Ordner, den Asso bitte aus der Bar werfen (Forum)

"Swiss Lion" Dani (c), Freitag, 29.06.2018, 14:19 (vor 141 Tagen) @ friedhofstribüne

Internationale Migrationsauswahl gefällt mir gut.
Das trifft es. Für mich ist das sehr positiv besetzt. Kann mit diesem übertriebenen Nationalchauvinismus nicht viel anfangen.
Mir ist aber klar, dass so ein Begriff für viele Menschen (auch hier in der Bar tummelt sich mindestens einer) eher ein Reizwort darstellt.


Für was braucht es dann noch Etiketten wie Schweiz, Deutschland oder Frankreich als Nationalmannschaft? Bloß weil er in Basel anstatt in Lörach aus dem Bus gestiegen ist?
Dieser idiotische Wettstreit der Nationen zeigt doch nur, dass nahezu alle Gesellschaften nicht in der Lage sind einen vernünftigen und sinnvollen Nationalbegriff zu kreieren und diesen auch entsprechend mit Leben zu füllen. Raus kommt dann meist entweder übertriebener Nationalismus oder die gegenteilige Ablehnung.

Und ganz zum Schluß diskutieren die User im bayrischen 60er Forum über die Situationen im Kosovo/Serbien/Albanien bzw. über Bergkarabach ohne überhaupt nur ein bißchen persönlich davon betroffen zu sein. Gut beim Nordkurvenasso weiß ich nicht wo er herkommt, aber dieses ganze Nationalzeugs macht einfach keinen Sinn.

Wir sind in unseren grundsätzlichen Positionen nicht so weit voneinander entfernt, allerdings ist mir das zu viel schwarz-weiss. Erstens sind die Spieler nicht einfach nur "aus dem Bus ausgestiegen", sondern in den meisten Fällen warens ihre Eltern. Die Kinder haben dann die ganze Ausbildung in der Schweiz (oder in Deutschland etc.) in Anspruch genommen, durchliefen diverse U-Nationalmannschafts-Auswahlen und praktisch alle kennen ihr Ursprungsland "nur" aus Erzählungen von ihren Verwandten und Familien und dem Urlaub. Trotzdem spiel(t)en Petric und Rakitic z.B. am Ende für Kroatiens A-Nationalmannschaft. Den "Etikettenschwindel" könnte man somit m.E. bei absoluter Konsequenz auch umgekehrt interpretieren.

Und sofern man das mit dem übertriebenen Nationalismus oder der gegenteiligen Ablehnung im Griff hat (leider viel zu häufig nicht der Fall, das seh ich genauso. Aber deswegen aufgeben?), ist es m.E. immer noch eine Etikette, die mehr von einem sportlichen Wettstreit hat als der gesamte Klubfussball in allen höheren Ligen. Natürlich spielt bei den Nationen die finanzielle Situation auch eine Rolle, aber nicht annähernd so stark wie im Klubfussball (und damit auch beim Alternativvorschlag "Ligaauswahl"), wo man sich halt die nötigen Spieler einkauft, ganz egal, woher sie kommen. Was ist denn idiotischer und sinnfreier?


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