Ach "Abendzeitung", mit uns wird's einfach nix mehr ... (Forum)
Schön, dass laut "Spiegel" Dein Chefredakteur Arno Makowsky, "weiß, dass die Treue der Leser, auf die sich Zeitungen in Deutschland jahrzehntelang verlassen konnte, schwindet" (Zitat von "Spiegel"-Autor Cordt Schnibben).
Und ich wiederhole mich hier: Mit ein - vielleicht auch nur klitzekleiner - Grund für diesen Schwund mag auch bei Dir selber liegen, liebe "Abendzeitung". Warum? Nehmen wir den Bericht "Derby: Etwas Randale - und ein Bayern-Sieg". Da steht in Print und online u.a. folgendes: "Ansonsten hatten die über 250 Polizisten Sorge um die Sicherheit. „Es gab ein paar Ausschreitungen, ein bisschen Randale“, bilanzierte Christoph Reichenbach von der Polizei München, „etwa 500 Löwen-Fans sind in einem Marsch zum Stadion gezogen. Sie haben Flaschen und Pyrotechnik auf die Einsatzkräfte geworfen – auch im Stadion. Es herrschte ein gewaltiges Aggressionspotenzial.“ Im Stadion gab es keine Ausschreitungen."
Vielleicht hätten die Kollegen Strasser und Cataldo da auch mal bei den Fans fragen können, wie die das Polizeiverhalten empfanden? Tausende Löwenfans wurden ohne Grund vor der Westkurve für mindestens eine halbe Stunde festgehalten. Schließlich ließ man sie ohne jegliche Einlasskontrolle rein. Und da muss ich dem Polizeisprecher zustimmen, da herrschte tatsächlich "gewaltiges Aggressionspotenzial". Nur in der "AZ" liest man wieder mal nix davon, dafür in einschlägigen Foren.
Freilich hat nicht jeder die Zeit und Lust oder überhaupt die Idee, sich dort kundig zu machen und die Objektivität mag auch hier nicht unbedingt vorhanden sein. Was war, könnten vielleicht Journalisten recherchieren, die noch mit Leidenschaft ihrem Beruf nachgehen. Das vermisse ich allzuoft bei der "Abendzeitung". Trotzdem wünsche ich Dir, dass wenigstens die rührigen Friedmanns (die Verleger) ihre "an Mäzenatentum grenzende Geduld" ("Der Spiegel") mit Dir behalten. Meine Geduld ist leider längst aufgebraucht.


