Der Bomber und meine Wenigkeit waren mal in der Gruam, bei Sturm (A) gegen BW Linz.
Linz stieg damals nach der NIederlage gegen die Sturm (A) ab und zerlegte noch ein bissl die alten Holzbänke auf der schicken Holztribüne, während die Stürmer beinahe einen PLatzstrum von der Gegenseite aus entfachten, dann aber an ihrer eigenen Courage und den zügig einfedernden Cops scheiterten.
Nette Anekdoten am Rande:
* Beim Eintreffen ins Stadion wandelten wir kurz hinter das Tor, wo sich einige jugoslawisch aussehende Sturm-Fans versammelt hatten. Der größte von denen fluchte gen Tribüne rüber "Dieses (sic!) drecks Tschuschen von Linz, Oida!"
* Der uns begleitende Basi traf einen Bekannten (bekennender Sturm-Fan), der ihn sofort fragte, ob er nach dem Spiel auch auf die Linzer draufgehen will.
Basi ist bekennender Linz-Unterstützer...
* Die Holztibüne war komplett von den Gendarmerie abgesperrt, nur für Gäste. Wir federten vor die Absperrung und fragten ganz brav, ob wir zu den Linzern dürfen.
Die Antwort des Chef-Schandis: "Bittä, kään Problem. Wenns eich da nei trauts..."
* Reinhard Krennhuber verkaufte damals den noch sehr kleinen Ballesterer aus der Hand raus im Linz-Block
* Als der Abstieg besiegelt war begannen die Linzer in aller Ruhe die Tribüne ein bisserl zu zerlegen (Pyro inklusive). Ich stand unten am Zaun und beobachtete abwechselnd Linzer und Cops und war etwas nervös, man hat ja im Gefühl dass was Ungutes in der Luft liegt. Plötzlich baut sich auf der anderen Seite des Zauns ein Zivi-Bulle vor mir auf und fängt wüst an mich zu beschimpfen. "Es Arschlecha, es Gesindel" und weiß der Geier was er mich noch alles geheißen hat.
Ich wies ihn dann mit einem "Mir san Sechzig München, Oida" auf seinen Fehler hin, er suchte sich dann ein anderes Opfer.
* Die Cops marschierten auf Grund der fortschreitenden Zerlegung recht flott vor dem Block auf und brachten ein riesiges Megaphon. Das Trum war so gewaltig, dass man es nicht halten konnte, sondern auf den Boden stellen musste (hab sowas davor noch nie gesehen). Durch ein Mikro, per Kabel mit dem Ungetüm verbunden, sprach dann ein Oberschandi: "Achtung Achtung, hier spricht Ihre Polizei. Bitte stellen Sie ihr Verhalten ein, sonst müssen wir den Block räumen.".
Wie immer bei solchen Ansagen war der Erfolg immens... nicht.
* Das Ende vom Lied: die Gendarmerie stürmte auf die Tribüne und haute gnadenlos alles weg, was auch nur irgendwie nach lebendig aussah. Unsere Auto-Besatzung hatte Glück und bekam nix ab. Ich stand immer noch unten am Zaun und versuchte unauffällig auszusehen, irgendwie hat das auch geklappt (der Ausgang der Tribüne war oben, um den Block zu verlassen hätte ich durch eine Horde Cops durchgemusst, die sich von unten inzwischen zur MItte der Tribüne raufgehauen haben).
* Nach dem Spiel versuchten die Grazer dann noch an die Linzer Busse ran zu kommen und schafften das auch beinahe, nur ein kleines Gatter trennte die beiden Parteien noch. Als dann ein Linzer ein Radl über das Gatter schmeissen wollte, beendenten die Cops das Spektakel und verpackten die Linzer endgültig in den Bus.
* Später tafelten wir dann noch in Graz in der Innenstadt und lernten beim Essen einen Grazer Musiker (oder Philosophen? Irgendwas seltsames halt) kennen, der wohl lange in München gelebt hat.
Ein sehr schöner Ausflug 