Offener Brief von Michael W. Schwetje (Forum)

Kraiburger, Mittwoch, 07.11.2018, 09:22 (vor 12 Tagen) @ Herbert

Mit der Plattütde, man wolle "keine Politik im Stadion" meint man in der Regel, dass einem der Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit auf den Sack geht. Da dieser Einsatz üblicherweise nicht von ungefähr kommt und notwendig ist, legitimiert die Forderung nach "keine Politik im Stadion" stets damit indirekt Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

So auch hier!

Der Herr Investor hat sich damit also ein sauberes Ei gelegt!


Fußball und Politik sind nunmal untrennbar miteinander verbunden, und kaum jemand kann ein besseres Lied davon singen als wir Fans von 1860.

- Unser Verein wurde in den Dreißiger Jahren durch die Nazis vereinnahmt.
- Unser Verein wurde jahrelang von Politikern unterschiedlichster Parteien geführt. Bislang hatten wir schon Präsidenten von NSDAP, CSU, SPD und den Grünen.
- Fanpolitik wie der Kampf um Anstoßzeiten, Fanrechte etc IST Politik und der Kampf nur mit Lobbyarbeit zusammen mit den Verbänden und Parteien führbar.
- Stadionpolitik ebenso
- Vereinspolitik? Möglicherweise!

Es ist also nicht möglich, Politik aus den Stadion zu verbannen, weil sie einem gelegentlich auf den Sack geht. Diese Forderung kommt einem Maulkorb gleich, was einer gesunden Fanszene nie gut tun kann.
Es muss das gemeinsame Ziel von Führung und Fans sein, die ohnhin vorherrschende Politik im Stadion in gesunde Bahnen zu führen, politische Einflussnahme (vor allem der Extremen Parteien) in Verein und Kurve zu unterbinden und politische Kräfte aber gezielt für die Ziele des Vereins zu sammeln.

Da das Stadion immer ein Querschnitt der BEvölkerung darstellt, ist es auch immer eine Projektionsfläche für die Probleme der Bevölkerung. Der Fußball hat keine Möglichkeit die Probleme zu lösen (bzw nur wenige Möglichkeiten), aber er kann eine Möglichkeit sein, die Probleme darzustellen.

Das ist hier in Köln vorgefallen: Die Fans zeigen die derzeitigen Probleme der Gesellschaft auf!

Durch die Kriminalisierung dessen, macht sich der komische Investor zum Spielball der Kritisierten, in diesem Fall von Sponsor RWE. RWE ist doch bewusst, dass er in der Kritik steht und mit dieser Kritik muss er umgehen können - auch im Stadion.

Durch seine Abwehrhaltung und das Aufscheuchen des Investors gegen seine Fans erreicht RWE sicher nicht, dass die Kritik an ihm abnimmt. Sondern er erreicht, dass die Kritik an rassistischer braunen Soße verharmlost wird.

Nämlich weil durch die geforderte Platitüte "keine Politik im Stadion" Fremdenfeindlichkeit und Rassismus legitimiert wird!


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