vernichtet.
Das war schon professionell was der da alles an Geräten zusammengebaut und abgeladen hat, vom Durchlaufkühler bis hin zu seiner selbst gebauten, Mund geblasenen Spindel...
Nette Anekdote:
Die restliche Maische (oder Treber?) haben wir in den Abfluss gekippt, was eigentlich kein Problem ist: Die Pumpen der Tiefgarage pumpten normalerweise alles weg, was da drin landet.
Leider war das zur sehr regenarmen/ schneearmen Winterzeit 2013, was dazu führte dass das Zeug nicht weggepumpt wurde (die Pumpen legen erst ab einer gewissen Wasserhöhe los) und fröhlich das gären anfing.
Nach einiger Zeit stank die ganze Garage nebst dem dazu gehörenden Behördengebäude (unser Sänger war dort Hausmeister) nach Bier.
Die Beamten dagegen monierten bei besagtem Hausmeister eines Tages, dass es "nach Gas" riechen würde und waren ziemlich panisch (dabei hat besagte Behörde keinen Gasanschluss). Ergo musste unser Sänger reagieren und bestellte einen Kanalreiniger, um das Zeug aus den Auffangbecken abzupumpen.
Der gute Mann kam, öffnete die Luke, schnupperte, schrie "Des is doch Bier! Was treibtsn ihr da herin bittschön an ganzen Tag?", nahm kommentarlos die 50 Euro Cash, die ihm plötzlich unter die Nase gehalten wurden, pumpte ab und verschwand.
Auf der Rechnung wurden dann generös "Verunreinigungen" vermerkt.
Goldene Zeiten