Klimawandel in China ;-) (Forum)

domlöwe, Freitag, 09.02.2018, 16:46 (vor 102 Tagen) @ Herbert

die Schuld hin und herschieben und derweil mal vorsichtshalber nix ändern ist ja für die meisten auch das Lebensprinzip. Sollte eigentlich reichen zu wissen, dass man sich selbst aufführt wie die Axt im Walde und solange man das tut, einfach die Klappe halten sollte was die Schuld der anderen betrifft


Sorry, wenn Du mich falsch verstanden hast bzw. ich mich undeutlich ausdrücke. Es ging mir bei meinem Post nicht "die Schuld" am Klimawandel auf China zu schieben, sondern nur darzustellen, dass eben Deutschland nur ein sehr kleines Rad bei diesem Thema ist.

Ist wie beim Abnehmen bzw. Zunehmen. Man wird nicht dick und nimmt auch nicht ab zwischen Weihnachten und Sylvester, sondern zwischen Sylvester und Weihnachten, auch wenn der Essenskonsum (zumindest bei mir) zwischen Weihnachten und Sylvester sehr viel "ungesünder" bzw. fettleibigkeitfördernder (gibt es das Wort?) ist als ansonsten. Wenn man also an der Ernährung umstellen möchte, dann besser in den 357 Tagen und nicht an den 8 Tagen.

Und als Lichtensteiner kann man sich das dieser Logik bedenkenlos ohne schlechtes Gewissen die dicksten Autos fahren und ständig Flugreisen machen, denn selbst wenn alle Lichtensteiner in Saus un Braus leben, ist Lichtenstein selbst im Vergleich zu Deutschland und erst recht im Vergleich zu China nur ein kleines Licht.

Ich kann dieser Logik nicht folgen.
Dass China als Land mit der größten Bevölkerungszahl auch den größten absoluten CO2-Verbrauch hat, ist banal und nimmt weder die den Deutschen noch die Lichtensteiner aus der Verantwortung.

Die Klimaerwärmung kann nur dann einigermaßen in Grenzen gehalten werden, wenn die Entwicklungsländer und Schwellenländer den Entwicklungsschritt "große Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen und Mobilität durch Autos mit Verbrennungsmotor" mehr oder weniger überspringen, indem sie gleich eine Infrastruktur auf Grundlage von erneuerbare Energien aufbauen.

Dass so etwas prinzipiell funktionieren kann, sieht man im Bereich der Telekomunikation. Da können Entwicklungsländer den Entwicklungsschritt "Festnetz" überspringen, indem gleich die Infrastruktur für Mobilfunk aufbauen.

Dieses Überspringen des Entwicklungsschritt "Kohle, Diesel und Benzin" der Entwicklungsländer kann aber nur funktionieren, wenn besonders stark entwickelte Länder wie Deutschland Vorreiter in erneuerbare Energien sind und nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag auf Kohlekraftwerke und Dieselmotoren setzt.
Deswegen wäre eine fortschrittliche Energie- und Verkehrspolitik so wichtig. Nicht in erster Linie wegen der dadurch direkt erzielten CO2-Einsparung, sondern wegen der Auswirkung einer solchen Politik auf die weitere Entwicklung von Schwellen- und Entwicklungsländern.


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