Würzburg wie Sechzig? (Forum)

friedhofstribüne, Mittwoch, 09. August 2017, 15:08 (vor 72 Tagen) @ Chris (aus der Bauaufsichtsbehörde)

Hab den SZ-Artikel gelesen. Kennt sich jemand rechtlich aus, was für eine Rolle der Bestandsschutz hier spielt? Das ist ja der Hauptunterschied, dass bei denen Zweitligafußball eben neu ist. Und im Sechzgerstadion nicht.


Beim Bestandsschutz spielt die Ligenzugehörigkeit keine (unmittelbare) Rolle. Vorwiegend geht es um die Kapazität, die eben manchmal der Ligenzugehörigkeit angepasst wird. Und ligenspezifische Anforderungen wie Mindestkapazität, Rasenheizung, eine bestimmte Anzahl Reporterplätze, VIP-Bereiche etc. sind keine baurechtlichen Anforderungen, sondern stammen von den Verbänden.
In Würzburg wurde das Stadion dem Artikel nach erst vor zwei Jahren auf 13.000 Zuschauer erweitert, dabei ist die Genehmigung für den Ausbau auf 10.006 Plätze und die neue Flutlichtanlage noch nicht mal rechtssicher. Mit Bestandsschutz kann man hier also nicht argumentieren.
Beim Sechzgerstadion ist die entscheidende Frage, bis zu welcher Kapazität noch Bestandsschutz vorhanden ist. Wenn ich das richtig weiß, dann wurde beim "drittligatauglichen Umbau" auch die baurechtliche Kapazität nach unten gesetzt. Bildlich gesprochen: das Stadion, in welches früher mal 40.000 Leute und mehr rein durften, steht heute nicht mehr und hat deshalb auch keinen Bestandsschutz. Statt dessen steht da heute ein Stadion mit einer viel geringeren baurechtlichen Kapazität (die kann auch größer sein, als die derzeitigen 12.500 Zuschauer, das müsste man erfragen) und nur für diese Kapazität kann man Bestandsschutz geltend machen.

Wenn ich das mal runterbreche. Es muss ja eine Behörde geben welche den Bestandsschutz jetzt niedriger festgelegt hat. Das fällt ja nicht vom Himmel. Kann diese Behörde bei Erfüllung von Richtlinien diesen dann auch wieder hochsetzen?


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