Nach Lektüre der Chronologie bin ich noch nicht schlauer (Forum)

1860Solution, Mittwoch, 05.12.2018, 16:49 (vor 13 Tagen) @ Commander

Die Chronologie ist sehr interessant.

Seit April 2018 hat Hasan Ismaik, vertreten durch Saki Stimoniaris, medienwirksam eine Diskussion um zusätzliche Gelder für die 3. Liga angestoßen. Bevor anfänglich überhaupt ein Angebot auf den Tisch gebracht wurde, hat Saki Stimoniaris in der Öffentlichkeit gebetsmühlenartig den guten Willen und das Engagement von Hasan Ismaik betont. Man war sich dabei nicht zu Schade, die Gunst der Stunde zu nutzen und während der Regionalligameister-Feier die ersten medienwirksamen Schritte zu gehen. Durchaus populistisch hat man sich in Szene gesetzt obwohl man selbst noch überhaupt kein Konzept oder ein Angebot ausgearbeitet hat. Kurze Zeit später nutzte man zudem auch Daniel Bierofka und Günther Gorenzel um den guten Willen von Hasan Ismaik zu unterstreichen und ein positives Bild dazustellen. Es ist erkennbar, dass man versucht hat die Fans davon zu überzeugen, dass Gelder notwendig sind und das Ismaik bereit ist, diese zur Verfügung zu stellen. Mit der Betonung, dass man Daniel Bierofkas Wünsche erfüllen möchte, hat man selbstverständlich gezielt einen Nerv getroffen.

Erst dann kam das Angebot. Dieses war anfänglich so, dass es in keiner Weise im Interesse der KGaA war. So bot man an, ein Darlehen des Hauptsponsors Die Bayerische abzulösen, was die positive Fortführungsprognose gefährdet hätte. Man wollte die KGaA zudem weiter verschulden. Glücklicherweise hat sich das Präsidium an dieser Stelle nicht manipulieren lassen. Das Angebot wurde abgelehnt. Nach weiteren Verhandlungen entschied man sich einen Kompromiss einzugehen. Hasan Ismaiks Wunsch die Mannschaft in der Saison 2018 / 2019 zu unterstützen wurde zugestimmt, wenn er die finanziellen Mittel in Form von Genussscheinen zur Verfügung stellt und keine weiteren Darlehen aufgenommen werden müssen. Es mag aus Sicht des Präsidiums tatsächlich ein fairer Kompromiss gewesen sein. Man wollte Hasan Ismaik nicht brüskieren und als Mitgesellschafter auf den Hauptgesellschafter zugehen.

Bereits am nächsten Tag konnte Daniel Bierofka und Günther Gorenzel auch im Hinblick der dadurch geschaffenen neuen finanziellen Mittel weiter planen. Das heißt: man hätte prinzipiell eine geringere Ausgabenplanung vornehmen können, hat aber die Genussscheine mit eingerechnet und dementsprechend geplant. Die Liquidität musste bis zum 31. Oktober beim DFB nachgewiesen werden. Dabei hatte man zwar den Genussscheinvertrag in der Hand, das reichte dem Verband selbstverständlich nicht. Die Liquidität muss reell gegeben sein. Deshalb kam es zu Androhungen von Konsequenzen. Hasan Ismaik hat bis zuletzt den Geschäftsführer Michael Scharold und die KGaA hingehalten. Umso schockierender ist es, dass Hasan Ismaik bis fast auf den letzten Drücker die Zahlung hinausgezögert hat. Für die KGaA muss das in jedem Fall mit einem hohen Druck verbunden sein. Zumal der Geschäftsführer dafür auch persönlich haftet.

Der Kompromiss von Hasan Ismaik Geld in Form von Genussscheinen anzunehmen muss als gescheitert angesehen werden. Die Hinhaltetaktik des jordanischen Unternehmers hat nicht nur die Spaltung der Fanszene erneut hochgekocht, sondern auch die Handlungsfähigkeit der KGaA gefährdet.
Ein Aufstieg in dieser Saison ist unrealistisch. Das heißt auch, dass wir Ende der Saison erneut vor der Entscheidung stehen, ob wir mit einem abgespeckten Etat in die kommende Saison starten oder erneut weitere finanzielle Mittel, in welcher Form auch immer, annehmen. Sollten wir in dieser Saison mit dem aktuellen, im Hinblick auf unsere finanzielle Situation großzügig bemessenen Etat, einen Platz im Mittelfeld erreichen, dann wird zweifelsohne bei den Fans eine höhere Erwartung für die kommende Saison vorherrschen. Damit ist man anfällig für weitere Angebote durch Hasan Ismaik. Ob er tatsächlich noch einmal Genussscheine anbietet, ist dabei unwahrscheinlich. Denn eine Wertsteigerung und damit Gesundung seines Invests ist erst bei einem Wiederaufstieg gegeben.

Es muss zukünftig das erste Gebot sein, dass man in keiner Form, weder als Darlehen noch als Genussscheine weiteres Geld durch Hasan Ismaik annimmt. Daran muss sich das Präsidium messen lassen. Auch im Hinblick auf die Wahl 2019.


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